Bundesbankpräsident sieht in Krisenmüdigkeit Gefahr für den Euro

29. Dezember 2012, 16:00

Das Eurosystem dürfe sich nicht in die Nähe zur monetären Staatsfinanzierung begeben, bekräftigt Jens Weidmann

Bundesbankpräsident Jens Weidmann sieht die Euro-Krise noch längst nicht als überwunden an. Die Ursachen seien noch lange nicht beseitigt, sagte Weidmann der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Dass sich allenthalben Krisenmüdigkeit ausbreite, werde zur Gefahr, "wenn die Politik mit der Krise nichts mehr zu tun haben will und erwartet, dass die Notenbank die Kastanien aus dem Feuer holt", warnte er.

Weidmann bekräftigte seine Kritik am Kurs der EZB, notfalls unbegrenzt Anleihen zu kaufen. Sein Dissens mit EZB-Chef Mario Draghi bestehe weiter. "Ich befürchte stabilitätspolitische Risiken und die Gefahr einer Vermischung von Geld- und Fiskalpolitik", betonte er. Die Notenbank könne lediglich "Solvenzrisiken zwischen den Euroländern unbegrenzt umverteilen", was eine Art Versicherung sei: "Aber die Versicherung macht das System noch nicht stabiler." Das Eurosystem dürfe sich nicht in die Nähe zur monetären Staatsfinanzierung begeben, warnte Weidmann abermals.

"Brandgefährlich"

Die relativ niedrige Inflation könne sich ändern, wenn die Konjunktur wieder anziehe und die Zinsen erhöht werden müssten. Deshalb halte er es auch für "brandgefährlich", wenn wieder darüber diskutiert werde, "ob man nicht ein bisschen mehr Inflation zulassen sollte".

Auch die Sparer in Deutschland würden bereits jetzt durch die Politik der EZB zur Eurorettung belastet, weil die Zinsen für Sparguthaben niedriger seien als die Inflationsrate: "Negative Realzinsen sind Folgen der Geldpolitik in der Krise, die der Sparer unmittelbar spürt."

Auf die Frage, ob seine Haltung in der Eurokrise von Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel gedeckt werde, sagte Weidmann: "Wir haben unsere Unabhängigkeit bekommen, um Kurs zu halten, selbst wenn die Politik nicht hinter uns steht." (APA, 29.12.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 55
1 2
Geld alleine kann keine Probleme lösen.

Leider versuchen da aber Politiker mit einer verdächtigen Nähe zu Goldmann Sachs. Ein Marshallplan müsste her mit Bildung für die Länder die nur noch Korruption kennen, und verlernt haben Steuern zu zahlen. Die Schweindlstaaten brächten Bildung das die endlich wieder was Produzieren was Europa und Weltweit auch gefragt ist.
Die Griechen sollten sich auch mal zusammen. Es solte Ihnen schon peinlich sein das Ihr Erzfreind im Osten wirtschaftlich erfolgreicher ist als die angeblich älteste Demokratie der Welt.

Ist halt schwierig was zu produzieren das nachgefragt wird, wenn niemand Geld hat um etwas nachzufragen

Auch ist es schwierig, wettbewerbsfähig zu produzieren, wenn ein durchindustrialisiertes Land einen subventionierten Niedrigstlohnsektor betreibt.

Stimmt schon Geld löst keine Probleme, es schafft lediglich welche wenn zuwenig davon da ist.

Wobei es schon etwas ironisches hat wenn sich Länder mit Fiat-Geld die Wirtschaft von zu wenig Nachfrage, also zu wenig Geld runterfahren lassen, da Geld hier nur durch die Regeln begrenzt ist, die sich diese Länder selbst auferlegt haben...

Das Problem ist halt, dass diese Regeln aus falschen Theorien entsprungen sind an denen nach wie vor festgehalten wird.
Allerdings kollidieren diese Theorien mittlerweile so häufig mit der Realität, dass sie nicht mehr lange zu halten sein werden.

zuwenig geld ist nur vorhanden, wenn zuviel geld vorhanden ist - ich weiß, daß das für dich nicht nachvollziehbar ist, aber im endeffekt ist es eine mathematische gweissheit in einem verzinsten geldsystem, und je mehr geld am fiktiven finanzmarkt herumschwirrt, umso mehr geld wird aus der realwirtschaft in eben diesen markt gesaugt und fehlt anschließend bei der kaufkraft jener, die es erwirtschaften durften...

ein dollar in der realwirtschaft = 400 dollar in der finanzwirtschaft - und diese 400 dollar dienen nur einem zweck: der arbeitslosen selbsvermehrung - ohne leistung, ohne produkt, ohne bedarf - und vermehrt wird dieses kapital aus der realen wirtschaftsleistung

Kleiner, ich sags dir jetzt nochmal: Geh weg

Ich bin an deinem VT-Mist nicht interessiert.
Nochmal: Hör auf deinen Müll unter meinen Kommentaren abzusondern.

Sehr geehrter Kollege...

Wir schreiben Ihnen auch nicht vor, wo und was Sie posten dürfen. Soviel zur Posting-Kultur.
Zur Sache: Wenn Sie anderen Postern etwas unterstellen, dann sollten Sie das wenigstens sachlich untermauern.
Im konkreten Fall wäre es interessant zu erfahren, wo Sie eine Verschwörungstheorie sehen. Sie sehen da nämlich etwas, was so einige andere nicht sehen...

Das liegt daran, dass ich hier nicht zum ersten mal auf "Higgs- wozu?" treffe. Das ist ein Spinner.
Sehen Sie sich andere Postings von Ihm an und Sie werden mir zustimmen.

Richtig erkannt

Die EU Bürger können und wollen nicht weiter finanzieren.
Die Zahlungsunfähigkeit ALLER EU Staaten als auch der USA ist vorprogrammiert.

Das unvermeidliche "Globale Finance Break-Down" wird wie von höchster Ebene geplant in den nächsten Monaten stattfinden.

Wieder ein prophezeiter Weltuntergang der nicht stattfinden wird......

Wird langsam langweilig......

Der "Break Down" bringt gar nichts ohne Reset-Knopf

damit meine ich die fairere Verteilung von Vermögen und Gütern. Die kann aber nur durch entsprechende Enteignungen geschehen und sind daher demokratisch-rechtsstaatlich nicht machbar.
Lediglich Krieg und Revolutionen wären dazu in der Lage.
Ersters ist weder wünschenswert, noch warhscheinlich.
Zweiters wird - durch die totale Überwachung - bereits im Keim erstickt und wird auch nicht stattfinden.

Also werden wir uns weiterhin versklaven lassen.
Einzelne Randalierer wird man durch den Sicherheitsapparat schon unter Kontrolle haben.

Herrliche Demokratie!

Dann wird die Entwertung des überschüssigen Kapitals eben, durchaus systemgerecht, unkontrolliert und chaotisch vonstatten gehen, mit allen sozialen und politischen Folgen. Was nicht minder "wünschenswert" ist als Krieg oder Revolutionen.

Mindert eine Ausweitung der Geldmenge den Wert des Geldes?

Mal angenommen die EZB schenkt jedem EU-Bürger einfach so 1.000 €, was würde passieren?

Nun, es ist anzunehmen, dass zumindest ein Teil davon ausgegeben werde würde - es würde also zu einem Anstieg der Nachfrage kommen. Die Frage ist jetzt, ob dieser Anstieg der Nachfrage zu höheren Preisen (also Inflation) führen würde: Die Antwort ist Jein.

Kriesenbedingt sind die Produktionskapazitäten momentan bei weiten nicht ausgelastet. Das heißt eine steigende Nachfrage würde lediglich dazu führen, dass die Produktionskapazitäten gesteigert werden, das heißt die Unternehmen würden mehr Produzieren und dafür auch wieder mehr Personal einstellen.

woher holst du den tausender?

wird er frisch gedruckt und verteilt, oder holst du ihn von jenen die ihn per kapitalertrag geschenkt bekommen haben und gibst ihn jenen zurück die ihn ursprünglich erwirtschaftet haben - nimmst ihn also aus dem finanzmarkt und rückverteilst ihn in die realwirtschaft?

in ersten fall würde er die gesamt geldmenge um 500 mrd ausweiten, in zweiten fall würde die geldmenge stabil bleiben bzw. nur die in der realwirtschaft vorhandene geldmenge ausgeweitet - wobei 40% der summe über den konsum eh sofort wieder bei jenen landen würde, dennen du den tausender genommen hast um ihn rückzuverteilen.

inflationär würde er sich wohl in beiden fällen auswirken

Halt dich da raus kleiner. Wenn du schon deinen Mist in meinen Kommentaren verbreiten musst, dann stelle die wenigstens ans Ende und nicht mitten rein.

dacht ich mir schon, daß du nicht den geringsten tau von dem hast, was du hier so stottrig absonderst;-)

Zu höheren Preisen würde es lediglich bei den Produkten führen, die nicht einfach in größeren Stückzahlen hergestellt werden können, etwa weil die Ressourcen dafür nur begrenzt verfügbar sind.

Das wäre aber auch durchaus wünschenswert, da dies zu einem sparsameren Umgang mit knappen Ressourcen führen würde Produkte die problemlos in größeren Mengen verfügbar wären würden hingegen einfach in größeren Stückzahlen produziert werden - die Verfügbarkeit dieser Produkte wird nur dadurch begrenzt, dass es zu wenig Geld (bei den Konsumenten) gibt - mit der Konsequenz, dass die Menschen die diese Produkte herstellen könnten keinen Job haben. Praktisch eine Loose-Losse Situation.

Ein direkter Zusammenhang zwischen Geldmenge und Geldwert ist also erst dann zu erwarten, wenn die Produktionskapazitäten der gesamten Volkswirtschaft zu 100% ausgelastet sind - also praktisch Vollbeschäftigung herrscht und die Verfügbarkeit von Produkten nicht mehr weiter gesteigert werden kann.

Bis dorthin leben wir allerdings unter unseren Verhältnissen, da wir eigentlich für einen höheren Lebensstandard sorgen könnten - wir das aber nicht machen, weil es zu wenig Geld (bei den Konsumenten) gibt.

solange wir +40% der gesamten wirtschaftsleistung nach oben umverteilen leben nicht wir über unseren verhältnissen, sondern ausschließlich jene die diese 40% leistungslos kassieren - vollbeschäftigung würd denen natürlich sehr entgegenkommen, genauso wie arbeiten bis 75, oder 90% steuerquote - jene die buckeln haben natürlich nicht das geringste davon...

es ist ein verteilungsproblem, kein problem der vorhandenen und erbrachten leistung.

und dieses problem weitet sich völlig automatisch, und nur abhängig vom faktor zeit aus - und da können wir bis zum herzkasper im laufrad hampeln, das ändert nicht das geringste daran, daß jene die die leistung erbringen nicht jene sind die von ihr profitieren

Was für eine Verbalkreation: "Krisenmüdigkeit".

er wird es wohl

nie begreifen, dasz Resteuropa nicht am dt. Wesen genesen will

Resteuropa wird nie begreifen, dass...

...die Deutschen nicht alle durchfüttern können und wollen.

Die Träumer vom leistungslosen Wohlstand werden wohl schon bald (geschichtlich betrachtet) in die Realität zurückkommen. Das ist so, weil Gelddrucken durch die EZB die Gesellschaft auch nicht versorgen kann.

Dir Frage ist, wann Deutschland begreift, dass es nicht ewig einen auf Exportmeister machen kann

Ganz einfach weil diese Exporte immer auch jemand importieren muss und der Importeur dadurch mittelfristig immer Überschuldet und somit als Abnehmer der deutschen Produkte wegbricht.

Deutschland muss endlich seine Löhne erhöhen (vor allem die niedrigen) um seine Nachfrage zu steigern und eine ausgeglichene Handelsbilanz erreichen.

Im übrigen tritt dieses Problem hauptsächlich im Euro-Raum auf, da andere Länder einfach ihre Währung rel. zum Euro abwerten wenn sie bemerken, dass sie da ständig mehr aus dem Euroraum (Deutschland) importieren als exportieren.

Das heißt mit dem niedrigen Lohnniveau greift Deutschland hauptsächlich die Wirtschaft der anderen Euro-Länder an.

"Deutschland" -oder besser intellektuell etwas schwach bemittelte Stahlhelme wie Du (denn das Gros deiner Landsleute ist durchaus normal und lernfähig, korrekte Information voraussgesetzt) - muss begreifen lernen, dass Länder wie Italien und die kleineren Staaten nicht länger deutsche Banken sowie das deutsche Exportmodell doppelt finanzieren:

a) den Krempel kaufen
b) die Risiken übernehmen (die sich derzeit in den Rettungschirmen zeigen)

Das Hauptopfer der dt. Politik ist derzeit Italien, wenn man alle Zahlungen zusammennimmt.

Und die betroffenen Länder müssen lernen, der dt. Propaganda etwas entgegenzusetzen.

D und F waren Hauptnehmer der Krisenpakete, auf den Schultern der kleinen und Belasteten.

Es besteht nur Grund für Dankbarkeit, ganz sicher nicht für Präpotenz.

Alle Freunde der Exportoffensiven und Handelsbilanzüberschüsse allerdings auch. Denn wie dieses Leben so spielt, hängt das eine mit anderem direkt zusammen.

Aber ich verstehe: Ein bissi Moralgeplustere tut ja so gut, bevor es ans Zahlen gehen wird. Nämlich, unter anderem, für all die faulen Billigkredite, die zwecks Exportförderung vergeben wurden.

Und dabei haben die deutschen Dämeln schon einmal gezahlt für den Ehrentitel "Exportweltmeister", nämlich mit einem Leben unter ihren Verhältnissen.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 55
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.