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Dass zwar die meisten Bälle in der Hofburg stattfinden, der berühmteste aber der Opernball ist, ärgert Renate Danler nicht. Sie hofft, dass der Wiener Ball wieder immaterielles Kulturerbe wird.
STANDARD: Die meisten Bälle finden in der Hofburg statt, der bekannteste Ball aber ist der Opernball. Wurmt Sie das?
Danler: Ich glaube, dass die Hofburg das schönste Ballhaus weltweit ist. Unsere Räumlichkeiten sind für Bälle am geeignetsten und haben sicher dazu beigetragen, dass diese Balltradition in Wien sich so gut entwickelt hat. Die Staatsoper ist kein Ballhaus, der Opernball ist ein Ball der Staatsoper. Wurmen tut mich das überhaupt nicht, im Gegenteil, mich freut es, dass diese Wiener Balltradition so blüht und gedeiht und weltweit einzigartig ist.
STANDARD: Seit letztem Jahr ist der Wiener Ball nicht mehr Teil des österreichischen immateriellen Kulturerbes der Unesco. Soll sich das wieder ändern?
Danler: Ja, selbstverständlich. Die Wiener Balltradition war kurz geschützt als immaterielles Erbe, aus Gründen, die wir alle kennen ...
STANDARD: Weil auch der Ball des Wiener Korporationsrings auf der Liste stand.
Danler: ... wurde sie 2011 wieder herausgenommen. Es liegt im Interesse aller Traditionsball-Veranstalter vom Juristenball bis zum Kaffeesiederball, dass das wieder realisiert wird. Es laufen hier schon Gespräche. Ich denke, dass es in naher Zukunft wieder eine Aufnahme gibt.
STANDARD: Jedes Jahr zu Silvester hat die Hofburg bisher den Kaiserball veranstaltet, heuer heißt er Le Grand Bal - warum?
Danler: Der Kaiserball ist mit seinem Kaiserklischee ein bisschen in die Jahre gekommen. Er war kein richtiger Wiener Ball, der Kaiser und die Sisi sind aufgetreten - er war schon eher touristisch organisiert. Ich habe mich schon in den vergangenen Jahren mit dem Gedanken getragen, den Ball zu reformieren. Wir haben 22 Bälle in unserem Haus, wir haben uns gedacht, wir müssen es leicht zustande bringen, einen eigenen richtigen Wiener Ball zu machen. Die Generation, die diese Art von Ball wie den Kaiserball liebt, stirbt auch weg, und ich kann Ihnen sagen, wir haben wesentlich mehr Gäste, als wir beim Kaiserball hatten. Es ist jetzt schon ein Erfolg.
STANDARD: Wie viel Veränderung verträgt denn ein Ball?
Danler: Er ist komplett verändert. Sie werden den Kaiserball nie im Le Grand Bal der Wiener Hofburg wiedererkennen.
STANDARD: Noch ein Ball hat heuer seinen Namen geändert, der Ball des Wiener Korporationsrings ist jetzt der Akademikerball ...
Danler: Der Wiener Akademikerball.
STANDARD: ... der Wiener Akademikerball und wird am 1. Februar stattfinden. Was ist der Unterschied zwischen den beiden Bällen?
Danler: Der Wiener Akademikerball wird von der Landesgruppe der Wiener FPÖ organisiert. Den WKR-Ball als solches gibt es nicht mehr. Die Landesgruppe Wien, der Herr Gudenus, hat in der Hofburg angefragt wegen eines Wiener Akademikerballs. Nachdem die FPÖ im Parlament vertreten ist, darf dieser Ball auch in der Hofburg stattfinden.
STANDARD: Vergangenes Jahr hat die Hofburg den WKR-Ball aus der Hofburg verbannt. Warum darf der nicht stattfinden und der Akademikerball schon?
Danler: Wir sehen hier zwei komplett verschiedene Veranstalter. Der WKR-Ball wurde ausgeladen, er findet nicht mehr statt. Der war vom Wiener Korporationsring veranstaltet. Wenn die SPÖ anfrüge wegen eines Balls, müsste ich sie auch nehmen, oder das BZÖ. Wenn Sie hier eine Verwandtschaft sehen - für uns als Hofburg gibt es die nicht.
STANDARD: Für Sie ist das also ...
Danler: ... ein neuer Ball. Der ist FPÖ. Es ist auch das Kartenbüro nicht das WKR-Büro, sondern die Landesgruppe Wien.
STANDARD: Die Homepage ist die gleiche.
Danler: Die Homepage ist die gleiche?
STANDARD: Wenn Sie auf die Homepage des WKR-Balls klicken, kommen Sie automatisch auf die des Wiener Akademikerballs.
Danler: Das will ich mir gar nicht anschauen. Das finde ich unerhört.
STANDARD: Wirklich?
Danler: Ja, das finde ich unerhört.
STANDARD: Sie haben es schon kurz angesprochen. Könnten Sie mir näher erklären, wie es zu dem Ball gekommen ist?
Danler: Die FPÖ - Doktor Graf wie auch Strache - hat angefragt und gesagt, die FPÖ möchte einen Ball in der Hofburg durchführen, und dem müssen wir Rechnung tragen.
STANDARD: Und das haben die Gesellschafter auch so gesehen? Die waren es ja, die bereits 2011 beschlossen haben, den WKR-Ball auszuladen.
Danler: Ja, das haben damals die Gesellschafter beschlossen, aber eigentlich war das ein Eingriff in das operative Geschäft. Alles, was die Annahme von Veranstaltungen anbelangt, obliegt natürlich der Geschäftsführung. Und Sie werden verstehen, als aufgeschlossener Journalist, dass eine Hofburg keine im Parlament vertretene Partei ablehnen kann. Das können wir nicht und würden wir auch politisch nicht aushalten.
STANDARD: Verstehen Sie persönlich die Aufregung um diesen Ball?
Danler: Für uns lief im Haus der Ball immer sehr ruhig ab. Verstehen Sie, mir tut es von Herzen leid, dass ein Ball, der kein Politikum sein soll, so einen Aufruhr auslöst. Ich persönlich verstehe es nicht, wenn Sie so wollen. Es ist ein Wahnsinn, was sich da draußen abgespielt hat, ich weiß nicht, ob Sie das mitbekommen haben.
STANDARD: Wie erklären Sie sich das?
Danler: Ich bin keine Politikerin, ich bin politisch interessiert, es gibt Ereignisse, wie am 8. Mai, wo Linke gegen Rechte, Sie kennen diese ganzen Auseinandersetzungen. Das spielt sich häufig am Heldenplatz ab, das ist für uns, für unser Geschäft, für die Veranstaltungstätigkeit, nicht gut. Verstehen Sie, sie haben internationale Kongresse, und dann ist so ein Auflauf auf dem Heldenplatz. Wir bedauern diese Eskalation auf das Tiefste. Ein Ball ist ja nichts Politisches. Es ist etwas Gesellschaftliches, wo Leute Freude empfinden sollten.
STANDARD: Diverse linke Organisationen bereiten sich bereits auf Proteste gegen den Akademikerball vor. Rechnen Sie mit ähnlichen Szenen wie im vergangenen Jahr?
Danler: Wir sind da überhaupt nicht involviert, wenn, dann läuft das alles über die Polizei. Bis dato haben wir dazu keine Information. Wir sind beschäftigt mit unseren hausinternen Dingen, und im Hause selbst läuft ja alles wie am Schnürchen.
STANDARD: Aus jetziger Sicht: 2014 wird es auch einen Akademikerball geben?
Danler: Wenn Sie sich unseren Ballkalender anschauen, haben wir in der Regel Traditionsbälle. Wenn ein Veranstalter sich nichts zuschulden kommen lässt, die Gesetze einhält, zahlt, im Rahmen des österreichischen Rechts- und Verfassungsbogens arbeitet, tun wir uns schwer, einen Ball abzusagen. (Tobias Müller, DER STANDARD, 31.12.2012)
RENATE DANLER (55) ist seit 2007 Geschäftsführerin der Hofburg Betriebsgesellschaft m.b.H. Davor leitete sie das Kongresszentrum Alpbach und war Tourismusdirektorin von Kitzbühel.
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Auch die stellvertretende ÖH-Chefin Janine Wulz hat der FPÖ-Politiker angezeigt
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Umfangreiche Platzverbote sollen die Besucher des von der FPÖ ausgerichteten Akademikerballs und die angekündigten Gegendemonstranten voneinander fernhalten. Die Polizei stellt ein Großaufgebot.
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Ball der Burschenschaften sorgt trotz Veranstalterwechsels für Kritik - Gegendemos relativ jung, aber rasch gewachsen
Radikalität der Schlagenden hat eine lange Tradition
Der "Erste Wiener Akademikerball" der FPÖ, Nachfolgeveranstaltung des WKR-Balls, stößt auf breite Kritik. Nicht nur, dass die Hofburg angemietet wurde, auch der günstige Termin sorgt für große Verwunderung.
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Ich selber habe dieses Recht nur im Zusammenhang mit der freien Meinungsäußerung. Eine staatliche Institution hat dieses Recht nicht.
Ich darf es gut oder schlecht finden, wenn die Rechten ihren Ball in der Hofburg feiern. Diese Dame darf das in ihrer Funktion nicht. Zumindest dar sie es solange nicht, als diese Partei oder die Burschenschaften legale Organisationen sind.
Abgesehen davon, ja es ist ideologisch, wenn man Rechtsextremismus schlecht findet, es sei denn man hat handfeste sachliche Gründe die unabhängig von der eigenen Wertehaltung sind. Sobald die eigene Wertehaltung ins Spiel kommt, geht es um Ideologie.
und hier spießt sich das ganze: der wille des volkes ist zwar ein extrem wichtiges gut in einer parlamentarischen demokratie.
aber er steht eben nicht über allem! es gibt gewisse grundwerte - die sich im idealfall an den menschenrechten orientieren - die niemals zur disposition stehen!
für alle hier, die es nicht wissen: hitler wurde mit einer relativ sicheren mehrheit ins amt des reichskanzlers gewählt!
Bereits Danlers früherer Arbeitgeber Congress-Messe Innsbruck vermietet nicht nur für den offiziellen Ball der Universitäten und an christliche Studentengruppen, sondern immer wieder an Burschenschaften für Kommerse, siehe http://derstandard.at/124446109... iss-Parade - Gesellschafter der CoMe sind Stadt, Land, Wirtschaftskammer und Tourismusverband (!).
Die CoMe ist aber auch nicht für jenes Gebäude zuständig, in dem das höchste Organ des Staates residiert, das inklusive des angrenzenden Heldenplatzes für wie kaum ein anderer Ort für die Geschichte dieser Republik im 20. Jahrhundert steht - insbesondere für das Jahr 1938. Es ist ein gewaltiger Unterschied ob der WKR in irgendeinem Ballsaal tanzt oder in der Hofburg, denn das ist für die naziphilen Deutschnationalen nämlich ein widerkehrender Triumph und bestätigt sie darin, dass sie der pluralistischen Gesellschaft auf der Nase herumtanzen können.
Der Firmenwortlaut
Wiener Kongresszentrum Hofburg Betriebsges.m.b.H.
Der Markenname
Hofburg Vienna
Die Geschäftsführerin
Mag. Renate J. Danler
Die Gesellschafter
Austria Hotels Betriebs GmbH
Danube Hotel-Betriebsges.m.b.H. (Hotel InterContinental Wien)
Österreichisches Verkehrsbüro AG
Hotel Sacher, Eduard Sacher GmbH (Hotel Sacher Wien)
Schick-Hotels Betriebs GmbH
http://www.hofburg.com/deutsch/u... ternehmen/
... war jahrzehntelang eins der exemplarischen staats- und parteinahen Unternehmen.
Von den Besitzverhältnissen her gesehen dürfte sich daran bis heute nicht sehr viel geändert haben:
"Eigentümer des Österreichischen Verkehrsbüros sind die Versicherung Wiener Städtische (36,58 %), die AVZ-Holding drei GmbH (60,98 %) und die Toth Privatstiftung (2,44 %)."
http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%... sb%C3%BCro
Zur AVZ Stiftung, Mutter der AVZ drei GmbH:
<zitat>
Spekulationen um den Vermögensschwund bei der Stadt-Wien-nahen AVZ Stiftung
...
Die AVZ (früher "Anteilsverwaltung Zentralsparkasse", jetzt "Privatstiftung zur Verwaltung von Anteilsrechten")
</zitat>
http://derstandard.at/1326503396437/
Nur weil die Veranstaltungsorganisation für die Säle ausgelagert bzw. verpachtet wurde, verschwindet die Verantwortung für einen Umgang im Sinne der Republik und der Werte auf denen diese an sich beruht (auch wenn diese Werte sowieso maximal zum Fremdsprachenrepertoire der meisten Politiker in diesem Land gehören).
wenn eine veranstaltung gewillt ist die öffentliche ordnung zu stören, dann kann sie verboten werden.
wenn die demonstrationen gegen eine veranstaltung angeblich ein risiko für die öffentliche ordnung darstellen, dann kann man auch die veranstaltung verbieten, nicht nur die demonstration dagegen.
und wenn man die rechtsextremen und/oder neonazi-verbindungen der teilnehmer des balles genauer durchleuchten würde, dann gäbs einige parteimitglieder bei der fpö weniger und auch den ball nicht.
bei aller liebe zur frauenquoten: auch frauen können idioten sein.
Es stünde Österreich generell sehr gut in so ziemlich allen Dingen eine klare Stellung zu beziehen...zB auch zu dem Fakt, dass wir nichtmehr neutral sind-gibt auch keiner zu.
Aber natürlich haben Sie Recht...von den Rechten geht eine stärkere Bedrohung aus-wobei das vernachlässigte Schulsystem ebenso zu, wenn nicht sogar den selben, Problemen führt.
Warum behauptet diese Frau, sie MUSS den Ball zulassen? Sie muss überhaupt nichts!
Wenn sie keine politischen Bälle haben will, dann soll sie doch einfach alle Anfragen politischer Organisationen über die Ausrichtung eines Balls in der Hofburg ablehnen.
ein Drogenball.
Keine schlechte Option.
Bin zum Polizeiball vorgemerkt, mal schauen ob ich mir das antu, meine Paranoia ist da zu groß. So wie ich mich immer benehm' hab ich dann auch noch eine Anzeige rennen... hihi.
Btw: Der WKR Ball ist kein "nur ein Ball"-Ball. Ein Defilee der europäischen Ultrarechten, ein get-to-gether führender, bürgerlicher (Neo-)nazis. Wer was anderes behauptet liebäugelt mit denen oder ist blind/taub/ die letzten Jahrzehnte eingefroren gewesen.
aber immerhin:
1 Fortschritt - Gnädige hat sich das duzen abgewöhnt
und:
bei der Art, wie Gnädige posten - in 5 threads zeitgleich(!) - da kommt schon mal ein Humbug heraus,
und der kann nicht unwidersprochen bleiben . . . .
das mit dem "lächerlich" ist halt schon eher ein sogenannter subjektiver Eindruck, da müssen Gnädigste schon ein bissi aufpassen, dass man nicht annimmt, dass Sie nicht von sich auf ander schließen, gell ?
Hast mi, Oide ? . . .
;-)
Leider tragen die PolizistInnen auch unfaßbare Dinge mit die sich mit einem Rechtsstaat nicht vereinbaren lassen - um es mal sehr sehr diplomatisch auszudrücken...
Deswegen will ich mit denen eher gar nix zu tun haben, ich hab da nur Verachtung über für die.
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