Früherer "Times"-Chef und Maastricht-Gegner Rees-Mogg gestorben

Premier Cameron würdigte "Fleet Street-Legende"

London - Der frühere Chefredakteur der renommierten britischen Zeitung "The Times", William Rees-Mogg, ist nach kurzer Krankheit im Alter von 84 Jahren gestorben. Rees-Mogg habe die "Times" reformiert, hieß es am Sonntag in der "Sunday Times". Er hatte sie von 1967 bis 1981 geleitet, später wurde er Mitglied des Oberhauses und ein einflussreicher Kommentator. Anfang der 1990er Jahre versuchte Rees-Mogg, die Ratifizierung des Vertrages von Maastricht durch Großbritannien zu verhindern.

Er argumentierte, dass die Regierung ihre Befugnisse überschreite, da sie ohne ausreichende parlamentarische Zustimmung den Vertrag ratifizieren wolle. Ein Gericht wies die Klage ab. Rees-Mogg galt als Gegner einer weiteren europäischen Einigung und kritisierte, dass die Regierung unberechtigt Befugnisse an europäische Institutionen weitergebe.

Der britische Premierminister David Cameron nannte Rees-Mogg eine "Fleet Street-Legende". "Ich habe bei ihm immer Weisheit und gute Ratschläge gefunden, vor allem in der Zeit, als ich erstmals Oppositionsführer wurde", sagte Cameron. (APA, 30.12.2012)

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