Online-Nutzung: Windows 8 startet schwächer als Vista

2. Jänner 2013, 10:38
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Neues System immer noch mit wenig Rückenwind, Dominanz mobiler Geräte steigt

Nach mehreren Berichten über schwache Verkaufszahlen und skeptische Kundschaft, halten neue Zahlen des Marktforschungsunternehmens Net Applications wiederum unerfreuliche Zahlen für Microsoft bereit.

Vista legte schneller zu

Dort beobachtete man 40.000 Webseiten hinsichtlich des Betriebssystems ihrer Besucher. Vor dem offiziellen Start waren rund 0,4 Prozent der User mit Windows 8 unterwegs. Einen Monat später waren es bereits um die 1,2 Prozent, wie die bei ComputerWorld abgebildete Statistik zeigt.

Im Dezember - die aktuellen Daten beinhalten die Messungen bis zum 22. Dezember - flachte diese Kurve jedoch merklich ab. Zwei Monate nach dem Start lag Windows 8 hier bei 1,7 Prozent. Ein Ergebnis, das selbst das als Flop geltende Windows Vista überbieten kann, hier waren es damals nach dem gleichen Zeitraum 2,2 Prozent

Windows 7 war deutlich erfolgreicher

Kein Vergleich sind die Zahlen für das erfolgreiche Windows 7. Anno 2009 lag man zwei Monate nach dem Start bereits über sechs Prozent. Schon bevor das Betriebssystem damals offiziell präsentiert wurde, waren fast zwei Prozent der Nutzer damit im Web unterwegs. Abzuwarten ist nun, ob Windows 8 zu Weihnachten einen merkbaren Sprung hinlegen konnte.

Kunden skeptisch, PC-Markt schwach

Microsoft hat mit verschiedenen Problemen zu kämpfen, die am Erfolg des neuen Betriebssystems nagen. Einerseits dürften viele Interessenten skeptisch ob des neuen Bedienkonzepts sein, andererseits scheint die Nachfrage nach Geräteklassen wie Convertibles und Tablets mit Windows gering zu sein. In einigen Märkten sind zudem erst wenige dieser Devices offiziell verfügbar

Der merkbare Einbruch im PC-Markt setzt dem System zudem in seinem Stamm-Markt zu. Hier brachen die Verkäufe laut NPD Group um 13 Prozent ein. Ökonomische Unsicherheiten machen die Käufer ebenfalls vorsichtiger.

Erfolgreicher Vorgänger als Hürde

Ein anderes Marktforschungsunternehmen, Toluna, merkt anhand einer in Großbritannien durchgeführten und vom Guardian zitierten Erhebung an, dass auch der Vorgänger Windows 7 mit ein Grund für die langsame Adoption sein könnte. Viele Kunden dürften in den vergangenen drei Jahren überhaupt erst den Sprung von Windows XP und Vista auf Windows 7 mitgemacht haben und sehen daher aktuell keinen Anlass zum Umstieg.

Android und iOS auf Überholspur

Bezieht man in die Nutzungsstatistik auch andere Windows-Versionen sowie mobile Endgeräte und deren Betriebssysteme mit ein, wird ersichtlich, dass Microsoft mit dem Wandel der vergangenen Jahre zu kämpfen hat. Laut einer von ZDNet zitierten Analyse von IDC und Goldman Sachs war Windows im Jahr 2000 noch auf 97 Prozent aller "Computing"-Devices vertreten. Heute führt Android den 1,07 Milliarden Geräte starken Consumer-Gesamtmarkt mit 42 Prozent an. Microsoft findet sich mit 20 Prozent erst auf Rang 3 hinter Apple (24 Prozent) wieder.

Risikokapitalgeber Meeker präsentiert ähnliche Zahlen. Hier kommen die Systeme von Apple und Google per Ende 2011 gemeinsam auf 45 Prozent Marktanteil, Windows auf 35 Prozent. (gpi, derStandard.at, 02.01.2013)

  • Windows 8 scheint es weiter nicht zu gelingen, Fahrt aufzunehmen.
    foto: derstandard.at/pichler

    Windows 8 scheint es weiter nicht zu gelingen, Fahrt aufzunehmen.

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