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Anders Jacobsen kam in Oberstdorf gut über den Ski.
Oberstdorf - Die deutsch-österreichische Vierschanzentournee, Ausgabe Nummer 61, hob mit einem norwegischen Sieg an. Anders Jacobsen setzte sich vor 24.500 Zusehern in Oberstdorf mit Flügen auf 138 und 139 Meter 11,8 Punkte vor dem Titelverteidiger Gregor Schlierenzauer (134,5/138,5) und vor Lokalmatador Severin Freund (138,5/135,5) durch.
Trotz der Plätze zwei und sieben (Manuel Fettner) war die Stimmung im ÖSV-Lager deutlich getrübt, weil Olympiasieger und Mitfavorit Thomas Morgenstern den zweiten Durchgang überraschend verpasst hatte und mit Andreas Kofler der Gesamtsieger von 2009/2010 wegen eines nicht regelkonformen Anzugs disqualifiziert wurde.
Kofler, der zunächst auf Platz acht geführt worden war, unterlief das Missgeschick bereits zum zweiten Mal in diesem Winter. Schon beim Weltcup-Auftakt im norwegischen Lillehammer war der 28-Jährige nach dem Teamspringen disqualifiziert worden. Seit diesem Winter dürfen bei den Anzügen zwischen Haut und Stoff nur noch zwei statt sechs Zentimeter Luft liegen.
Jacobsens siebenter Weltcupsieg, der zweite in Oberstdorf nach jenem im Fliegen 2010, ist der bisherige Höhepunkt einer bemerkenswerten Comeback-Geschichte. Der Tourneesieger von 2007 hatte im Sommer 2011 wegen Motivationsproblemen seine Karriere beendet, kehrte aber zurück, um an der Skiflug-WM in Vikersund teilzunehmen. Der 27-Jährige verpasste zwar die mannschaftsinterne Qualifikation, fand aber Gefallen am Training des Tirolers Alexander Stöckl und kehrte mit Anfang dieser Saison in den Weltcup zurück. Gleich zum Auftakt bei den Springen in Lillehammer verpasste er das Podest als jeweils Vierter zweimal nur knapp.
Thomas Morgenstern wurde auf der Schattenbergschanze Opfer der wechselnden Verhältnisse. Nach Rang zwei im Probedurchgang erwischte der Tourneesieger von 2011 im ersten Durchgang extremen Rückenwind, der ihn bei nur 119 Metern zur Landung zwang. Der 26-Jährige verlor das direkte Duell mit dem Russen Ilja Rosliakow (127,5) und schied aus. Für Morgenstern traf damit die alte Weisheit zu, wonach die Vierschanzentournee in Oberstdorf kaum zu gewinnen, wohl aber zu verlieren ist. "Hakerl drunter unter der Tournee", sagte der Jungvater, der sich jetzt auf Einzelsiege konzentrieren muss.
ÖSV-Cheftrainer Alexander Pointner sprach angesichts des "Ausfalls" des Duos von einem bitteren Moment. "Am bittersten ist es natürlich für den Athleten selbst. Der Andi hat das sicher nicht absichtlich gemacht, da lege ich die Hand ins Feuer", betonte der Coach. Als Favorit habe Kofler damit rechnen müssen, erneut kontrolliert zu werden. Die Athleten wollten ans Limit gehen, könnten den Anzug aber nicht vorab von der FIS absegnen lassen, sprach Pointner die Problematik an. "Außerdem dehnt sich der Stoff und man weiß nicht, wie schnell das zurückgeht." Der Athlet habe jedenfalls die Letztverantwortung, dass alles passe.
Kofler war nach der Disqualifikation geknickt. "Eine Stelle am Bauch hat nicht gepasst", berichtete Kofler. "Das ist keine feine Situation, ich muss da eine Lösung finden", erklärte der zweifache Saisonsieger. "Lieber beschäftige ich mich mit meinen Sprüngen als mit dem Anzug, ich hatte auch so genug zu fighten."
Er hatte in der Früh den Anzug mit dem Techniker an den wichtigen Stellen kontrolliert, da sei alles in Ordnung gewesen. Die Entscheidung nahm er jedenfalls kritiklos zur Kenntnis. "Ich werde mich hüten, jetzt böses Blut zu machen", sagte er. Den Traum vom zweiten Tourneesieg hatte er nach dem achten Platz ohnehin schon abgehakt. Mehr als 30 Punkte Rückstand wären zuviel gewesen.
Die erste Gelegenheit zur Revanche bietet sich schon am Neujahrstag in Garmisch-Partenkirchen, wo Morgenstern noch nie gewonnen hat. Am 1. Jänner 2012 trug Schlierenzauer vor Kofler und dem Japaner Daiki Ito seinen insgesamt dritten Erfolg auf dem neuen Olympiabakken davon. Den Schanzenrekord hält seit dem Neujahrstag 2010 der Schweizer Simon Ammann mit 143,5 Metern. (red/APA, DER STANDARD, 31.12.2012)
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vor allem heute wäre es bei starkwindbedingungen besser gewesen den springern etwas gewicht mitzugeben um mehr durchzug zu entwickeln.
optimal wäre z.b. den springern einen 3 kg bleigürtel um die hüften hängen, welche sie kurz vor der landung abwerfen.
auch die idee der katapultstarts von flugzeugträgern sollte in den sprungsport einfliessen, dann müssten die schanzen nicht so gross sein.
dass der Ösi Kampfrichter auf den Mond geschossen wird. Sogar ein Widhölz bei Eurosport zweifelt daran dass ein Russe der in den Schnee greift nur 0,5 Punkte weniger bekommt als ein Neumayer der normal landet. Frechheit ohne gleichen. Ab mit dem Ösi auf n Mond.
ob das system jetzt wirklich fair ist wag ich zu bezweifeln.
bsp: der ammann springt 139m und ist dann erst hinter dem vassliev der kürzer war und in den schnee gegriffen hat. der jacobsen wachelt in der luft wie ein schetterling und kriegt trotzdem keine punktabzüge etc.d as kan net sen.
als zuschauer sind dann noch diese ständge anlaufänderungen äusserst mühsam.
also ich mag das system nicht und viel fairer als früher ist es sicherlich nicht !!
Der Skisprung hat mit den Änderungen im Reglement wieder an Qualität gewonnen. Spannende Bewerbe, die das Springen nicht mehr zu einer Windlotterie machen. Erfreulich ist, dass neben Deutschland auch Norwegen von der Arbeit und den Methoden österreichischer Trainer profitiert. Drei Länder haben im Skisprung die höchste Leistungsdichte. Finnland hat sich abgemeldet, Schweiz lebt vom Alleinunterhalter Amman.
Bin schon gespannt wie Jacobsen auf den anderen Schanzen zurecht kommt. Jedenfalls haben sich heute drei Anwärter auf den Tourneesieg herauskristallisiert. Ich sehe immer noch Schlierenzauer vorn. Leider hat sich Pointner im ersten Durchgang verzockt. Kofler etwas enttäuschend. Insgesamt ein schönes springen.
... ist es im Endeffekt ziemlich wurscht, wenn "wir" mal nicht gewinnen.
Welch grandioses Springen, was für ein Spannungsbogen! Freund mit einer Bombe, Schlieri mit einer gewaltigen Antwort und Jacobsen, dieser Verrückte, zündet dann eine Rakete, die echt Gänsehaut aufsteigen lässt.
Bravo meine Herren - ein aufrichtiges Bravo an alle drei!
Leider hatte Morgenstern Pech mit den Windbedingungen. Aber was zählt schon Windpech im Vergleich zur Geburt eines gesunden Kindes.
Wenn Jacobsen so weiter macht, könnte es einen norwegischen Gesamtsieger geben.
Schon lang ka so spannendes Springen mehr erlebt!
Schlierenzauer war schon mega stark, aber was da Jacobsen da gezeigt hat war einfach überragend!
Und n Lob an die Trainer, innerhalb der letzten 6 Springer um 4 Luken runtergehen, die wissen warum ;-)
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