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vergrößern 536x796Eyeem will mit besserer Auffindbarkeit relevanter Bilder punkten.
Wenn eine Online-Plattform neue Nutzungsbedingungen einführt, kann dies die Fans mitunter sehr empören. So geschehen und berichtet in der Vorwoche bei Instagram, der heuer von Facebook zum Preis von einer Milliarde Dollar übernommenen Fotosharing-Site. Da hilft es nur zum Teil, dass die Änderungen wieder zurückgenommen werden. Denn mancher Anhänger hat Instagram den Rücken gekehrt. Zur Freude der alternativen und noch nicht so bekannten Angebote - wie etwa Eyeem.
"Die Downloads unserer Fotoapp haben sich am Tag nach dem Bekanntwerden der geplanten Änderungen bei Instagram verzehnfacht", berichtet Severin Matusek, Community-Manager des Berliner Start-ups im STANDARD-Gespräch. "Seither haben wir einen extremen Zuwachs."
Eyeem, im Februar 2011 von dem deutschen Fotografen Florian Meissner und Freunden gegründet, hat das Thema Fotosharing zwar nicht erfunden. Mit einem anderen Fokus als die Konkurrenz hoffen die Macher die Nutzer auf den Geschmack ihres Fotoservices zu bringen. Zum einen setzt Eyeem Matusek zufolge auf einen vereinfachten Taggingprozess, zum anderen werde dem Nutzer die Möglichkeit geboten, nach thematisch ähnlichen Fotos zu suchen. 1,2 Millionen Mal sei die App bisher heruntergeladen worden.
"Die Anzahl der Fotos, die heuer mit Smartphones geschossen werden, übersteigt zum ersten Mal die Anzahl aller Fotos, die jemals in der Geschichte der Fotografie gemacht wurden", erläutert der gebürtige Wiener, der in seiner Heimatstadt mehrere Jahre für die Lomographische Gesellschaft tätig war. "Es geht im Internet und sozialen Netzwerk immer mehr darum, wie ich Sachen finde, die für mich relevant sind", sagt der 28-jährige Eyeem-Manager.
Wer im Wiener Café Prückl eine Melange trinkt, dort ein Foto mit Smartphone oder Tablet aufnimmt und dieses auf Eyeem hochlädt, erhält Ort und Zeit und das vermutliche Interesse daran im Programm gleich vorgeschlagen. Auf der Plattform kann dann nach weiteren Fotos aus dem Kaffeehaus oder verwandten Themen gesucht werden. "So schaffen wir für die Nutzer ein visuelles soziales Netzwerk, auf dem sie nach Gleichgesinnten suchen können", sagt Matusek.
Ein großer Stellenwert wird bei Eyeem zudem der Community eingeräumt. Im mit der App verbundenen Blog werden die Nutzer mit wöchentlich wechselnden Themen zu Fotos inspiriert. Hardcore-Fans können zu Ambassadors aufsteigen, die in ihrer Heimatstadt Fotowalks oder Ausstellungen organisieren.
Geldgeber sind die Londoner Passion Capital und Wellington Partners. Ans Geldverdienen muss die 18-köpfige Eyeem-Crew natürlich auch denken. Das angedachte Geschäftsmodell: keine Werbung, sondern mit den Fotos Mehrwert für die User lukrieren. Firmen sollen für Werbezwecke auf Eyeecom Fotos kaufen können. Hoppla, gab es deswegen nicht gerade bei Instagram einen Aufschrei der Nutzer? "Stimmt", sagt Matusek. "Doch wir versprechen: Wir machen nichts mit den Fotos, was der Nutzer nicht will - und wir beteiligen ihn am Erlös." (Karin Tzschentke, DER STANDARD, 29.12.2012)
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"Die Anzahl der Fotos, die heuer mit Smartphones geschossen werden, übersteigt zum ersten Mal die Anzahl aller Fotos, die jemals in der Geschichte der Fotografie gemacht wurden"
Ein weiterer Beweis für die altbekannte Tatsache, dass Quantität alleine zu wenig ist...
Es ist schon einigermaßen mühsam, dass einem ständig und überall die Linsen von Handys ins Gesicht gehalten werden.
ok, aber - nur mal so überlegt:
Wie viele Fotos von Party mit Freund + Bier, Sonnenuntergang mit Strand und Weinflasche, Schneemann mit Hund beim Pinkeln, betrunkenem Teenie, Bierkiste vor DJ, Stehversuch auf Luftmatratze, Balanceversuch auf Balkongeländer,etc,etc, verkraftet Ihre Festplatte??
Ich denke mir halt, ist das sooo interessant dass ich's allen möglichen Leuten aufs Aug drücken muß?
Wenn mir ein Foto als Bild dermaßen überzeugend gelingt, find ich auch andere Möglichkeiten es zu präsentieren. Dazu kommt, dass es ein gutes Stück Arbeit ist bis aus einem Foto wirklich ein Bild mit Aussage entsteht, das ich WIRKLICH gern teile. An dem unspezifizierten "Teilen" von Schrott verdient doch bloß das pseudosoziale Netzwerk - oder nicht??
Ich hab die Hoffnung schon aufgegeben dass sich diese "Dokumentationswut" irgendwie totläuft. Wenn aus einer Milliardenzahl Fotos vielleicht ein paar hundert gute und ein/zwei große übrigbleiben, naja...Schrotschüsse für Schrott-Schüsse.
Wobei: die wollen knipsen und nicht "fotografieren" - das ist zumindest für mich was anderes.
Außerdem:Wieviel Augenblicke an "Erlebnis" und Beschäftigung mit der Umgebung und den Menschen verpasst man indem man sich hinter Technik versteckt?
Grundsätzlich finde ich den Hintergedanken bei Eyeem nicht so schlecht, fürchte aber die werden auch in schierer Masse ertrinken.
Vielleicht irre ich,aber ich glaub von Ansel Adams ist der Satz "Ein gutes Bild im Monat ist genug".
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