Mehrere Verletzte bei Neujahrsfeiern in Österreich

Verirrte Raketen, Detonationen am Boden, vermeintliche Blindgänger und ein Fehlalarm wegen eines Heiratsantrages

Goldegg/Innsbruck/Wien - Die Silvesterknallerei hat in der Nacht auf Dienstag in Österreich mehrere Verletzte gefordert. Beim Versuch ein Feuerwerk zu zünden ist ein 35-jähriger Mann in Goldegg im Salzburger Pongau von einer Rakete schwer am Auge verletzt worden. Der Mann zündete gegen Mitternacht in der Nähe seinen Wohnhauses die Lunte für eine Feuerwerksbatterie und beugte sich dazu mit dem Oberkörper über die Abschussbox.

Bevor er sich entfernen konnte, zündete das Feuerwerk. Der 35-Jährige wurde von zumindest einer Rakete im Bereich des rechten Auges getroffen. Nach der Erstversorgung durch den Notarzt wurde der Verletzte in der Augenklinik Zell am See am Auge operiert. Er erlitt durch den Feuerwerkskörper schwere Verletzungen beim rechten Augapfel, eine Rissquetschwunde an der Stirn und einen Bruch des linken Mittelfingers.

"Einsatzreiche" Nacht in Tirol

Der Start ins Jahr 2013 hat auch für einen 57-jährigen Mann in Tirol mit schweren Kopfverletzungen geendet. Beim Entzünden einer Feuerwerksbatterie in Jenbach (Bezirk Schwaz) explodierte diese. Er und ein 49-jähriger Kollege wurden einige Meter weggeschleudert. Nach Angaben der Polizei von Dienstag wurde der Ältere von mindestens einer Rakete im Gesicht getroffen und erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma. Nach der Erstversorgung wurde der Mann in die Uni-Klinik Innsbruck eingeliefert. Auch der 49-Jährige wurde dabei im Gesicht verletzt, allerdings leicht.

Allgemein verlief der Beginn des neuen Jahres in Tirol aus Sicht der heimischen Leitstelle "einsatzreich". Insgesamt wurden nach deren Information von 20.00 bis 6.00 Uhr landesweit 439 Alarmierungen und sogenannte Dispositionen verzeichnet, wovon 361 auf den Rettungsdienst Tirol fielen.

Das Rote Kreuz registrierte im Zuge des Bergsilvesters in Innsbruck 22 Versorgungen, teilte die Organisation in einer Aussendung mit. Über 23.000 Menschen tummelten sich in der Innenstadt und erlebten das Feuerwerk. Im Vergleich zum Vorjahr wurde mit den Einsätzen in den Sanitätsdienstzelten eine leichte Steigerung der Versorgungszahlen verbucht, hieß es. Elf Patienten seien zur weiteren Behandlung in die Klinik Innsbruck transportiert worden.

Die Feuerwehr von Kössen im Tiroler Bezirk Kufstein rückte indessen am Montag nach einem Fehlalarm aus. Eine Zeugin hatte aus der Ferne ein Feuer vermutet, deshalb rief sie den Notruf, teilte die Polizei am Dienstag mit. In Wahrheit handelte es sich um in der Form eines Herzens aufgesteckte Fackeln, mit denen der Grundbesitzer am Silvesterabend seiner Freundin einen Heiratsantrag gemacht hatte.

Gesichtsverletzungen auch in Kärnten

In Ebenthal bei Klagenfurt wurde ein 31 Jahre alter Mann aus Steindorf am Ossiacher See (Bezirk Feldkirchen) schwer verletzt. Er hatte in einem Lokal gefeiert, als ein Unbekannter an der Theke eine sogenannte Luftschlangen-Kanone zündete. Ein Teil des Knallkörpers traf den 31-Jährigen im Gesicht. Er musste mit einer schweren Netzhautverletzung ins Klinikum Klagenfurt gebracht werden.

In der Gemeinde Zell Pfarre (Bezirk Klagenfurt) feierte eine Gruppe aus der Steiermark den Jahreswechsel in einem Wochenendhaus. Als ein 19-Jähriger aus dem Bezirk Voitsberg gegen Mitternacht vor dem Haus eine Rakete abschießen wollte, kam es zu einem Zwischenfall. Der in einem Kunststoffrohr stehende Feuerwerkskörper hob nicht ab, sondern detonierte am Boden. Der Steirer wurde im Gesicht und an einer Hand verletzt, er wurde von der Rettung ins Spital gebracht.

In einem Klagenfurter Wohnhaus kam es zu einem Balkonbrand durch eine verirrte Rakete. Das Feuer konnte aber schnell gelöscht werden. Es entstand nur geringer Sachschaden.

Auch in Wien hat einen "verirrte" Rakete in einer Wohnung in der Hamburger Straße in Wien-Margareten einen Brand ausgelöst: Mehrere Personen wurden kurz nach Mitternacht von der Feuerwehr aus dem verrauchten Haus in Sicherheit gebracht, da ihnen der Fluchtweg abgeschnitten war. 20 Patienten wurden von der Rettung versorgt, acht davon kamen mit schweren Rauchgasvergiftungen ins Spital. Insgesamt wurden in der Neujahrsnacht 21 Personen nach Bränden in Krankenhäuser eingeliefert. Am Montagnachmittag fiel ein Feuerwehrmann im Dienst aus einem Fenster.

Blindgänger in Vorarlberg aufgesammelt

Feuerwerkskörper forderten auch in Vorarlberg Verletzte. In Gaschurn im Montafon erlitt ein 13-jähriger Bub Verletzungen an den Händen und im Gesicht. Der 13-Jährige hatte nach dem Silvesterfeuerwerk diverse Blindgänger von der Straße aufgesammelt. Als er sie anzünden wollte, explodierte ein Feuerwerkskörper in seinen Händen. Der Schüler wurde ins LKH Feldkirch eingeliefert. In Feldkirch wurde eine Frau durch einen Knallkörper am Kopf verletzt. Insgesamt wurden von der Polizei in Vorarlberg 16 Anzeigen nach dem Pyrotechnikgesetz erstattet und drei Organmandate ausgestellt.

Ob der Fall von fünf komplett ausgebrannten Fahrzeugen auf einem Parkplatz nahe der Haupteinfahrt der Saline Ebensee (Bezirk Gmunden) im Zusammenhang mit gezündeten Feuerwerkskörpern steht, konnte die Polizei am Dienstag noch nicht bestätigen. Verletzt wurde dabei niemand, berichtete die FF Ebensee in einer Pressemitteilung am Dienstag. Die brennenden Fahrzeuge waren unter einem Flugdach geparkt. Während die Flammen mittels Schaumteppich gelöscht wurden, kühlte und belüftete die Feuerwehr ein daneben liegendes Gasventil, um eine Explosion zu verhindern. (APA/red, 1.1.2012)

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