Foursquare zeigt künftig volle Namen der NutzerInnen an

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    grafik: foursquare

Änderung der Nutzungsbedingung angekündigt - Zudem werden mehr Daten an Unternehmen weitergegeben

Einen erfolgreichen Web-Service aufzubauen, ist das eine, ihn später einmal in ein gewinnbringendes Unternehmen zu verwandeln, etwas ganz anderes. Dass dieser Schritt mit gewissen Fallstricken versehen ist, musste erst unlängst das mittlerweile zu Facebook gehörige Foto-Service Instagram feststellen, das mit einer Änderung seiner Nutzungsbedingungen eine Welle der Empörung bei den eigenen NutzerInnen auslöste - und rasch die entsprechenden Anpassungen wieder zurücknahm.

Foursquare

Aus dieser Perspektive ist das Timing von Foursquare zumindest als mutig zu bezeichnen: Noch rechtzeitig vor Jahresende hat das Location Based Service nun ebenfalls eine Änderung der eigenen Nutzungsbedingungen angekündigt. Und diese sehen aus einer Privacy-Perspektive kaum weniger sensible Änderungen vor.

Voller Name

So werden in Zukunft von Foursquare nach außen immer die vollen Namen der NutzerInnen dargestellt, bisher hatte man den Nachnamen auf den ersten Buchstaben abgekürzt. Diese - anfänglich noch praktikable - Herangehensweise sei mit der aktuellen Masse an UserInnen äußerst verwirrend geworden, argumentiert das Unternehmen, verweist vorsichtshalber aber auch gleich darauf, dass man den eigenen Namen in den Einstellungen nach Belieben ändern kann.

Weitergabe

Die zweite große Neuerung betrifft den Umfang der Daten, die Foursquare mit Partnerunternehmen teilt. Konnten Lokalinhaber bisher nur einsehen, wer in den letzten drei Stunden bei ihnen eingecheckt hat, wird dieser Zeitraum nun ausgedehnt. Einen genauen Wert nennt Foursquare hier nicht. Dafür streicht man auch hier heraus, dass die Weitergabe der Daten in den Einstellungen individuell deaktiviert werden kann.

Bemüht

Der Softwarehersteller zeigt sich also ganz augenscheinlich bemüht, ein Debakel a la Instagram zu vermeiden. Die Opt-Out-Möglichkeiten und die Aufklärung der Community mittels eines einfach gehaltenen Privacy-101-Dokuments dürften dabei sicherlich eine wichtige Rolle spielen. Dies wohl wissend, dass die meisten NutzerInnen die Default-Einstellungen ohnehin nicht ändern. Die neuen Nutzungsbedingungen treten automatisch mit dem 28. Jänner 2013 in Kraft. (red, derStandard.at, 30.12.12)

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15 Postings
Echter name im internet

Wer bei Internet-Registrierungen (sofern nicht zwingend erforderlich) seine echten Daten angibt, dem ist sowieso nicht zu helfen. Das müsste man doch mittlerweile schon im Kindergartenalter lernen!?

Das Vermitteln dieser Internet-Verhaltensregel an Menschen, die über das Kindergartenalter hinaus sind, stellt aber in der Tat ein Problem dar :/

Wow, ein nettes Stalker-Tool.

Ist doch überall immer das gleiche schema, zuerst möglichst viele nutzer auf die plattform bringen, dann die nutzungsbedingungen ändern sodass kohle gescheffelt wird weil "die mehrheit wird sich schon ned drum scheren" das gehört verboten, ich find das ist nichts anderes als eine Falle.

Da hätt ich eine einfachere Lösung

"soziale" Netzwerke generell meiden, da man inzwischen weiß, dass sie ohnedies nie halten, was sie versprechen.

...dabei hätten sie fest geglaubt, dass die anbieter alles gratis hergeben können, für immer und ewig. ganz schön naiv....

Jetzt schreibt der WebStandard

noch immer vom "Instagram-Privacy Debakel". Informierts euch bitte endlich und bessert endlich die alten Beiträge aus. Die neuen Terms of Service wären BESSER gewesen als die alten. Und sie sind den Shitstorm, den ihr und andere Medien generiert habt, nicht mal ansatzweise wert.

LESEN: http://www.theverge.com/2012/12/2... pany-to-be

Sry, The Verve blamiert sich grad mit seinem Instagram-Fanboyism selber:

"there's no way Instagram can up and sell your photos to anyone"

und ein paar Zeilen weiter

"there's no way Instagram can up and sell your photos to anyone"

Wer nicht in der Lage ist die eigenen Zeilen zu lesen und verstehen outet sich bestenfalls als blinder Fanboy und ist daher als Quelle vollkommen wertlos.

Journalismus gute Nacht... danke für den Link. Klingt tatsächlich komplett anders so. Trotzdem vergönn ich FB den Storm, sollte wesentlich mehr davon geben bei dem was die aufführen.

Mag einfach sein, dass es aus organisatorischen Gründen nicht möglich ist, bessere ToS zu erhalten.

Da Unternehmen wie Facebook sich in verschiedene kleine Unternehmen aufspalten und sich die Daten gegenseitig steuersparend verkaufen, habens keine andere Wahl.

Sonst kann die irische Niederlassung die Nutzungsrechte an den Bildern nicht an die Niederlassung auf den Bahamas "verkaufen".

Entscheidet wohl jeder selbst, ob er dies besser oder schlechter findet.

Ist ja bei Google auch so, wenn ich eine Bewertung hinterlasse oder?

Die sind für mich in Europa und Asien zumindest aussagekräftiger als 4S.

Foursquare verstehe ich nicht. Warum sollte ich irgend einer weiteren Firma neben jenen, die es eh sowieso schon wissen (Apple, Google, Netzbetreiber, Facebook...) noch sagen, wo ich bin? Wenn ich will dass meine Freunde wissen, wo ich gerade saufe, dann rufe ich sie an und frage ob sie Zeit haben vorbeizukommen.

Es ist im Prinzip wie Yelp oder Qype - nur halt um den Social-Aspekt erweitert, dass man sieht, wo die Freunde so hingehen. Das ist echt praktisch, wenn man sich spontan treffen will. Und noch praktischer ist, dass man dadurch ständig neue Orte entdeckt, die man vorher noch nicht kannte.

Finde ich interessant. In Foursquare steckt noch Potential.

Ich seh

den Aufschrei schon kommen.

Instagram 2.0

momentan sind die leute noch damit beschäftigt, herauszufinden, was foursquare ist. als nächstes kommt die drohung, es nie wieder zu nutzen.

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