Nordkorea zu "wirtschaftlichem Riesen" machen

1. Jänner 2013, 09:49

Kim Jong-un kündigt "radikalen" Wandel an - Bessere Lebensbedingungen für Bevölkerung oberstes Ziel

Pjöngjang/Seoul - Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hat sich für einen " radikalen" Wechsel in der Politik seines seit Jahrzehnten abgeschotteten Landes ausgesprochen. Die Verbesserung der Lebensbedingungen der Bevölkerung erklärte er zum obersten Ziel im neuen Jahr und rief zum Ende der Feindschaft mit Südkorea auf. 2013 werde ein Jahr "großer Schöpfungen und Veränderungen sein, die einen radikalen Umschwung bewirken", sagte Kim am Dienstag in der ersten Neujahrsansprache eines Herrschers des stalinistisch regierten Landes seit 19 Jahren.

Es war die erste Neujahrsbotschaft eines nordkoreanischen Machthabers, seitdem sich Kim Jong-uns Großvater Kim Il-sung 1994 an die Öffentlichkeit wandte. Der als Staatsgründer verehrte Diktator starb 1994. Dessen Sohn und Nachfolger Kim Jong-il hatte so gut wie nie öffentliche Reden gehalten. Unter seiner Herrschaft wurden die Ziele für das neue Jahr in einem Leitartikel der offiziellen Zeitungen umrissen. Nach seinem Tod vor einem Jahr wurde sein Sohn zum neuen Machthaber ausgerufen.

"Radikales Umsteuern" bei Aufbau der Wirtschaft

Kim Jong-un kündigte an, 2013 werde ein "radikales Umsteuern" beim Aufbau der Wirtschaft bringen. Er forderte einen radikalen Umschwung, der das Land zu einem "wirtschaftlichen Riesen" machen und den Lebensstandard der Menschen anheben solle. Landwirtschaft und Leichtindustrie stünden dabei im Zentrum.

Der erfolgreiche Start einer Weltraumrakete in Nordkorea im Dezember soll dabei laut Kim als Ansporn für die Anstrengungen der Menschen dienen. Der Raketenstart war international heftig kritisiert worden. Die USA, Südkorea und andere Staaten sehen in dem Start am 12. Dezember einen verdeckten Test für die Entwicklung von Interkontinentalraketen, die mit Atomsprengköpfen bestückt werden können. Gemäß Uno-Sicherheitsratsresolutionen darf Nordkorea keine ballistische Raketentechnologie verwenden.

Kim sprach sich für ein Ende der "Konfrontation zwischen Nord und Süd(korea)" aus. So könne "die Teilung des Landes beendet und seine Wiedervereinigung erreicht werden". Zugleich forderte er aber die Entwicklung besserer Waffen. Das Land könne sich "nur unter der Bedingung entwickeln, dass es seine militärische Macht in allen Bereichen ausbaut".

Nordkorea hat den Kontakt zur Regierung des scheidenden südkoreanischen Präsidenten Lee Myung-bak abgebrochen. Lee hatte sich von der " Sonnenscheinpolitik" seiner beiden Vorgänger distanziert. Im Februar übernimmt Lees konservative Parteifreundin Park Geun-hye das Präsidentenamt. Die im Dezember gewählte Park will eine Politik des Vertrauens zum Norden aufbauen. Sie fordert aber konkrete Gegenleistungen. (AFP/red, DER STANDARD, 2.1.2013)

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Und das Beste: Es gab sogar eine Form von Arbeiterselbstverwaltung der Betriebe.

Das gibt's - bislang - nicht einmal im freien Westen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Doch gibt es. Kann man auch einfach machen.

Man gründe eine GmbH oder Aktiengesellschaft und verteilt nur an Mitarbeiter Anteile. Diese sitzen dann auch in den Gremien der Gesellschaft. Mit der Kündigung oder Austritt aus dem Unternehmen muss man seine Anteile wieder abgeben. Vertraglich wird es so geregelt, dass immer alle gleich viele Anteile besitzen und keine verkaufen oder kaufen dürfen.

Natürlich tragen dann auch die Mitarbeiter viel mehr Verantwortung und haften auch mit deren Einlage, das will auch keiner.

Vielleicht wäre das auch als Genossenschaft umsetzbar.

Ja, in rudimentären Ansätzen gibt es das. Und sogar dort, wo man es am allerwenigsten erwartet: Nämlich bei einigen Firmen im Silicon Valley.

Ausbaufähig, das.

Allerdings nicht unter Verhältnissen der Kapitalkonzentration in immer weniger Händen und wahrscheinlich auch nicht unter denen der "Privatisierung" von Wissensressourcen alias "geistigem Eigentum".

Und wohlmöglich ein erster kleiner Keim für eine nachkapitalistische Gesellschaft.

Die natürlich nicht in Gestalt eines Steinzeit-"Kommunismus" kommen wird, der als ideologischer Überbau auf kaum entwickelte Ökonomien draufgepropft war, oder, als Folge der 2. Weltkrieges, auch auf entwickeltere Ökonomien.

Die Ausnahme war eben die Jugoslawen, denn die schafften es, sich aus den Blöcken herauszuhalten.

("waren eben", sorry)

ich mag den Knirps irgendwie...

und hoffe gleichzeitig dass er den Film "Red Dawn" nicht anschaut, oder hat er das bereits und wurde inspiriert?

Radikaler Umbau der Wirtschaft.

Ums mal sehr pointiert zu sagen: Ist er jetzt auch draufgekommen, dass man eine Menge Geld macht, wenn man seine Bevölkerung an ausländische Konzerne verschachert?

Die Hackln sicher bis zum Umfallen, die haben noch mehr Gehirnwäsche als im Westen.

aussöhnen werden sich die länder vielleicht, aber eine wiedervereinigung kann ich mir nicht vorstellen.

Perestroika

Schön wärs ja

Die gut gemästete Frühlingsrolle sollte lieber mal darauf schauen, daß sein Volk nicht Gras essen muss...

sexiest man alive!

Ich will auch viel ....

"Leichtindustrie"? Den Begriff gibt es auch? Ich kannte bislang nur "Schwerindustrie". Ist Leichtindustrie alles was nicht Schwerindustrie. Sprich bin ich als Sofwareentwickler in der Leichtindustrie beschäftigt?

... oder in der Weichwarenindustrie? ;-)

Als Softwareentwickler sind Sie in der "Weicheierindustrie".

So schaut es nämlich aus. :-)

Leichtindustrie ist im Prinzip die Konsumgütererzeugung.

Ah! Danke!

"wirtschaftlicher Riese"!?

hahahaaaa!
Soweit wie der Nordpol vom Südpol entfernt!

Solange der Knödl das Land nicht rechtlich befriedet, demokratisch sortiert und er kein Diktator mehr sein will, vl......

Genau wie China, die bringen ja wirtschaftlich auch kein Bein vor das Andere.... ;)

wäre der norden politisch nicht isoliert

würde es dort ganz anders aussehen.

vor 50 jahren ist südkorea auch noch im dreck gesessen.
in asien würd ich mit solchen aussagen vorsichtig sein

Wurden aber massivst von den USA subventioniert und hochgepusht

Genau so wie Taiwan..

Die anderen hingegen werden bis heute noch isoliert und noch schlimmer, aktiv sabotiert.

stimmt - solange die nordkoreanischen kevins und jaquelines nicht per mehrheitsbeschluss bestimmen dürfen wo es langgeht, kann das nix werden....

Und den Stratossphären-Sprung habens gut verdaut?

Cognac oder Zigaretten ...

Was mag ihm aktuell gerade ausgegangen sein?

Das Problem: Südkorea und Nordkorea sind genauso wie seinerzeit die BRD und DDR Puppen des kalten Kriegs.

Auf der einen Seite die USA (Südkorea ist einer der treuesten US- Vasallen überhaupt), auf der anderen CHINA (und vielleicht auch Russland)

Daher kann es erst zu einer Versöhnung kommen, wenn die beiden Großmächte das wünschen.

Im Interesse Chinas ist das sicher - sie könnten ihr regionales Wirtschaftsimperium weiter ausbauen, aus dem selben Grund nicht aber im Interesse der USA.

Das hat nichts mit gut/böse zu tun, sondern mit purer Pragmatik

Den USA wäre es wohl nur recht. Erstens können sie es als Sieg ihres Systems verkaufen. Weiters werden Ressourcen frei die hier gebunden werden.

China wäre es wohl auch recht, mit dem Verbündeten Nordkorea hat man sich ein Ei gelegt. Ein ständiger Krisenherd denn man auch nicht so einfach fallen lassen kann.

Ich glaube Südkorea möchte das nicht wirklich. Eine Wiedervereinigung wäre teuer und langwierig. Außerdem lässt es sich mit einem Feind vor der Tür leichter Politik machen.

Unsinn.

Gerade China hat kein Interesse an einer Wiedervereinigung. Es benötigt Nordkorea als Pufferstaat zur amerikanischen Einflusszone.

An welchem Modell würde sich denn ein vereinigtes Korea orientieren?
Am kommunistischen Hunger- und Verbrecherstaat oder am westlich-kapitalistischen Wohlstandsmodell Südkoreas?

Natürlich wäre eine Wiedervereinigung nur nach der Schließung aller amerikanischer Basen möglich, aber dennoch bliebe natürlich der de-facto Einfluss der USA. Das könnte China so nah am Kernland niemals erlauben.

Wohlmöglich bleibt aber auf Dauer nicht "die Einflusszone der USA".

Denn die ökonomische Luft für imperiale Abenteuer ist mittlerweile ein bissi dünn geworden, und die dominierende Macht in Asien wird China sein.

Möglich. Ich bezweifle das aber. Die USA werden innerhalb der nächsten Jahre mit billiger fossiler Energie überschwemmt.

Das wird einerseits einen wirtschaftlichen Aufschwung auslösen und andererseits militärische Kräfte aus dem Nahen Osten für neue Aufgaben im pazifischen Raum frei werden lassen.

China hingegen wird der eigene wirtschaftliche Aufstieg zum Verhängnis. Eine despotische Diktatur mit einem Extrem-Kapitalismus als Wirtschaftssystem ist hochgradig instabil.

Weite Bevölkerungsteile sind politisch und ökonomisch entrechtet, die Korruption blüht und die Mittelschicht ist bestens über das westliche Demokratiemodell informiert - das weltweit immer noch als erstrebenswert gilt.

Und die chinesischen Machtdemonstrationen (zB gegenüber Vietnam, Japan, etc.) treiben die Nachbarn noch mehr in die Arme der USA.

Wer sollte die Koreaner aufhalten? Niemand wird sie aufhalten wenn sie selber wollen.

Ich habe ja immer schon gesagt,

dass die Vereinigung Nord- und Südkoreas wahrscheinlich früher kommen wird, als die Einführung der Gesamtschule in Österreich!

"nur unter der Bedingung entwickeln, dass es seine militärische Macht in allen Bereichen ausbaut".

???
wie ist das zu verstehen?

Die Generäle dürfen weiterhin US-Filme glotzen

und Hamburger ähhhh... vertilgen.

Man will es wie China mit dem Spagat versuchen, von einer "kommunistischen" Dikatatur zu einer "kommunistischen" Wirtschaftsmacht zu kommen.

Das geht aber nicht, wenn man wie in vielen Ländern geschehen, von Aussen umgedreht wird.

Sonst kommt es zum blutigen Umsturz, was Kim und seinem Militär garantiert nicht schmecken würde.

Solange der 3. Kim nicht genauso launisch ist, wie seine beiden Vorgänger, könnte das wirklich eine gute Sache sein.

nana, spitzt der jetzt auch auf den friedensnobelpreis?

dafür hat er schon zu viele regimekritiker ermorden lassen.

Nein, er führt keinen Krieg.

Gebt ihm doch etwas Zeit!

Annäherung an Südkorea?

Hoffentlich nicht mit Panzern

also kein "Red Dawn" ?

Zumindest hegt er nach außen hin positive Absichten und gesteht sich ein dass es der Bevölkerung nicht so besonders gut geht... das ist ja schon mal was. Na mal schauen, vielleicht lässt sich mit dem Burschen ja ganz gut umgehen. Bleibt nur die Frage offen wie er sein Vorhaben intern verkaufen will, im Hintergrund regieren vermutlich einige Hardliner die das nicht so sehen. Es würde mich vor allem für die Bevölkerung freuen wenn sich eine Annäherung zum Süden und somit eine Verbesserung der Lebensbedingungen erreichen ließe.

Dem werden die Militärs aber was scheißen !!!!

Übersetzungsfehler!

dass Kim Jong-un seine österreichischen genossen um die vorratsdatenspeicherung beneidet, wurde nicht übersetzt.

ebensowenig, dass er die USA für das SWIFT abkommen beneidet.

Er hat den ersten Schritt gemacht, der nächste muß "von uns" kommen, damit er sein Gesicht wahren kann.
Scheiß auf irgendwelche Embargos! Auf, Mitterlehner, pack ein paar Investoren ein und ohne Vorbedingungen nach Pjöngjang!

Ein bisschen Blabla ist kein "erster Schritt".

Genau das Blabla ist der erste Schritt, dann sollte ein Bisschen Blabla in der nordkoreanischen Botschaft kommen und dann soll der Mitterlehner mit Investoren hinfahren. Der Rest wird sich finden. Oder sollma klassisch Tischtennis spielen? Kommt sich aufs selbe raus.

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