Fernsehen 2013: Mit "Mister A. Zombie" in ein dichtes Serienjahr

1. Jänner 2013, 19:26
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Untote, verdeckte Spione, eine frühreife New Yorkerin: Auf TV-Junkies wartet ein weiteres ereignisreiches Jahr - Die wichtigsten US-Serienstarts

Wien - Real gewordene Serienwelt: Nachdem ihr Kandidat, Mr. A. Zombie, die Präsidentschaftswahlen nicht gewonnen hat, ordnet der US-Sender AMC die Untoten aus der Serie The Walking Dead wieder ihrem eigentlichen Programmauftrag zu: Den Zuschauer verlässlich zu gruseln.

Die Aktion mit dem monströsen Kandidaten galt keineswegs als Parodie auf die US-Politik, sondern als Protest gegen ein Satellitennetzwerk, das die Zombieserie aus dem Programm kippte. Der Konflikt ist inzwischen beigelegt, AMC strahlt wieder, die Zombies erschrecken ab Herbst 2013 in der vierten Auflage.

"The Walking Dead" ist nur eine unter vielen mit Spannung erwarteten US-Serien. Fernsehjunkies dürfen sich auf ein ereignisreiches Jahr freuen: Das Niveau ist anhaltend hoch, die Dichte der Neuerscheinungen ebenso.

Zuerst zu den Wiedergängern: Wieder kein Kuss der Muse ereilt ab 13. Jänner Hank Moody in Californication. Nicht auf Dauer durchhalten konnte Laura Dern den Zustand der Erleuchteten in Enlightened. Dazwischen sah sie ganz schön verzweifelt aus, in der zweiten Staffel ab 13. Jänner. Ein früher Höhepunkt des Serienjahres steht selbentags ebenfalls auf HBO am Programm: Die Fortsetzung von Girls, derzeit trendigste unter den US-Serien. Showtime setzt am 13. Jänner mit House of Lies fort. Dallas startet ohne Larry Hagman am 28. Jänner in die zweite Saison. Neues von Homeland und Dexter verspricht Showtime ab Herbst. Mad Men, Boardwalk Empire, Treme und The Newsroom sind noch ohne Termin.

Seinen letzten Auftritt hat Bryan Cranston im Finale von Breaking Bad im Sommer. Eine der schwärzesten Serien hat dann ihr Ende. Den Abschied erleichtern eine Reihe vielversprechender Neueinsteiger. Die aufsehenerregendste Serienpremiere liefert 2013 bezeichnenderweise nicht das Fernsehen, sondern die Webplattform Netflix. 13 Folgen von House of Cards sind am 1. Februar zu sehen, danach jederzeit abrufbar. Die Politserie von David Fincher ("The Social Network") mit Kevin Spacey ("American Beauty") wird in der Händlerszene als mögliche Trendumkehr genau beobachtet: Erst am 4. Februar startet sie im "herkömmlichen" Fernsehen, für Abo-Kunden auf Sky auch hierzulande.

Wie Carrie Bradshaw vor "Sex and the City" war, zeichnen die Carrie Diaries ab 14. Jänner auf. Am 17. Jänner wird sich zeigen, ob Charlie Sheen in Anger Management einmal mehr Zorn in Quote umwandeln kann. Schafe im Wolfspelz sind jedenfalls The Americans, wenngleich mit politischem Hintergrund: KGB-Spione führen in den 1980er-Jahren ein unentdecktes Leben in Washington. Jonathan Rhys Meyers ("The Tudors") wird Dracula. Menschenleben haben auch Hannibal, Bates Motel und die Serienversion von The Legend of Sleepy Hollow am Gewissen. Und Ridley Scott ("Prometheus") führt im Pilotfilm von The Vatican Regie. (Doris Priesching, DER STANDARD, 2.1.2013)

  • Serienhelden des Jahres 2013: Zombies erschrecken in "The Walking Dead".
    foto: reuters/mike blake

    Serienhelden des Jahres 2013: Zombies erschrecken in "The Walking Dead".

  • Laura Dern hofft ein weiteres Mal auf Erleuchtung in " 
Enlightened".
    foto: hbo

    Laura Dern hofft ein weiteres Mal auf Erleuchtung in " Enlightened".

  •  Bryan Cranston setzt beim Finale von "Breaking Bad" 
alles auf eine Karte.
    foto: ap/amc/ursula coyote

    Bryan Cranston setzt beim Finale von "Breaking Bad" alles auf eine Karte.

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