Eyeem sagt Instagram und Co. den Kampf an

29. Dezember 2012, 11:16
  • Eyeem will mit besserer Auffindbarkeit relevanter Bilder punkten.
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    foto: eyeem/matusek

    Eyeem will mit besserer Auffindbarkeit relevanter Bilder punkten.

Dienst will besonders das Finden relevanter Fotos vereinfachen

Wenn eine Online-Plattform neue Nutzungsbedingungen einführt, kann dies die Fans mitunter sehr empören. So geschehen und berichtet in der Vorwoche bei Instagram, der heuer von Facebook zum Preis von einer Milliarde Dollar übernommenen Fotosharing-Site. Da hilft es nur zum Teil, dass die Änderungen wieder zurückgenommen werden. Denn mancher Anhänger hat Instagram den Rücken gekehrt. Zur Freude der alternativen und noch nicht so bekannten Angebote - wie etwa Eyeem.

Eyeem profitierte vom Wirbel um Instagram

"Die Downloads unserer Fotoapp haben sich am Tag nach dem Bekanntwerden der geplanten Änderungen bei Instagram verzehnfacht", berichtet Severin Matusek, Community-Manager des Berliner Start-ups im STANDARD-Gespräch. "Seither haben wir einen extremen Zuwachs."

Bessere Suchergebnisse sollen Erfolg bringen

Eyeem, im Februar 2011 von dem deutschen Fotografen Florian Meissner und Freunden gegründet, hat das Thema Fotosharing zwar nicht erfunden. Mit einem anderen Fokus als die Konkurrenz hoffen die Macher die Nutzer auf den Geschmack ihres Fotoservices zu bringen. Zum einen setzt Eyeem Matusek zufolge auf einen vereinfachten Taggingprozess, zum anderen werde dem Nutzer die Möglichkeit geboten, nach thematisch ähnlichen Fotos zu suchen. 1,2 Millionen Mal sei die App bisher heruntergeladen worden.

"Die Anzahl der Fotos, die heuer mit Smartphones geschossen werden, übersteigt zum ersten Mal die Anzahl aller Fotos, die jemals in der Geschichte der Fotografie gemacht wurden", erläutert der gebürtige Wiener, der in seiner Heimatstadt mehrere Jahre für die Lomographische Gesellschaft tätig war. "Es geht im Internet und sozialen Netzwerk immer mehr darum, wie ich Sachen finde, die für mich relevant sind", sagt der 28-jährige Eyeem-Manager.

Tags, Orte und Themen

Wer im Wiener Café Prückl eine Melange trinkt, dort ein Foto mit Smartphone oder Tablet aufnimmt und dieses auf Eyeem hochlädt, erhält Ort und Zeit und das vermutliche Interesse daran im Programm gleich vorgeschlagen. Auf der Plattform kann dann nach weiteren Fotos aus dem Kaffeehaus oder verwandten Themen gesucht werden. "So schaffen wir für die Nutzer ein visuelles soziales Netzwerk, auf dem sie nach Gleichgesinnten suchen können", sagt Matusek.

Community-Arbeit

Ein großer Stellenwert wird bei Eyeem zudem der Community eingeräumt. Im mit der App verbundenen Blog werden die Nutzer mit wöchentlich wechselnden Themen zu Fotos inspiriert. Hardcore-Fans können zu Ambassadors aufsteigen, die in ihrer Heimatstadt Fotowalks oder Ausstellungen organisieren.

Fotoverkauf mit Tantiemen für User geplant

Geldgeber sind die Londoner Passion Capital und Wellington Partners. Ans Geldverdienen muss die 18-köpfige Eyeem-Crew natürlich auch denken. Das angedachte Geschäftsmodell: keine Werbung, sondern mit den Fotos Mehrwert für die User lukrieren. Firmen sollen für Werbezwecke auf Eyeecom Fotos kaufen können. Hoppla, gab es deswegen nicht gerade bei Instagram einen Aufschrei der Nutzer? "Stimmt", sagt Matusek. "Doch wir versprechen: Wir machen nichts mit den Fotos, was der Nutzer nicht will - und wir beteiligen ihn am Erlös." (Karin Tzschentke, DER STANDARD, 29.12.2012)

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12 Postings

Ich habe eyeem nun installiert, finde es recht gut - auf jeden Fall um einiges besser als instagram (allein schon die Größe der Bilder)

Auch wenn fast schon ein verbrechen ist, aber ich mag die fotos die instagram macht sehr gerne.
Gibt tolle fotos, auch wenn sie an echte polaroids nicht ganz heran kommen

Ich hab ein wenig in eyeem geblättert. Da sind ein paar sehr sehr feine Arbeiten drin zu sehen.

Das Beispielbild oben ist übrigens falsch getagged - in dem Teil vom Prückel ist seit einiger Zeit der Nichtraucherbereich ;o)

"Die Anzahl der Fotos, die heuer mit Smartphones geschossen werden, übersteigt zum ersten Mal die Anzahl aller Fotos, die jemals in der Geschichte der Fotografie gemacht wurden"

Ein weiterer Beweis für die altbekannte Tatsache, dass Quantität alleine zu wenig ist...
Es ist schon einigermaßen mühsam, dass einem ständig und überall die Linsen von Handys ins Gesicht gehalten werden.

naja das sollen ja auch keine qualitativ guten werke sein - bei diesen Plattformen geht's primär ums teilen von Fotos mit freunden...

ok, aber - nur mal so überlegt:
Wie viele Fotos von Party mit Freund + Bier, Sonnenuntergang mit Strand und Weinflasche, Schneemann mit Hund beim Pinkeln, betrunkenem Teenie, Bierkiste vor DJ, Stehversuch auf Luftmatratze, Balanceversuch auf Balkongeländer,etc,etc, verkraftet Ihre Festplatte??
Ich denke mir halt, ist das sooo interessant dass ich's allen möglichen Leuten aufs Aug drücken muß?
Wenn mir ein Foto als Bild dermaßen überzeugend gelingt, find ich auch andere Möglichkeiten es zu präsentieren. Dazu kommt, dass es ein gutes Stück Arbeit ist bis aus einem Foto wirklich ein Bild mit Aussage entsteht, das ich WIRKLICH gern teile. An dem unspezifizierten "Teilen" von Schrott verdient doch bloß das pseudosoziale Netzwerk - oder nicht??

Wieso man der öffentlichkeit die fotos um die ohren haun muss, versteh ich auch nicht.
Obwohl es auch sehr gelungene aufnahmen gibt!

Wenns gelungen ist, sag ich ja auch nix, im Gegenteil, ich schaue sehr gern gute Aufnahmen an, schon weil man von talentierten Leuten ja auch was lernen kann...

Ich hab die Hoffnung schon aufgegeben dass sich diese "Dokumentationswut" irgendwie totläuft. Wenn aus einer Milliardenzahl Fotos vielleicht ein paar hundert gute und ein/zwei große übrigbleiben, naja...Schrotschüsse für Schrott-Schüsse.
Wobei: die wollen knipsen und nicht "fotografieren" - das ist zumindest für mich was anderes.
Außerdem:Wieviel Augenblicke an "Erlebnis" und Beschäftigung mit der Umgebung und den Menschen verpasst man indem man sich hinter Technik versteckt?

Grundsätzlich finde ich den Hintergedanken bei Eyeem nicht so schlecht, fürchte aber die werden auch in schierer Masse ertrinken.
Vielleicht irre ich,aber ich glaub von Ansel Adams ist der Satz "Ein gutes Bild im Monat ist genug".

ausserdem ein lustiger widerspruch

die menge aller fotos ist größer als die menge aller fotos insgesamt

Vermutlich ist “bisher insgesamt“ gemeint, da haben die Formulierungsmeister wieder mal zugeschlagen ;o)

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