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Anders Jacobson strahlt in allen Lagen.

Anders Jacobsen unter Beobachtung der Kampfrichter.
Anders Jacobsen ist schuld daran, dass Genesis und nicht Peter Gabriel durch die mit 20.500 Zuschauern ausverkaufte Arena von Garmisch-Partenkirchen donnerte. "I can't dance" ist der Lieblingssong des Norwegers, und Lieblingssongs werden bei der Vierschanzentournee nur für Sieger aufgelegt. Peter Gabriel fiel um die Tantiemen für "Solsbury Hill" um. Denn Gregor Schlierenzauer, der sich diesen Song ausgewählt hatte, verpasste seinen vierten Triumph beim Neujahrsspringen nach 2008, 2010 und 2012 nur um 0,9 Punkte.
Dabei hatte es für den Tournee-Titelverteidiger nach dem ersten Durchgang sehr gut ausgesehen. Der noch 22-jährige Stubaier sprang auf 134 Meter und ging als Halbzeit-Führender in die Entscheidung. Jacobsen, zum Auftakt in Oberstdorf schon klarer Sieger vor Schlierenzauer, musste in der Luft ordentlich korrigieren, um einen Sturz zu vermeiden. Seine 131 Meter reichten zum neunten Platz, die Jury zeigte sich bei den Punkteabzügen in den Haltungsnoten gnädig.
Im Finale setzte der 27-Jährige aus Honefoss alles auf eine Karte und segelte auf 143 Meter. Den Schanzenrekord des Schweizers Simon Ammann, der überraschend im ersten Durchgang ausgeschieden war, verpasste er nur um 0,5 Meter. Schlierenzauers Konter (136,5) reichte nicht, die Jury hatte seinen stilistisch einwandfreien Sprung um zwei Punkte schlechter als den weiten Satz von Jacobsen bewertet.
"Das ist total krank. Mein zweiter Sprung war einfach perfekt", sagte der Triumphator, der in der Tournee-Gesamtwertung mit einem Vorsprung von 12,5 Punkten auf Schlierenzauer zum dritten Springen nach Innsbruck (4. Jänner) fährt. Schlierenzauer, der die Führung im Gesamtweltcup verteidigte, war naturgemäß ein wenig zerknirscht. "Mein Sprung war nicht schlecht, wenn auch ein bisschen zu spät. Wir haben aber noch einige Reserven, und jetzt kommt mein Wohnzimmer Bergisel." ÖSV-Cheftrainer Alexander Pointner nahm nicht direkt auf die Jury-Bewertung von Jacobsen und Schlierenzauer Bezug, sagte aber: "Ich weiß nicht, ob da der eine oder andere zu Silvester zu lange ausgegangen ist."
Den norwegischen Vormarsch komplettierten Anders Bardal (3.) und Tom Hilde (4.). Das hervorragende Mannschaftsergebnis feierte das Team noch im Auslauf, und Norwegens Cheftrainer Alexander Stöckl, ein Tiroler, war aus dem Häuschen. Die Konkurrenz spekuliert mit speziellen, neuartigen Sprungstiefeln, die das Erfolgsgeheimnis der Norweger sind. "Man muss kein blindes Huhn sein, um zu sehen, dass sie seit der Tournee auf einmal so konstant springen", sagte Schlierenzauer. "Die Verantwortlichen müssen sich das anschauen." Tun sie das, stoßen sie auf eine verstärkte Zunge in den Sprungstiefeln, die Norweger experimentieren damit seit Sommer, nur Jacobsen und Hilde benützen das neue Material.
Für das ÖSV-Team setzte es in Garmisch - an den Erfolgen der vergangenen Jahre gemessen - eine zünftige Niederlage. Nur vier Springer schafften es ins Finale. Thomas Morgenstern, in Oberstdorf noch gescheitert, wurde als zweitbester Österreicher Elfter.
Kofler kiefelt
Andreas Kofler musste nach seiner Disqualifikation in Oberstdorf den nächsten Rückschlag hinnehmen. Der 28-jährige Stubaier landete nur auf Platz 19. Die umstrittene Anzugregel hat Kofler, der mit zwei Saisonsiegen als Mitfavorit zur Tournee gereist war, nachhaltig verunsichert. Nur zwei Zentimeter dürfen seit dieser Saison zwischen Körper und Anzug des Athleten liegen. Der ursprünglich achtplatzierte Tiroler überschritt diese Grenze, die den Auftrieb der Springer in der Luft regulieren soll, deutlich. Um vier Zentimeter mehr Platz als erlaubt soll Koflers Bauch im Anzug gehabt haben. (David Krutzler aus Garmisch-Partenkirchen, DER STANDARD 1.1.2013)
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So wie sich der "neue Wunderschuh" anhört, klingt es nicht nach einer bahnbrechenden Entwicklung. Hilde und Jacobsen, die das verwenden, glauben jedenfalls dran und die anderen Springer verunsichert es. Ein psychologischer Kleinkrieg, der bei den Österreichern aber hervorragend funktioniert. Der Schlieri macht sich öffentlich darüber Gedanken und die Zeitungen sind damit voll damit. Die Norweger haben damit ihr Ziel erreicht.
Hier ist der "Wunderschuh" und dessen sehr banale Wirkung ganz gut beschrieben:
http://www.spiegel.de/sport/win... 75317.html
Vermutlich wäre mit einer Knöchelbandage und engen Schienbeinschonern auch so ein ähnlicher Effekt erzielbar.
Hier die Lösung: Man muss nur die Events von München und Partenkirchen verbinden, dann hat man's: Der Parallelskisprung!
Zwei Springer fahren gleichzeitig los, wer am weitesten fliegt und sich nicht hinlegt, kommt eine Runde weiter. Haltungspunkte sind doch eh ein Witz, warum soll eine Landung mit versetzten Beinen besser sein als eine mit parallelen?
Man braucht halt nur ein wenig breitere Schanzen und schon hat man einen spannenden und fairen Bewerb.
Ich verstehe einfach nicht, warum die Österreicher es nicht akzeptieren können, wenn jemand anderes besser ist. Seit Jahren dominieren die Österreicher den Springzirkus, zwischenzeitlich war Simon Amman mal besser und jetzt (immerhin für 2 Springen) Anders Jacobsen. Schon suchen alle (vor allem allerdings die Reporter) nach einem unfairen Vorteil. Es gibt keinen Artikel in keiner einzigen Zeitung, wo das nicht erwähnt wurde. Aus den Interviews lässt sich allerdings entnehmen, dass Athleten und Trainer dem nicht so viel Bedeutung beimessen.
Mich stört dieser verkrampfte und unehrliche Patriotismus beim Sport und ich genieße auch die langen Gesichter, wenn einmal ein anderer gewinnt;-)
Ansonsten ein wirklich sehr spannendes Springen!!
das gehört zum sport dazu, dass man beim gegner einen vorteil nicht einfach so "akzeptiert", sondern alles tut, um
a) diesen vorteil auch zu kriegen oder
b) verbieten zu lassen bzw.
c) einen eigenen vorsprung irgendwo herauszuholen
und wenn die norweger keinen vorteil haben, dann lachen die sich sowieso ins fäustchen, wenn die gegnerschaft im dunkeln sucht.
aber was solls, das material und dessen entwicklung gehört halt nun mal zum schispringen dazu.
da wird dann halt ein wenig um sich geschlagen. das funktioniert auch in die andere richtung. kann mich noch gut an die aufregung rund um das österreichische wunderwachs erinnern. muss 80er/90er gewesen sein. auf jeden fall haben da halt alle anderen aufgeschrien.
da bei sowas immer die guten, die, die überholt werden, zuerst schreien, ist klar, dass dies in den letzten jahren immer die österreicher sind. die kehrseite der medaille. :-)
Passt schon, Ihr Kommentar. Aber Achtung, das Wunderwachs hatten die "Anderen"! Der ÖSV Cheftrainertrainer damals war ein gewisser Bartsch, der die Rückstände seiner Abfahrer mit dem Wunderwachs der Schweizer und Italiener begründete! Unsere Abfahrer hatten dafür vor zwei Jahren "pfeifende Anzüge" als Erfolgsrezept...
Brown GP war in der Formel 1 auch nur ein Jahr lang erfolgreich...dank dem Materialvorteil. Irgendwann haben dann (wie beim damaligen Brown GP und bei Amman) alle dieses neue Material und dann zählt ist der Materialvorsprung eben verpufft.
Beim aktuellen Materialvorteil der Norweger kann ich nicht beurteilen, ob es überhaupt ein Vorteil ist. Vermutlich nicht. Wichtig ist doch nur, dass die Norweger dran glauben und die Österreicher davon verunsichert werden -> psychologische Kriegsführung seitens der Norweger sozusagen: macht durchaus Sinn bei einer Vierschanzentournee, wo jeder Sprung entscheidend ist.
das würd ich so nicht sagen.
der sieg von jacobsen in oberstdorf wurde hier von allen gewürdigt und anerkannt. und auch jetzt gönnt man jacobsen den sieg.
es ist aber fakt, dass schlierenzauer durch die schlechte benotung der sieg gestohlen wurde. nur darum geht es.
keiner redet die leistung jacobsens schlecht-im gegenteil.
aber die punkterichter darf u. muss man nun mal kritisieren.
gerade bei so einem event und wo es um den gesamtsieg geht, sollte es doch fairer zu gehn.
Schlierenzauer und Jacobsens Fast-Sturz beide mit 16 bewertet, das war dann letztendlich der Punkteunterschied, wenn man sich's genau durchrechnet.
Das war schon eine indiskutable Punkterichter-Leistung von dem Typen.
der us-punkterichter hat den fast-absturz mit 17.0 bewertet, übrigens die niedrigste wertung aller sprungrichter (3x 17,5 in wertung).
schlierenzauer für den ersten 18,0 bekommen, für den zweiten 18,5.
nur weil die orf-ler glauben, den sündenbock gefunden zu haben, heißt das noch lange nicht, dass das gesuder substanz hat.
Können Sie mit Ihrem Hätti-Wari-Täti-Todschlagsargument Araquins recht nüchterne Feststellung entkräften? Nein, nicht wirklich oder?!
Die Punkterichter haben diesmal den Ausschlag gegeben. Mich wundert wohl, dass es ob dieser Leistung der feinen Herren nicht mehr Aufregung gibt.
In diesem Zusammenhang ist jedoch auch festzuhalten, dass beim 1. Springen der österreichische Punkterichter nicht ganz bei Sinnen war und mehr oder weniger peinlich pro Austria gewertet hat. Nur war dieses Fehlverhalten halt nicht entscheidend für den Tagessieg - im Gegensatz zu den Vorgängen beim 2. Springen.
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