WKR-Ball: "Ein Ball ist ja nichts Politisches"

Interview |
  • Dass zwar die meisten Bälle in der Hofburg stattfinden, der berühmteste aber der Opernball ist, ärgert Renate Danler nicht. Sie hofft, dass der Wiener Ball wieder immaterielles Kulturerbe wird.
    foto: standard/hendrich

    Dass zwar die meisten Bälle in der Hofburg stattfinden, der berühmteste aber der Opernball ist, ärgert Renate Danler nicht. Sie hofft, dass der Wiener Ball wieder immaterielles Kulturerbe wird.

Hofburgchefin Renate Danler hat die Aufregung um den Burschenschafterball nie verstanden - Der neue FPÖ-Ball in ihrem Haus ist für sie eine völlig andere Veranstaltung

STANDARD: Die meisten Bälle finden in der Hofburg statt, der bekannteste Ball aber ist der Opernball. Wurmt Sie das?

Danler: Ich glaube, dass die Hofburg das schönste Ballhaus weltweit ist. Unsere Räumlichkeiten sind für Bälle am geeignetsten und haben sicher dazu beigetragen, dass diese Balltradition in Wien sich so gut entwickelt hat. Die Staatsoper ist kein Ballhaus, der Opernball ist ein Ball der Staatsoper. Wurmen tut mich das überhaupt nicht, im Gegenteil, mich freut es, dass diese Wiener Balltradition so blüht und gedeiht und weltweit einzigartig ist.

STANDARD: Seit letztem Jahr ist der Wiener Ball nicht mehr Teil des österreichischen immateriellen Kulturerbes der Unesco. Soll sich das wieder ändern?

Danler: Ja, selbstverständlich. Die Wiener Balltradition war kurz geschützt als immaterielles Erbe, aus Gründen, die wir alle kennen ...

STANDARD: Weil auch der Ball des Wiener Korporationsrings auf der Liste stand.

Danler: ... wurde sie 2011 wieder herausgenommen. Es liegt im Interesse aller Traditionsball-Veranstalter vom Juristenball bis zum Kaffeesiederball, dass das wieder realisiert wird. Es laufen hier schon Gespräche. Ich denke, dass es in naher Zukunft wieder eine Aufnahme gibt.

STANDARD: Jedes Jahr zu Silvester hat die Hofburg bisher den Kaiserball veranstaltet, heuer heißt er Le Grand Bal - warum?

Danler: Der Kaiserball ist mit seinem Kaiserklischee ein bisschen in die Jahre gekommen. Er war kein richtiger Wiener Ball, der Kaiser und die Sisi sind aufgetreten - er war schon eher touristisch organisiert. Ich habe mich schon in den vergangenen Jahren mit dem Gedanken getragen, den Ball zu reformieren. Wir haben 22 Bälle in unserem Haus, wir haben uns gedacht, wir müssen es leicht zustande bringen, einen eigenen richtigen Wiener Ball zu machen. Die Generation, die diese Art von Ball wie den Kaiserball liebt, stirbt auch weg, und ich kann Ihnen sagen, wir haben wesentlich mehr Gäste, als wir beim Kaiserball hatten. Es ist jetzt schon ein Erfolg.

STANDARD: Wie viel Veränderung verträgt denn ein Ball?

Danler: Er ist komplett verändert. Sie werden den Kaiserball nie im Le Grand Bal der Wiener Hofburg wiedererkennen.

STANDARD: Noch ein Ball hat heuer seinen Namen geändert, der Ball des Wiener Korporationsrings ist jetzt der Akademikerball ...

Danler: Der Wiener Akademikerball.

STANDARD: ... der Wiener Akademikerball und wird am 1. Februar stattfinden. Was ist der Unterschied zwischen den beiden Bällen?

Danler: Der Wiener Akademikerball wird von der Landesgruppe der Wiener FPÖ organisiert. Den WKR-Ball als solches gibt es nicht mehr. Die Landesgruppe Wien, der Herr Gudenus, hat in der Hofburg angefragt wegen eines Wiener Akademikerballs. Nachdem die FPÖ im Parlament vertreten ist, darf dieser Ball auch in der Hofburg stattfinden.

STANDARD: Vergangenes Jahr hat die Hofburg den WKR-Ball aus der Hofburg verbannt. Warum darf der nicht stattfinden und der Akademikerball schon?

Danler: Wir sehen hier zwei komplett verschiedene Veranstalter. Der WKR-Ball wurde ausgeladen, er findet nicht mehr statt. Der war vom Wiener Korporationsring veranstaltet. Wenn die SPÖ anfrüge wegen eines Balls, müsste ich sie auch nehmen, oder das BZÖ. Wenn Sie hier eine Verwandtschaft sehen - für uns als Hofburg gibt es die nicht.

STANDARD: Für Sie ist das also ...

Danler: ... ein neuer Ball. Der ist FPÖ. Es ist auch das Kartenbüro nicht das WKR-Büro, sondern die Landesgruppe Wien.

STANDARD: Die Homepage ist die gleiche.

Danler: Die Homepage ist die gleiche?

STANDARD: Wenn Sie auf die Homepage des WKR-Balls klicken, kommen Sie automatisch auf die des Wiener Akademikerballs.

Danler: Das will ich mir gar nicht anschauen. Das finde ich unerhört.

STANDARD: Wirklich?

Danler: Ja, das finde ich unerhört.

STANDARD: Sie haben es schon kurz angesprochen. Könnten Sie mir näher erklären, wie es zu dem Ball gekommen ist?

Danler: Die FPÖ - Doktor Graf wie auch Strache - hat angefragt und gesagt, die FPÖ möchte einen Ball in der Hofburg durchführen, und dem müssen wir Rechnung tragen.

STANDARD: Und das haben die Gesellschafter auch so gesehen? Die waren es ja, die bereits 2011 beschlossen haben, den WKR-Ball auszuladen.

Danler: Ja, das haben damals die Gesellschafter beschlossen, aber eigentlich war das ein Eingriff in das operative Geschäft. Alles, was die Annahme von Veranstaltungen anbelangt, obliegt natürlich der Geschäftsführung. Und Sie werden verstehen, als aufgeschlossener Journalist, dass eine Hofburg keine im Parlament vertretene Partei ablehnen kann. Das können wir nicht und würden wir auch politisch nicht aushalten.

STANDARD: Verstehen Sie persönlich die Aufregung um diesen Ball?

Danler: Für uns lief im Haus der Ball immer sehr ruhig ab. Verstehen Sie, mir tut es von Herzen leid, dass ein Ball, der kein Politikum sein soll, so einen Aufruhr auslöst. Ich persönlich verstehe es nicht, wenn Sie so wollen. Es ist ein Wahnsinn, was sich da draußen abgespielt hat, ich weiß nicht, ob Sie das mitbekommen haben.

STANDARD: Wie erklären Sie sich das?

Danler: Ich bin keine Politikerin, ich bin politisch interessiert, es gibt Ereignisse, wie am 8. Mai, wo Linke gegen Rechte, Sie kennen diese ganzen Auseinandersetzungen. Das spielt sich häufig am Heldenplatz ab, das ist für uns, für unser Geschäft, für die Veranstaltungstätigkeit, nicht gut. Verstehen Sie, sie haben internationale Kongresse, und dann ist so ein Auflauf auf dem Heldenplatz. Wir bedauern diese Eskalation auf das Tiefste. Ein Ball ist ja nichts Politisches. Es ist etwas Gesellschaftliches, wo Leute Freude empfinden sollten.

STANDARD: Diverse linke Organisationen bereiten sich bereits auf Proteste gegen den Akademikerball vor. Rechnen Sie mit ähnlichen Szenen wie im vergangenen Jahr?

Danler: Wir sind da überhaupt nicht involviert, wenn, dann läuft das alles über die Polizei. Bis dato haben wir dazu keine Information. Wir sind beschäftigt mit unseren hausinternen Dingen, und im Hause selbst läuft ja alles wie am Schnürchen.

STANDARD: Aus jetziger Sicht: 2014 wird es auch einen Akademikerball geben?

Danler: Wenn Sie sich unseren Ballkalender anschauen, haben wir in der Regel Traditionsbälle. Wenn ein Veranstalter sich nichts zuschulden kommen lässt, die Gesetze einhält, zahlt, im Rahmen des österreichischen Rechts- und Verfassungsbogens arbeitet, tun wir uns schwer, einen Ball abzusagen. (Tobias Müller, DER STANDARD, 31.12.2012)

RENATE DANLER (55) ist seit 2007 Geschäftsführerin der Hofburg Betriebsgesellschaft m.b.H. Davor leitete sie das Kongresszentrum Alpbach und war Tourismusdirektorin von Kitzbühel.

Share if you care
Posting 426 bis 475 von 763
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16

Dummheit wäre noch die einzige akzeptable Ausrede.

Wenn sie tatsächlich weiß was sie da redet, ist das weit schlimmer.

Re: "Die Moral der Antifa-Leute scheint mir eine billige zu sein. "

In der Vergangenheit haben viele "Antifa-Leute" ihre Moral mit dem Leben bezahlt.
Teuer genug?
(Und womit bezahlen Sie Ihre Moral? Rabattmarken?)

Es geht um heute.
Und heute ist es billig.

In den 20iger Jahren war es in Wien gefährlicher z.b.: als Priester erkennbar zu sein, denn heute als Antifa-TypIN.

Einige Jahre später war es dank der Katholischen Kirche und dem Austrofaschismus gefährlich, Linker zu sein. Dollfuß ließ politische Gegner im lager Wollersdorf einsperren.

dann sollten sie vielleicht einmal dabei sein, wenn die polizei wiedermal eine demo auflöst. unter einsatz von physischer gewalt oder pfefferspray. da wird dann auch nicht einmal vor einem nationalratsabgeordneten halt gemacht.
oder wenn hunderte friedliche demonstranten bei minustemperaturen eingekesselt werden und nicht einmal aufs klo gelassen werden.
oder wenn ein pensionst von neonazis verprügelt wird, die polizei steht 30m dameben und schreitet nicht ein, weil sie einen kanaldeckel bewachen muss (o.ä.)

und ich befürchte, dass es schlimmer werden wird.

Warum soll's ausgerechnet in den 20ern in Wien gefährlich gewesen sein , als Priester erkannt zu werden???

vielleicht wegen der marodierenden ministranten ;)

@"Die Frau ist nicht so dumm, wie hier im Forum ihr einige Unterstellen."

Und genau das ist das Problem!

Ich hatte Gelegenheit Renate Danler in einer ihrer vorherigen Positionen kennen zu lernen:

Eine Opportunistin wie es im Buche steht. Klare Standpunkte zu vertreten ist definitiv nicht Ihre Sache! Nur schön oberflächlich bleiben und nirgends anstreifen....

Pfui Teufel!

ich sag's ja:

die wird ministerin!

und genau deswegen ist die wahrscheinlichkeit hoch, dass sie irgendwann karriere macht.

wäre nicht verwunderlich wenn sie etwa irgendwann die VP als quereinsteigerin aus dem hut zaubert.

Gesellschaftliches Ereignis

Das jährliche Ulrichsbergtreffen in Kärnten ist auch ein gesellschaftliches Ereignis; es ist nur die Frage, wie wir damit umgehen (sollen), um nicht noch mehr Öl ins lodernde Feuer zu gießen; die Augen davor zu verschließen ist meines Erachtens der völlig falsche Weg; die Ultra-Rechten sollen ruhig wissen, dass sie hier unerwünscht sind.

Glauben Sie nicht, dass die Demonstranten und jene hier im Forum, welche den Ball am liebsten verbieten wollen, ehr Öl ins Feuer gießen als jene, die der FPÖ den Ball lassen würden ohne ihm besondere AUFMERKSAMKEIT zu schenken?
Den so kann sich ein FPÖler oder der FPÖ Nahestehnder ungerecht behandelt fühlen und soetwas schweisst ja bekanntlich auch zusammen.

Besser wär es im eigenen Umfeld für eine der anderen Parteien zu Partei zu ergreifen.
Nicht die anderen attakieren sondern für die eigene Weltanschauung werben, andere überzeugen, das ist der Weg die FPÖ zurück zu drängen!!!!

diese art der beschwichtigungspolitik versuchten auch der britische premier chamberlain und seine 2 vorgänger.

man wollte hitler nicht unbedingt reizen, geholfen hats trotzdem nichts.

das muss nicht heißen, dass man immer sofort jegliche konfrontation suchen muss, nur gibt es gewisse grundwerte, die ein staat und eine gesellschaft vertreten, und eine regelmäßige übertretung durch eine bestimmte gruppierung nicht zu ahnden hat nur einen effekt:

das diese gruppe sich bestätigt fühlt, und noch weiter geht!

Eine Republik, die ihre Gesetze der Demokratie zu Gunsten der Kampierverordnung aufgibt, duldet auch Wiederbetätigung buw. deren Proponenten in den angesehenesten Räumen des Staates.

Das Ulrichsbergtreffen ist kein gesellschaftliches Ereignis im Sinn eines Balles!

Ein Ball ist eine Tanzveranstaltung, in der sich Menschen unterhalten und in den "guten, alten Zeiten" die Sprölinge in die Gesellschaft eingefüht und dem Heiratsmarkt zugeführt wurden.

Das einzig politische am gegenständlichen Ball ist, dass ein Teil der Besucher eine ungute Einstellung hat und dass einige meinen, den Ball zum Politikum erklären zu müssen.

Je blödsinniger die Vorwände gegen den Ball sind, desto blödsinniger wird auch die Verteidigung der Veranstaltung, siehe Interview.

Mit welchem Recht wollen Sie der FPÖ verbieten in der Hofburg einen Ball zu veranstalten?

Alles nicht schön, aber das muss eine Demokratie aushalten!

ein teil der besucher?

das ist, mit verlaub, genau so naiv wie die ansicht von fr. danler, dass der ball an sich nichts politisches sei.

es kommt nicht von ungefähr, dass auf diesem ball regelmäßig die europäischen spitzen rechter parteien auftanzen, und sich das who is who der österreichischen und deutschen schmissträger die klinke in die hand drückt.

ein ball ist ein ball

ich stimmte dieser argumentation zu, würden die rechten recken in irgendeinem hinterstüberl einer kaschemme abfeiern. sobald sich das ganze aber in einem gebäude der republik abspielt, wird das ganze politisch. und dort sollten sich autoritäre gestalten nicht gebärden dürfen.

Letztlich ist es egal wo sie feiern. Die FPÖ ist auch bei Feiern zu den höchsten Anlässen der Republik im Parlament anwesend!!!

Im Vergleich dazu ist der Ball in der Hofburg, die eher weniger für die Demokratie steht, auch wenn UHBP dort seine Amtsräume hat, nicht wirklich von Bedeutung.

der unterschied ist halt der, dass die feiern im parlament nicht von der FPÖ oder div. rechten splittergruppen der partei ausgerichtet und ausgestaltet werden, und der spielraum für politische duftmarkensetzung - schon aufgrund der geschäftsordnung des hohen hauses - sehr beschränkt ist.

bei dieser privatveranstaltung ein paar meter neben der kanzlei des unabhängig zu agierenden staatsoberhauptes kann die gruppierung aber ihren kruden feuchtträumen frönen, ohne dabei gestört zu werden.

deswegen stößt man sich in diesen kreisen auch so an den demos: weil die extreme rechte was kritik an ihrer geisteshaltung betrifft, extrem dünnhäutig ist.

Madame...

in einem anderen Kontext leitet eine Madame auch nur ein Etablissement....

Das IST ein Etablissement, das dem meistbietenden die Gunst verkauft.

die Arme

stört doch die sche... Politik ihr Geschäft, wo sie doch nur wegschauen wollte....

wünsche mir, dass das rektorat der BOKU ab nächstem jahr tatsächlich die hofburg meidet. gerzabek ist dies durchaus zuzutrauen.

außerdem bin ich gespannt, ob es aktionen seitens der ÖH-BOKU geben wird, befürchte aber, dass da nicht viel kommt von den FL. hoffen wahrscheinlich alle, dass das tüwi was macht.

(zum interview und zur dame selbst möchte ich mich jetzt gar nicht äussern)

Interessant find ich schon, ...

dass hier viele der Meinung sind, dass eine Geschäftsführerin eines privaten Unternehmens sich für die politischen Interessen dieser Community einsetzen soll. Ist das nicht ein bisschen naiv?

Die FPÖ wird nun mal gewählt. Dass sich auch die alternative/linke/grüne (oder wie auch immer sie gennant werden will) Szene sich damit abfindet, wäre wirklich überfällig.

Sicher wäre es schön, wenn Ö ohne rechte Polemiker und Demagogen auskommen würde. Aber Tatsache ist, dass es sie nun mal gibt.

Die GF versucht einfach unterm Radar zu fliegen. Und das meiner Meinung nach völlig zu Recht. Würd wirklich gern wissen was man ihr hier vorwerfen will (außer natürlich dass sie blöd ist usw, HAHHA weil so über andere zu reden ist ja vollkommen akzeptabel)

wenn es sich um ein unternehmen handelt, dass ein öffentliches gebäude, das zugleich eines der historischsten des landes darstellt, pachtet, verhält sich die sache aber etwas anders.

außerdem kann man auch als privatunternehmen partei ergreifen.
so mancher gastwirt storniert festsaalreservierungen, wenn er erfährt, dass es sich um rechte gruppierungen handelt, die sich einmieten.

"... verhält sich die sache aber etwas anders"

Kreative Argumentationsweise. Wie verhält es sich denn anders? Würde mich wirklich interessieren.

"außerdem kann man auch als privatunternehmen partei ergreifen"

Natürlich kann man das. Hat niemand bestritten. Und jetzt?

es geht um ein gebäude, in dem der unabhängig zu agierende präsident der bundesrepublik seinen sitz hat.
um ein gebäude und einen öffentlichen raum, die zusammen mit dem parlament das nervenzentrum der republik bilden.

es wäre mMn eben angebracht, dass in diesem gebäude keine parteiveranstaltungen irendeiner art stattfinden - schon gar nicht dann, wenn es sich um veranstaltungen handelt, die von gruppierungen ausgerichtet werden, die diesem staat teils die daseinsberechtigung absprechen.

nein, hat niemand bestritten, aber als pächter in so einem gebäude kann man nicht einfach so tun als sei ja alles vollkommen egal.

v.a. zeigen die aussagen von fr. danler eines: dass sie meint burg und platz seien in erster linie betriebsgelände

es geht um ein gebäude, in dem der unabhängig zu agierende präsident der bundesrepublik seinen sitz hat

Was hat das eine mit dem anderen zu tun?

"um ein gebäude und einen öffentlichen raum, die zusammen mit dem parlament das nervenzentrum der republik bilden"

Was für ein konstruierter Blödsinn.

"es wäre mMn eben angebracht, dass in diesem gebäude keine parteiveranstaltungen irendeiner art stattfinden"

Schön. Jetzt wissen wir ihre Haltung zu dem Thema. Was hat das jetzt mit dem zu tun was ich gesagt hab? Nur weil sie sich irgendwo mühsam irgendwas zusammen konstruieren ist das noch lange kein Gegenargument.

"nein, hat niemand bestritten, aber als pächter in so einem gebäude kann man nicht einfach so tun als sei ja alles vollkommen egal."

Wie wir hier sehen, kann man das offenbar sehr gut.

das ist kein konstruierter blödsinn, sondern faktum, oder was meinen sie warum kaum ein platz in der stadt so sehr für politische veranstaltungen genutzt wird?
weils dort so hübsch aussieht?

was das eine mit dem anderen zu tun hat? ein gebäude, dass ein staatliches amt verkörpert vermietet räume für bälle, und diese bälle werden von parteien und gruppierungen abgehalten, die diesen staat teils in frage stellen.

stellen sie sich vor der westflügel des buckingham palace würde für veranstaltungen von nordirischen separationsgruppierungen verwendet werden.

es mag zwar rein rechtlich in ordnung sein wie die GF hier vorgeht, aber auch unternehmen haben eine gewisse gesellschaftliche verantwortung. und dei wäre gefordert!

das ist kein konstruierter blödsinn, sondern faktum

Der konstruierte Blödsinn fängt schon mal damit an, dass sie eine Verbindung *erfinden* zwischen einem Ball in der Hofburg und der Gefährdung des Rechtsstaates oder der Demokratie. Das ergibt einfach keinen Sinn.

"es mag zwar rein rechtlich in ordnung sein wie die GF hier vorgeht, aber auch unternehmen haben eine gewisse gesellschaftliche verantwortung. und dei wäre gefordert!"

Das können sie ruhig weiterhin fordern. Meine Frage war, ob genau diese Forderung nicht etwas naiv ist.

wo lesen sie in meinen vorpostings von einer gefährdung des rechtsstaates?

ich finde nicht, dass diese forderung naiv ist, da es in zeiten von PR absolut normal ist, dass unternehmen auf die meinung der gesellschaft und der kunden zu ihrem unternehmen wert legen.

oder wie erklären sie sich sonst, dass man den WKR nicht mehr als veranstalter haben wollte?

Tja, privates Unternehmen, gewählte Partei, also alles rechtens - wie war das mit den drei Affen? Nichts sehen, nichts hören und vor allem nicht sagen. Politischer Anstand ist ja offenbar passé.

gewählt, so what? auch die NSDAP wurde gewählt!

es gibt dinge, die über der volksmeinung stehen. und diese grundwerte kann man auch nicht einfach aushebeln, in dem man viele stimmen hinter sich vereinen kann.

außerdem gehts den meisten hier ja um eine simple lösung: KEINE parteiveranstaltungen irgendeiner art - egal welcher partei - in der burg.

Ich muss vielleicht ergänzen: "alles rechtens" ist sarkastisch gemeint.

danke, habs beim zweiten lesen eh auch bemerkt. eigentlich anhand des zusatzes mit den affen eh klar erkennbar - allerdings waren meine ironie-detektoren offenbare grade online!

sorry!

Nur, weil es diesen shallow end of the gene pool in Österreich gibt und er ständig Gesetze überschreitet, heißt es noch lange nicht, dass man das akzeptieren und ihm dabei zusehen soll.

Warum wurde dann der BOKU Ball verschoben, und die BOKU ist im großen und ganzen nicht links/alternativ sondern schwarz? Dann ist es eher umgekehrt der Fall, dass sie sich für die politischen Interesssen des WKR-FPÖ eingesetzt hat.
Und diese dauernede Verharmlosung "böse linke Demonstranten" gegen unpolitische Feiernde (FPÖ,WKR unpolitisch) ist auch ein Zeichen.

Warum wurde dann der BOKU Ball verschoben

Keine Ahnung. Aber vielleicht war es den Veranstaltern vielleicht nicht so wichtig an welchem Freitag der BOKU Ball statt findet? Vielleicht haben's einen Rabatt bekommen.

Ich würde jedenfalls aufpassen hinter allem eine politische Motivation zu suchen.

schon ein arger zufall, dass der BOKU-ball, der just an dem tag, an dem der akademikerball stattfindet, zufällig verschoben wird

Wenn man wegen solchen Postings "schon aufpassen muss" na dann gute Nacht. Und ich hätte geglaubt eine gewisse politische Gruppe geht ehh Meinungsfreiheit über alles.
Und die ÖH_BOKU (Veranstalterin) wurde erst nach der Terminverschiebung informiert.

Ich glaube sie verstehen das falsch. Ich bin kein Zuhälter. Ich hab nicht gesagt "Herst, pass auf was'd sagst".

Ich formuliere es mal anders: Es wäre unklug hinter allem eine politische Motivation zu suchen. Ebenso übrigens wie in jedem Satz einen persönlichen Angriff zu suchen.

"Und ich hätte geglaubt eine gewisse politische Gruppe geht ehh Meinungsfreiheit über alles."

Dass jeder, der anderer Meinung ist, einer "gewissen Gruppe" angehört, zeugt übrigens auch nicht gerade von Intelligenz.

"Und die ÖH_BOKU (Veranstalterin) wurde erst nach der Terminverschiebung informiert."

Skandal *gähn*

Es geht ja nicht um die FPÖ - Sie missverstehen das gründlich.

Die Frage ist vielmehr: Macht man mit Neo-NationalsozialistInnen Geschäfte, als ob sie keine Neo-NationalsozialistInnen wären? Die FPÖ ist ja nur ein Teil des ganzen Aufgebots, wenngleich ein wesentlicher, wie uns das gut recherchierte und von den Quellen her lückenlos belegte Buch über Strache von Scharsach deutlich vor Augen führt.

Wer das so sieht, macht sich zum Verbündeten.

Das erinnert mich an amerikanische Konzerne, die Hitler noch belieferten, als das Material bereits gegen die Amerikaner zum Einsatz kam. Ist übrigens kein Gerücht, es ist belegt und beforscht.

ich bin gegen die ausländerhetze und

die rattenfängermethoden der fpö des herrn strache. aber mal im ernst? der fpö zu unterstellen, sie wären neo-nationalsozialisten ist schon satte übertreibung. solche anschuldigungen sollten nie inflationär getätigt werden.
leider sind da leute dabei wie der gudenus und andere, die ich ebenfalls als extrem rechts wenn nicht als nazis bezeichnenn könnte, aber das haben sie auch in allen anderen parteien, sogar in der spö gibt es alte nazis.

unterstellen

also um zu glauben strache und konsorten seien unschuldig, muss man schon sehr naiv sein.

eine dubiose "ich wusste nicht was 'unsere ehre heißt treue' heißt'-geschichte kann ja noch zufall sein, aber regelmäßiges anstreifen am ganz rechten rand des politspektrum ist etwas ganz anderes.

es ist bekannt welche meinung graf, stadler, rosenkranz usw. vertreten.

der fpö zu unterstellen, sie wären neo-nationalsozialisten ist schon satte übertreibung

Also da muss ich Off-Stimme schon recht geben. Wer nach dem Foto mit Strache und dem Kühnengruß noch immer glaubt, dass das nicht Nazis sind, ist schlecht informiert.

Problem ist, dass die Gesetzeslage hier offenbar ander ist als in DE. Von Wikipedia: "Der Kühnengruß wird von den deutschen Strafgerichten als dem Hitlergruß zum Verwechseln ähnlich im Sinne von § 86a Absatz 2 Satz 2 des StGB angesehen. Es handelt sich dabei um ein nach dem deutschen Strafgesetzbuch strafbares Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. In Österreich ist er nicht strafbar, da er nicht als Symbol des Nationalsozialismus angesehen wird."

Die FPÖ ist die meistverurteilteste Partei in Österreich, und überdurchschnittlich viele wegen dem Wiederbetätigungsgesetz Verurteilte haben in ihr Platz. Schönes Beispiel ist jener Assistent vom Graf, der erst entfernt, und dann wieder durch den Hinterausgang wieder ins Parlament geschleust werden sollte.

Der Vergleich mit der SPÖ stinkt, als wäre der Fisch tatsächlich so alt, wie es der Vergleich ist. Sie werden doch wohl auch nicht so dumm sein, ein solches Thema durch Aufrechnungen behandeln zu wollen.

Ich möchte zunächst wiederholen, dass es nicht um die FPÖ geht, die FPÖ ist nur ein Teil des Problems.

Ich empfehle weiters dringend die Lektüre von Scharsachs Buch über Strache - er hat wasserdicht recherchiert und belegt, um Klagsdrohungen zu entgehen. Und immerhin hatte er mehrere Klagen der FPÖ am Hals, die er aber alle gewonnen hat. Der Mann weiß also, was er schreibt, und man kann sich auf sein Buch verlassen.

Wenn Sie dann immer noch leugnen, dass der Neo-Nationalsozialismus in den obersten Gremien FPÖ nicht etabliert sei, kann man Ihnen den Verdacht nicht ersparen, mit der FPÖ und ihrem extremsten Kern zu sympathisieren.

Information ist Eigenverantwortung - und Sie haben die Wahl: Information oder (ungewollter) Verdacht.

Bravissimo!

eine bürgerliche Madame ...

diese biedermeierlich/konservative sprache ist schon sehr entlarvend.

die bösen linken demonstrationen am heldenplatz. wir haben kongresse und da ist da sooo ein auflauf. also dieser pöbel, furchtbar!

der heldenplatz ist eine politische kernzone der republik und von daher für demos gut geeignet.

jetzt wird mir auch klar, warum die regenbogenparade, die früher immer dort endete, jetzt nicht mehr dorthin darf. vermutlich stören die schwulen auch die kongressgäste ...

ja sagens

dürfens denn des?

Posting 426 bis 475 von 763
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.