Zentralafrikas Präsident bietet Rebellen Regierungsbeteiligung an

30. Dezember 2012, 18:50

Rebellen kündigen rasche Eroberung der Hauptstadt Bangui an - Frankreich verstärkt Truppen

Bangui - Der von Rebellen bedrängte Präsident der Zentralafrikanischen Republik (ZAR), Francois Bozize, hat seinen Gegnern die Bildung einer gemeinsamen Koalitionsregierung angeboten. Außerdem werde er nach Ablauf seiner bis 2016 dauernden Amtszeit nicht wieder antreten, sagte Bozize am Sonntag nach Beratungen mit dem Vorsitzenden der Afrikanischen Union (AU), Thomas Yayi Boni, in der Hauptstadt Bangui.

Die Rebellen erklärten, sie würden das Angebot prüfen. Ihr Ziel sei aber nicht die Beteiligung an der Regierung. Zuvor hatten sie mit der Einnahme der Hauptstadt spätestens am Montag gedroht, wenn Bozize nicht direkte Verhandlungen mit ihnen aufnehme.

Bozize sagte auf einer Pressekonferenz: "Ich bin bereit, eine Regierung der nationalen Einheit mit der (Rebellenallianz) Seleka zu bilden, um das Land gemeinsam zu führen - denn ich bin ein Demokrat." Er sei auch bereit, "ohne Vorbedingungen und Verzögerungen" an Friedensgesprächen teilzunehmen, die von Politikern der Region in Gabun organisiert würden.

Vormarsch

Seit Beginn ihres Aufstands vor drei Wochen hat die Allianz aus drei bewaffneten Gruppen ihren Vormarsch in der ehemaligen französischen Kolonie immer weiter vorangetrieben. Derzeit stehen die Rebellen rund 75 Kilometer von der Hauptstadt Bangui und stellen damit die bisher größte Gefahr für die knapp zehnjährige Herrschaft Bozizes dar.

Die Rebellen werfen ihm vor, sich nicht an eine 2007 geschlossene Vereinbarung zu halten: Bozize habe damals jenen Aufständischen, die ihre Waffen niederlegten, Geld versprochen - dies aber nicht gezahlt.

Die Aufständischen zählen nach eigenen Angaben 3000 Mann und haben wachsenden Zulauf. In die Hauptstadt vorgedrungen waren Rebellen zuletzt 2003, als Bozize selbst an die Macht kam. Seitdem benötigte er immer wieder ausländische Unterstützung, um selbst Aufstände niederzuschlagen. Doch Frankreich, von der sich das Land 1960 unabhängig erklärte, hält sich mit direkter Einmischung in seinen ehemaligen Kolonien immer mehr zurück. Präsident Francois Hollande schloss zuletzt den Einsatz französischer Soldaten zum Schutz der Regierung in Bangui aus.

Der jüngste Aufstand unterstreicht die unsichere Lage in dem Land, in dem die Armut trotz reicher Uran-, Gold- und Diamanten-Vorkommen groß ist. Die Regierung hat zudem über die Hauptstadt hinaus nur wenig Einfluss, weshalb Teile des Landes immer wieder in Konflikte von Nachbarländern wie Sudan und der Demokratischen Republik Kongo hineingezogen werden.

Frankreich schickt 180 weitere Soldaten nach Zentralafrika

Frankreich hat seine Truppenpräsenz in der Zentralafrikanischen Republik weiter verstärkt. Es seien 180 zusätzliche Soldaten in Bangui eingetroffen, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Sonntag in Paris mit. Damit sind jetzt 580 französische Militärangehörige in Zentralafrika im Einsatz.

In der Zentralafrikanischen Republik, einer ehemaligen französischen Kolonie, leben etwa 1.200 Franzosen. Der französische Premierminister Jean-Marc Ayrault hatte am Freitag bekräftigt, dass sich sein Land aus dem Konflikt heraushalten wolle. Die Rebellenallianz Séléka hatte vor zwei Wochen eine bewaffnete Offensive gegen Präsident François Bozizé gestartet. (APA/Reuters/30.12.2012)

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11 Postings
Bildunterschrift richtig:

Francois Bozize, Gangsterr-apper

Es ist ohnehin egal, ...

... ob dort der Gigl oder der Gogl an der Macht ist.

Schweine sind dort alle Politiker (äh, was heißt dort...).

"...nicht involviert....?

Frankreich hält sich raus? aus seinen Ex-Kolonien? gehts noch? in Lybien haben französiche Rafale und Mirage und am Boden Spezialkommandos operiert und Ziele zugewiesen und die "Rebellen" trainiert. dasselbe machen die Franzosen,Briten Amis ect jetzt in Syrien.
wenn Frankreich dort Truppen hin schickt dann nur aus einem Grund: die "Rebellen" zu unterstützen um den untreuen Vasallen loszuwerden und wieder volle Kontrolle über die Bodenschätze zu haben.
die Zeit der unabhängigen Staaten in Afrika ist vorbei.
jetzt holt man sich die Kolonien wieder.
alle wissen das aber es traut sich niemand öffentlich zu sagen.

sie bringen einiges durcheinander und phantasieren sich ihre eigenen wahrheiten zusammen.

- libyen war nie kolonie frankreichs
- dass in libyen frz. bodenkommandos im einsatz waren, werden sie wohl in einer von ihnen handverlesenen quellen irgendwo gefunden haben, bleibt aber reine spekulation (sie stellen es als erwiesene tatsache dar)
- wenn afrikas staaten jetzt nicht unabhängig sind, waren sie es seit den 60er jahren genauso wenig. wann sollen sie es gewesen sein?
- frankreich schickt derzeit truppen, um seine dort lebenden landsleute zu schützen bzw. ggf zu evakuieren. sollten sie direkt in die kämpfe eingreifen, haben sie noch genug gelegenheit sich aus der ferne zu echauffieren, aber so lange das nicht der fall ist, lehnen sie sich besser nicht zu weit aus dem fenster.
- fr unterstützt die rebellen? woher habens das?

Für Vernünftige wäre eine Beteiligung an der Regierung (und an den Bodenschätzen) akzeptabel

Wenn man jedoch die Geschichte Afrikas ansieht werden die sich damit nicht zufrieden geben. Erst weg mit dem bisherigen Machthaber und dann werden sich die ehemaligen Verbündeten gegenseitig auffleischen.

Und erst wenn nichts mehr da ist was man stehlen kann

dann wird eine internationale Beteiligung an diversen Aussöhnungen erwünscht.

Denn dadurch kann man noch was an Hilfslieferungen oder goodwill Zahlungen größerer Nationen verdienen.

(frei nach Kapuszinskiy).

"Frankreich schickt 180 weitere Soldaten nach Zentralafrika"

Kein Wunder, es ist ja das einzige Land, welches Soldaten irgendwo entsenden kann ohne Verluste zu befürchten - siehe Fremdenlegion.

von den 580 in der rca stationierten

frz. soldaten sind rund 400 nicht legionäre.

Eine compagnie vom 3 REI ist dort vor Ort, sicher 200 Mann und seit heute eine Compagnie des 2REP, sicher gute 150 Mann.

es sind jedenfalls 2 kompanien

des 8. RPIMa (8e régiment parachutiste d'infanterie de marine) dort - keine legionaire.

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