Deutsche-Bank-Chef fürchtet Konkurrenz von Google und Microsoft

29. Dezember 2012, 12:33

Fitschen fordert "paneuropäische Banken"

Neue Rivalen setzen die Deutsche Bank unter Druck: Deutschlands größtes Geldinstitut muss seine Kosten auch wegen der aufstrebenden Konkurrenz aus dem Internet deutlich straffen.

Datenflut als Vorteil

Kostensenkung sei "umso dringlicher, als wir in Zukunft vermutlich nicht so sehr gegen andere Banken und Sparkassen konkurrieren werden, sondern zunehmend gegen die Microsofts und Googles dieser Welt", sagte Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen der "Börsen-Zeitung" (Samstag-Ausgabe). "Diese Unternehmen wissen aufgrund ihrer riesigen Datenbasis viel mehr über die Bedürfnisse ihrer Kunden, als Banken es jemals erfahren werden, und können dadurch Dienstleistungen sehr gezielt anbieten."

"Paneuropäische Banken" als Gegenmaßnahme

Um gegen die neue Internet-Konkurrenz bestehen zu können, aber auch gegen neue Großbanken, die in den Schwellenländern entstehen, fordert Fitschen "paneuropäische Banken". "Andernfalls werden uns die Wachstumsräume China, Indien, Brasilien oder auch Russland wirtschaftlich abhängen", sagte er dem Blatt weiter. Dort entstünden Banken, die dank ihrer großen einheitlichen Heimatmärkte produktiver und sehr kostengünstig arbeiten könnten. Fitschen und der zweite Co-Chef Anshu Jain haben der Deutschen Bank Kostensenkungen von 4,5 Milliarden Euro bis 2015 verordnet.

Auch wenn die Deutsche Bank derzeit keine großen Zukäufe plane, müsse sie sich fragen, wo sie mittel- bis langfristig ihren Platz sehe, ergänzte Fitschen, der sich mit Jain zusammen seit Juni den von Josef Ackermann übernommenen Chefsessel teilt. Die Konzentration in der europäischen Bankenbranche sei längst nicht abgeschlossen. "Die Aufstellung des europäischen Finanzmarktes entspricht heute bei Weitem nicht der Bedeutung des Euro."(APA/Reuters, derStandard.at, 29.12.2012)

Man muss dazusagen dass deutsche Banken im Gegensatz zu Österreichischen immer noch sehr Gebührelastig sind. Was sich ein Österreicher zB schwer vorstellen kann: hebst am Bankomat einer fremden Bank ab (zB mit einer Sparkasse Bankomatkarte an einem Auotmaten der Deutschen Bank) werden bis zu 5 Euro Gebühr fällig. Auch für jeden anderen Mist verlangen die Gebühren, die es in Ö scho lange nicht mehr gibt. Auch die Direktbanken übrigens.

Microsoft-Bank, Google-Bank???

I man I tram. VORSICHT.
Bitte erstmal klären, was ist (gegenüber dem Endkunden, B2B ist ein anderes Blatt) nun das Geschäftsfeld einer BANK - überschneidet sich das wirklich mit diesen Gesellschaften, und das in der Weise daß echte Konkurrenz entsteht?
Ja, die Bezahlung irgendwelcher Dienstleistungen über z.B. Paypal (ist aber auch eine "Bank") - und vielleicht findet der Eine oder Andere über Google Crowdfundingprojekte zum Investieren "an der Bank vorbei" - aber da gibt es sicher bald ein Gesetz, das die Einschaltung der Banken als "Fiskal-Clearingstelle" verpflichtend macht ...

Direktes Crowdfunding an Banken vorbei ist in Ö schon immer verboten. Siehe zB den akuellen Fall FMA vs Waldviertler. Zeigt schön in welch krankem Finanzsystem wir uns bewegen.

Autsch, ja ...

dämmert mir wieder, das war/ist doch ein Schuh ...

von was für dienstleistungen spricht er? bietet google bankgeschäfte an, oder machen die banken in werbung, oder was verpasse ich?

ich würde vermuten...

...dass er primär von Zahlungsverkehr und damit verknüpften Dienstleistungen spricht

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.