Sprachförderung: Kurz fordert Modellprojekt an 50 Schulen

2. Jänner 2013, 13:38

Staatssekretär Kurz will mit Kursen in Wien starten - Unterrichtsministerium: Außer Grundsatzeinigung nichts Neues

Wien - Kinder mit Sprachdefiziten sollen künftig Intensivkurse erhalten, entweder vor Schuleintritt oder begleitend an den Schulen, sagt Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz (ÖVP) im Ö1-Morgenjournal am Mittwoch. Das Angebot soll es in einem ersten Schritt an 50 ausgewählten Standorten in Ballungszentren geben.

Abtausch mit Ganztagsschule

Kurz: "Ich bin froh, dass wir uns mit der Bildungsministerin und dem Koalitionspartner nicht nur darauf geeinigt haben, dass es mehr Ganztagsschulangebote geben soll, sondern dass es vor allem auch darum geht, auf die sprachliche Frühförderung einen Schwerpunkt zu setzen."

Bildungsministerin Claudia Schmied (SPÖ) sieht außer einer Grundsatzeinigung nichts Neues, derzeit werden Vorschläge noch erarbeitet, heißt es aus dem Bildungsministerium.

Vorschuljahr

Für Kurz geht es um Deutsch-Intensivkurse in zwei Bereichen: "Einerseits ein Vorschuljahr für Kinder, die nach dem Kindergarten noch nicht fit in der Sprache sind. Und zum Zweiten eine massive Sprachförderung im Rahmen von geblocktem Unterricht in alternativen Sprachklassen für Quereinsteiger, die frisch nach Österreich zuwandern, ohne die Unterrichtssprache zu beherrschen."

Ab Schuljahr 2013/14

Nun sollen die Schulen bestimmt werden, an denen ab dem Schuljahr 2013/14 diese speziellen Deutschkurse angeboten werden. Kurz: "Wenn es nach uns geht, dann sollte man vor allem dort anfangen, wo der Bedarf besteht. Das ist ganz klar in Wien und in den Ballungsräumen." Es gebe in "ziemlich allen" Landeshauptstädten Bereiche mit massiven Anteilen von Kindern, die nicht Deutsch als Muttersprache bzw. Sprachdefizite hätten. Dabei gehe es aber nicht nur um Kinder, die gerade mit ihren Familien zugewandert sein oder Migrationshintergrund hätten. Es gebe auch viele Kinder ohne Migrationshintergrund, die Deutsch-Defizite hätten, wenn sie mit der Schule beginnen, sagt Kurz.

50 Standorte

Der Ball liege nun bei Schmied, die über die Umsetzung an 50 Schulstandorten entscheiden müsse, "am besten in Absprache mit uns", so der Integrationsstaatssekretär.

Im Büro von Schmied will man noch nichts zur konkreten Umsetzung der Sprachförderung sagen. Es gelte die Anfang Dezember erzielte grundsätzliche Einigung auf einen Ausbau der Sprachförderung an den Schulen, nun werde "seriös an einem ordentlichen Projekt gearbeitet", heißt es gegenüber der APA. Gegenüber dem Ö1-Mittagsjournal betonte das Unterrichtsministerium, dass es bis auf eine Grundsatzeinigung, keine neuen Ergebnisse gibt. Die von Kurz angeführten 50 Schulstandorte seien frei erfunden. Die Neuregelung der Sprachförderung befindet sich noch im Projekt-Stadium. (red, derStandard.at, 2.1.2013)

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verstehen unsere politkasperl wirklich nicht warum sich niemand für ihr theater interessiert?

der eine verkündet eine einigung (die sinn zu machen scheint) und die partei mit der die einigung zustande gekommen schien dementiert sofort. (gefühlt kommen von 100 övp vorschlägen 1,5 sinnvolle, alles andere sieht nach lobbymarionettenselbstbereicherungundmachterhaltungs zeug aus)

Zwangssprache
ist wie Zwangsreligion abzulehnen .

Es gibt ja da noch ein Problem:

die Kinder (die noch nicht so gut deutsch können) können oft wunderbar lesen. Aber wenn man sie fragt: du was heisst denn....... (nenne das Wort), schauen sie dich gross an und schütteln mit dem Kopf. Sie können es lesen, wissen aber nicht, was es bedeutet. (z.B. Wasserfall, Baugrube, Waldlichtung, etc.)

nein. das können die nicht.

woher haben sie denn so was?

lesen können heisst, ein wort lesen und verstehen zu können. und das heisst auch das wort und das was es bedeutet wiedergeben zu können.

Zweiten eine massive Sprachförderung im Rahmen von geblocktem Unterricht in alternativen Sprachklassen für Quereinsteiger, die frisch nach Österreich zuwandern, ohne die Unterrichtssprache zu beherrschen.

Das läuft längst! In der VS bekommen diese Kinder 11 Stunden Sprachförderung pro Woche, d.h. sie werden 11 von 22 Wochenstunden aus dem Klassenverband herausgenommen und erhalten einen intensiven Sprachkurs. Diese 11 Stunden sollen allerdings nicht die Turn-, Musik-, Zeichen- oder Werkstunden sein, was dazu führt, dass diese Kinder kaum am regulären Unterricht teilnehmen. Vor allem in der ersten Klasse beim Schreib- und Lesenlernen fatal!
Am Ende des Schuljahres sollen sie dann allerdings in die nächste Schulstufe aufsteigen.

So neu ist die Idee nicht! Es gebricht an Personalresourcen, an Schulausstattung,...

In der ersten
Klasse läuft die Sache sehr integrativ! Die Kinder fehlen mitnichten in den Stunden der Buchstaben-Laut-Erarbeitung. Dafür werden eben auch die 11Stunden verwendet, die zweite Lehrperson ist für Hilfestellung und Extrabetreuung vorhanden.
Man kann in Kleingruppen Wortschatzerweiterung anbahnen, die Kinder vermehrt und personenbezogen fröhlich loben, kurz, das Werkel rennt.

In jeder Schule versucht jeder Mensch das Bestmögliche aus der vorhandenen Situation zu machen , ob das nun Außenstehende glauben oder nicht.

Es wäre zu begüßen, fänden sich wirkliche Auskenner bei der obrigkeitlichen Wegfindung.!!!!!

Ich habe gerade eine erste Klasse VS und weiß, wovon ich rede! Der 11stündige Sprachförderkurs findet nicht integrativ statt (wie ich es sehr gern hätte!!!), sondern so, wie ich es beschrieben habe: Die Kinder werden 11 Stunden herausgenommen, und es dürfen nicht die Werk-, Zeichen-, Musik- und Turnstunden sein!

HI! Ich hab unsere Schule beschrieben....LG ente

Dann läuft es bei euch besser als bei uns.
Früher konnten wir die Stunden auch integrativ einteilen, aber seit sie als "Sprachförderkurs" ausgewiesen werden müssen und klassenübergreifend stattfinden, sind sie mehr Belastung als Hilfe.
Integrativ habe ich 2 Stunden in der Woche Unterstützung von einem Begleitlehrer - und in meiner Klasse haben 2 Schüler Deutsch als Muttersprache!

Ja, das ist mir auch aufgefallen.

Als Lesehilfe gehe ich ehrenamtl.in eine solche VS und da gehen oft Kinder zu diesen Intensivkursen weg. Aber es dürften immer die Deutschstunden oder so sein, denn dann sind für mich fast keine Kinder vorhanden. Eine Zeichen-oder 'Turnstunde ausfallen zu lassen, würde sicher nicht so viel ausmachen.

Schön, dass wir auf die Immigranten so eingehen!

Das muss sein, die Realität ist eben so!

mh? .... kalte Kartoffeln

Der Ball liege nun bei Schmied, die über die Umsetzung an 50 Schulstandorten entscheiden müsse, "am besten in Absprache mit uns", so der Integrationsstaatssekretär.

Da war der Kurz wohl noch im Kindergarten: Was der wichtige Integrationsstaatssekretär heute an massiver Sprachförderung WIEDER einführen will, hat vor mehr als 20 Jahren bereits Unterrichtsminister Rudolf Scholten eingeführt – und die Tante Gehrer gleich nach ihm in ihrer grauenhaft dümmlichen Weitsicht wieder eingespart.

:-)

das

Engagement von Kurz wird um keinen Millimeter geschmälert, wenn irgendwann in der Vergangenheit ein roter Minister etwas eingeführt hat, was eine schwarze Ministerin wieder eingespart hat - vor allem, wenn Kurz von der roten Unterrichtsministerin durch unterkühlte Meldungen wieder runtergebremst wird.

Es könnte aber auch sein, dass die Vorhaben von Kurz nicht so durchdacht sind,

als die ÖVP vorgibt. Und es deshalb von Schmied "herabgebremst" wird. Könnte es viell. sein, dass ein Mann in seinem Alter noch gar nicht so viel Erfahrung haben könnte, um diesem schwierigen Thema gewachsen zu sein?

Wieso es zu einem rein schulischen Problem machen?

Der Allgemeine Konsens scheint zu sein: "Die Kindern müssen dazu in der Lage sein, die Deutsche Sprache zu beherrschen, um nicht als Bildungsopfer, ohne Perspektive zu stranden."

Es gibt Millionen Menschen in diesem Land, die Sprache und Wissen vermitteln könn(t)en, und im Vergleich dazu eine nicht zu unterschätzende Minderheit, die sie lernen könn(t)en, wenn man sie erreicht.

Warum also nicht groß angelegte Plattformen, wo man Angebot und Nachfrage zusammen bringt, egal wie die Unterstützung auch ausfällt. Lesepaten, private Lerngruppen, Nachmittagsbetreuung durch Eltern, ... Grenzen gibt es da nicht.

Dank Internet, wird sich so etwas doch organisieren lassen, wie ich meine. Kost jo nix. ;-)

eben! es ist kein rein schulisches problem. sondern ein

primär familiäres. und wen wollen sie denn da noch einspannen?

Die Frage nach dem begrenzen auf das rein schulische, stelle ich übrigens deshalb, weil es lt. Statistik sehr viele Jugendliche und junge Erwachsene gibt, die aus dem Schulsystem draussen sind, und so garkeine Chance haben. Auch ein Symptom von nicht funktionierender Integrations-Politik, so es sie denn jemals in Ausreichender Form gegeben hat.

Auch diese müssten erreicht werden, wiederum durch Patensysteme, Mentoring, usw. Da hat die Politik allein kein Leiberl, und in der Richtung habe ich auch noch keine Lösungen gehört / gesehen / gelesen. Man weiß, es gibt sie, was dagegen getan werden soll, weiß keiner. Also wäre es doch der Überlegung wert.

Autoritäre Unterordnung

Normierungswahn autoritärer Politik .

In halbwegs toleranten Staaten bleibt es
dem Einzelnen oder einer Gemeinschaft überlassen ,
die eigene Sprache zu wählen .

Es schadet ja nicht mehrere Sprachen zu beherrschen bzw zu verstehen.
Sehen sie doch nicht alles gleich als Diktatur!
Ein milderer Blick aufs Leben macht mehr Freude und setzt Energien frei etwas Gutes zu tun.

Bitte aber dann nicht jammern wenn man keinen Job bekommt ohne Schulabschluss und Kenntniss der deutschen Sprache.

In toleranten Staaten mit einer offenen Gesellschaft
können Menschen unabhängig von ihrer Sprache
arbeiten .

wo?

in den usa vielleicht? wo ich in chinatown ohen ein wort englisch zu können locker leben kann? oder was meinen sie?

Ich stell mir gerade vor wie sich jemand bei einem österreichischen Callcenter ohne Kenntnis der deutschen Sprache bewirkt. Ihre Idee funktioniert nicht, denn wo Menschen miteinander arbeiten oder Dienstleistungen an Kunden verkaufen muß es einen gemeinsame Sprache geben, und das ist bei uns halt doch noch größtenteils Deutsch.

Fragen sie einmal z.B. die Schweizer , in US Amerika oder in Indien .
Selbstverständlich funktioniert Sprachenvielfalt

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