Steinbrück: Merkel profitiert von Frauenbonus

Deutsche Bundeskanzlerin habe sich "in einer Männerwelt durchgesetzt, wirkt sehr unprätentiös und tritt bescheiden auf"

Berlin - Der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück führt die Popularität der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) darauf zurück, dass sie eine durchsetzungsstarke Frau sei und bescheiden wirke. "Angela Merkel ist beliebt, weil sie einen Frauenbonus hat", sagte Steinbrück der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Weibliche Wähler würden ihre Durchsetzungskraft in hohem Maße anerkennen.

Die deutsche Bundeskanzlerin habe sich "in einer Männerwelt durchgesetzt, wirkt sehr unprätentiös und tritt bescheiden auf". Auch bei SPD-Wählern komme das gut an. "Das heißt aber nicht, dass ich als der Gottseibeiuns wahrgenommen werde", fügte Steinbrück hinzu.

Sein Verhalten will der Kanzlerkandidat nicht an den Vorteilen seiner Gegnerin im Bundestagswahlkampf ausrichten. Er werde nicht versuchen, sich grundsätzlich zu ändern oder in einem Kurs zu lernen, Beliebtheitspunkte zu sammeln. "Das würde ohnehin als Schauspielerei entlarvt", sagte Steinbrück. Wahlen würden nicht nach Beliebtheit entschieden. 2005 sei er als Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens beliebter gewesen als sein damaliger Kontrahent Jürgen Rüttgers von der CDU und habe trotzdem die Landtagswahl verloren. (APA, 30.12.2012)

 

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