Zentralafrikas Präsident bietet Rebellen Regierungsbeteiligung an

Rebellen kündigen rasche Eroberung der Hauptstadt Bangui an - Frankreich verstärkt Truppen

Bangui - Der von Rebellen bedrängte Präsident der Zentralafrikanischen Republik (ZAR), Francois Bozize, hat seinen Gegnern die Bildung einer gemeinsamen Koalitionsregierung angeboten. Außerdem werde er nach Ablauf seiner bis 2016 dauernden Amtszeit nicht wieder antreten, sagte Bozize am Sonntag nach Beratungen mit dem Vorsitzenden der Afrikanischen Union (AU), Thomas Yayi Boni, in der Hauptstadt Bangui.

Die Rebellen erklärten, sie würden das Angebot prüfen. Ihr Ziel sei aber nicht die Beteiligung an der Regierung. Zuvor hatten sie mit der Einnahme der Hauptstadt spätestens am Montag gedroht, wenn Bozize nicht direkte Verhandlungen mit ihnen aufnehme.

Bozize sagte auf einer Pressekonferenz: "Ich bin bereit, eine Regierung der nationalen Einheit mit der (Rebellenallianz) Seleka zu bilden, um das Land gemeinsam zu führen - denn ich bin ein Demokrat." Er sei auch bereit, "ohne Vorbedingungen und Verzögerungen" an Friedensgesprächen teilzunehmen, die von Politikern der Region in Gabun organisiert würden.

Vormarsch

Seit Beginn ihres Aufstands vor drei Wochen hat die Allianz aus drei bewaffneten Gruppen ihren Vormarsch in der ehemaligen französischen Kolonie immer weiter vorangetrieben. Derzeit stehen die Rebellen rund 75 Kilometer von der Hauptstadt Bangui und stellen damit die bisher größte Gefahr für die knapp zehnjährige Herrschaft Bozizes dar.

Die Rebellen werfen ihm vor, sich nicht an eine 2007 geschlossene Vereinbarung zu halten: Bozize habe damals jenen Aufständischen, die ihre Waffen niederlegten, Geld versprochen - dies aber nicht gezahlt.

Die Aufständischen zählen nach eigenen Angaben 3000 Mann und haben wachsenden Zulauf. In die Hauptstadt vorgedrungen waren Rebellen zuletzt 2003, als Bozize selbst an die Macht kam. Seitdem benötigte er immer wieder ausländische Unterstützung, um selbst Aufstände niederzuschlagen. Doch Frankreich, von der sich das Land 1960 unabhängig erklärte, hält sich mit direkter Einmischung in seinen ehemaligen Kolonien immer mehr zurück. Präsident Francois Hollande schloss zuletzt den Einsatz französischer Soldaten zum Schutz der Regierung in Bangui aus.

Der jüngste Aufstand unterstreicht die unsichere Lage in dem Land, in dem die Armut trotz reicher Uran-, Gold- und Diamanten-Vorkommen groß ist. Die Regierung hat zudem über die Hauptstadt hinaus nur wenig Einfluss, weshalb Teile des Landes immer wieder in Konflikte von Nachbarländern wie Sudan und der Demokratischen Republik Kongo hineingezogen werden.

Frankreich schickt 180 weitere Soldaten nach Zentralafrika

Frankreich hat seine Truppenpräsenz in der Zentralafrikanischen Republik weiter verstärkt. Es seien 180 zusätzliche Soldaten in Bangui eingetroffen, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Sonntag in Paris mit. Damit sind jetzt 580 französische Militärangehörige in Zentralafrika im Einsatz.

In der Zentralafrikanischen Republik, einer ehemaligen französischen Kolonie, leben etwa 1.200 Franzosen. Der französische Premierminister Jean-Marc Ayrault hatte am Freitag bekräftigt, dass sich sein Land aus dem Konflikt heraushalten wolle. Die Rebellenallianz Séléka hatte vor zwei Wochen eine bewaffnete Offensive gegen Präsident François Bozizé gestartet. (APA/Reuters/30.12.2012)

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