Pfändertunnel: Staus noch bis in den Sommer

Sanierung der zweiten Röhre soll laut Asfinag vor Festspielbeginn beendet sein

Bregenz - Der Pfändertunnel steht ganz oben auf der ewigen Hitliste des Verkehrsfunks. Stimmt, es vergehe kein Tag ohne Staumeldung, sagt Asfinag-Sprecher Alexander Holzedl: "Der tägliche Stau ist Realität." Der Tunnel durch den Bregenzer Hausberg verbindet die Landeshauptstadt mit dem Leibachlachtal und Deutschland. Im Sommer 2012 wurde die zweite Röhre eröffnet und die alte Röhre wegen Sanierung geschlossen, so blieb der Stau trotz Erweiterung.

Stau länger als Tunnel

Regelmäßig wie die Tagespendler kommt die Blechlawine; morgens und abends misst der Stau zwischen einem und drei Kilometern. In den Wintermonaten, wenn die deutschen Nachbarn auf die Vorarlberger Skipisten wollen, staut es auch an den Wochenenden. Dann kommt es auch zur Blockabfertigung, "aus Sicherheitsgründen", wie Holzedl sagt, "und zwar, wenn der Stau über die Tunnellänge von 6,7 Kilometer hinaus reicht" . Rekordlängen erreicht der Stau nur "nach Vorfällen" (Holzedl), wie starken Schneefällen auf der deutschen Autobahn vor zwei Jahren - da war der Stau sogar zehn Kilometer lang.

Unfallhäufungen in der neuen Tunnelröhre wie sie im Sommer 2012 auftraten, gehören der Vergangenheit an, seit eine haptische Trennlinie eingebaut wurde, sagt Alexander Holzedl. Mit einer Bilanz von einem tödlichen Unfall, sieben Crashs mit Verletzten und zwölf Sachschäden liege man im Jahresdurchschnitt.

Der Grund für den Stau ist temporäre Überlastung des Tunnels. Die Kapazität reicht für 2000 Fahrzeuge pro Stunde. Es fahren aber bis zu 30.000 Fahrzeuge täglich durch den Pfänder. Seit Juni des Vorjahres wurde der Autobahntunnel um eine zweite Röhre ergänzt. Das Nadelöhr blieb aber für ein weiteres Jahre erhalten, weil die alte Röhre saniert werden muss. "Ende Juni, Anfang Juli, auf jeden Fall aber vor dem Beginn der Festspiele" werden beide Röhren wieder für den Verkehr freigegeben, versichert Holzedl. Die Kapazität wird sich mehr als verdoppeln. Bei einer Verkehrsprognose von 40.000 Fahrzeugen pro Tag dürfte der Stau Vergangenheit sein, vermutet der Asfinag-Sprecher.

Bludenz fürchtet Verkehr

Der zusätzliche Verkehr macht aber nicht nur Bregenzer Stadtpolitikern Kopfzerbrechen, die eine weitere Belastung der Stadtstraßen durch Vignettensparer erwarten. Mehr Verkehr durch den Pfänder führe zur Mehrbelastung am anderen Ende der Autobahn, in Bludenz, befürchtet die SP-Landtagsabgeordnete Mirjam Jäger-Fischer. Bereits jetzt sei der Knoten Bludenz-Montafon an Winterwochenenden überlastet. Sie will nun in einer Landtagsanfrage Auskunft über geplante Maßnahmen gegen die Stauverlagerung nach Bludenz. (Jutta Berger, DER STANDARD, 2.1.2013)

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