Montis Name auf Wahlliste des Zentrumsblock

28. Dezember 2012, 20:41

Scheidender Premier stellt Verzicht auf Allianz mit Linksparteien als Bedingung für Pakt mit Bersani Rom

Der Name des scheidenden italienischen Premiers Mario Monti wird auf der Wahlliste des Bündnisses von Zentrumsparteien erscheinen, das eine zweite Regierung unter Leitung des Wirtschaftsprofessors unterstützt. „Mit Monti für Italien" könnte nach Angaben des zurückgetretenen Regierungschefs die Liste heißen.
Die Zentrumsparteien werden mit einer einzigen Wahlliste für die Sitze im Senat antreten, berichtete Monti im Interview mit der von RAI 1 gesendeten Talkshow

"UnoMattina" am Donnerstag. Im Abgeordnetenhaus sollen die Zentrumsparteien dagegen mit mehreren Wahllisten ins Rennen gehen.
Monti schloss nicht aus, dass er eine Allianz mit Mitte-Links-Chef Pierluigi Bersani schließen könnte. Als Bedingung für einen Wahlpakt stellte Monti jedoch, dass Bersanis Demokratische Partei (PD) auf ein Bündnis mit Linksgruppierungen verzichte. Viele seiner Reformen seien von Linksparteien und Gewerkschaften gestoppt worden, kritisierte Monti. Er versprach eine Senkung der Steuern auf Arbeit und Unternehmen im Falle eines Wahlsieges. Er werde auch eine Umverteilung des Reichtums von den Vermögenden hin zu den Armen vorantreiben, versicherte Monti.

Monti will zwar die Führung einer Koalition von Zentrumsparteien für die Parlamentswahlen am 24. und 25. Februar übernehmen. Er möchte sich jedoch nicht um ein Parlamentsmandat bewerben, weil er als Senator auf Lebenszeit bereits über einen Sitz im Abgeordnetenhaus verfügt. Vor Weihnachten hatte der Ex-Premier ein umfangreiches Reformprogramm vorgestellt. (APA, 3.1.2013)

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Viel Auswahl haben's ja nicht gerade.

Autokraten so oder so.

nach letzten umfragen

kommt das monti-bündnis knapp über 20%, ebenso berlusconi (strikes back). bersani+vendola um die 40%. grillo geht (erwartungsgemäß) etwas runter auf 15% und drunter, woraus ohne probleme bis zur wahl 10 werden könnten. lega extrem unter druck. im senat müßten sie jetzt die von ihnen selbst eingeführte 8% hürde nehmen. sieht also aus nach einer von silvio und lega, allerdings auch von idv gereinigten großen vereinigung von bersani/vendola - monti/casini. das gäbe sicher genug garantien gegen echte strukturelle reformen und der vatikan hätte wohl auch nix dagegen. echte reformer wie de magistris wären also erfolgreich abgewehrt und keine nationale gefahr mehr: buona fine e buon principio (prost mahlzeit).

beh

Severgnini, gestern bei Lilli nazionale, war zwar v. Monti auch nicht ueberzeugt, Berlusca haelt er aber fuer weg v. Fenster

genau: meno male che silvio c'era. - da die italiener notorisch gegen links stimmen und zwar völlig unabhängig von der konkreten politik, ging das nur über ein neues -zentrum-, also über eine neue rechte mit zumindest einem neuen gesicht, dem man zumindest nicht unterstellen kann europa nicht ernst zu nehmen. wenn das kein progress ist. das problem montis ist denn auch weniger die europäische als die nationale integration. er sieht den norden, aber ohne zu begreifen, daß dessen basis -links- ist, d.h. etwas gerechtere verteilung, statt mehr raum für anwälte und kasten. monti soll jetzt das alte system garantieren + europa. neugierig darf man sein wie etwa seine schul- oder justizreform aussehen würde.

Auch wenn ich mich wiederhole,welches "neue" Zentrum? Italien wurde beinahe immer vom "Zentrum" regiert.

Das ist die Realität,früher war es die DC, Prodi kam aus der DC und Berlusconis Allianz beherbergt nicht nur das Zentrum, sondern ist Teil der EVP, also des europäischen Zentrums und wer Casini und Fini zum "neuen" Zentrum zählt,kennt die Geschichte beider nicht, denn der eine war ein "Kofferträger" einer schillernden DC-Figur namens Forlani,wobei man LANGE Silvio unterstützt hat, auch seine Gesetze ad personam! und auch Fini hat Silvio bis zum Streit gestützt.Wenn das das "neue" Zentrum sein soll,dann buonanotte Italia.Das Problem in Italien ist eben das Zentrum samt Vatikan.Sie haben dieses Land zugrunde gerichtet,Silvio ist ein Symptom,nicht die Ursache.

stell dir für einen augenblick vor nicht monti sondern prodi hätte genau die gleichen -reformen- gemacht: nicht 60 und 50% anerkennung der person sondern 6 und 5%. woher prodi mal kam spielt da, weil es zum teil nur noch um mythen geht, eine kleine rolle. in diesem sinne sehe ich wenigstens das relative neue an monti/casini/fini, daß sie wesentliche positionen prodis beziehn, was europa angeht, aber unter einer rechten flagge. nach und nach reifte dort der begriff, daß man als cäpten den großen bruder von Schettino an bord hat. - ansonsten weiß nicht ob fini/casini irgendwas glauben. es sind ausgebuffte castianer & classische neoitalienische 5%-gurus.

Das Problem in Italien ist ja, dass dieses Land ja de facto immer von der "Mitte" regiert wurde, eine unheilige Allianz aus dubiosen Gesellschaftsteilen, gepaart mit dem organisierten Verbrechen und gestützt vom Vatikan, der viel zu viel Einfluss hatte.Casini kann für mich genauso wenig das Neue verkörpern wie Fini, denn sie gehören genau zu dem Teil dieses Landes, den ich mit Abscheu begegne.Diese Leute haben Silvio lange, sehr lange unterstützt und meine Frage lautet,wo waren sie, als Silvio seine Gesetze gemacht hat?Sie waren immer ein Teil und nur als sie merkten,dass Silvio sie hinhielt bzw. gegeneinander ausspielte und sie ihre Fälle davonschwimmen sahen,einmal Silvios Nachfolger zu werden,wurden sie zu "Königsmördern".

leute wie casini & fini verachten lohnt sich nicht. klar sind sie nichts als formen die dem kastenwesen garantien bieten. das ist ihr job und dahinter steht mehr mentalität als ihre wählerprozente aussagen. - echte reformer sind völlige randfiguren oder scheinen mal für einen moment etwas mehr zu sein bis sie das meer gnädig zurück nimmt.

Es geht weniger um Casini oder Fini an sich, sondern gegen diese sogenannte "Mitte", die dieses Land de facto "immer" regiert hat. Dieser Gesellschaftsteil ist korrupt und einer der Bremsklötze dieses Landes. Casini und auch Fini, wie ja auch Silvio, sind nicht die Ursachen, sondern die Symptome. Fini kann sich wenigstens auf die Fahnenstange heften, dass er versucht hat, Stück für Stück seine "Postfaschisten" mehr und mehr in die Mitte zu bringen. Casini aber hat den "Gestank" der "Mamma DC" an sich.

mir jedenfalls gehts nicht wirklich darum einem mehr oder weniger bestimmten teil der italiener die korruption zuzuweisen, wie man es natürlich kann. ich sehe die korruption selber nicht als ursache sondern als symtom und zwar symtomatisch für eine ganz andere stellung der familie im süden. das ergibt dann eine eigentümliche überlagerung von moderne und altem, denn während man die moderne zum teil hemmungsloser treibt als der norden, bleibt der referenzpunkt immer die familie, die dir alle wege ebnet oder keinen. staat und familie aber stehen zueinander in konkurrenz, so erkauft ja auch der norden seinen starken staat mit einer schwächung des clanmodells.

Wie gut, dass der Norden weder besser war noch ist.War beispielsweise der Nordosten nicht früher "Mamma-DC-Land"? Der Dialekt mag sich ändern, die Substanz aber nicht.

genau. - berlusconi ist das präzise produkt des nordens; und natürlich il trota.

Silvio ist ein Symptom,nicht die Ursache.

hier kann ich jedenfalls vollinhaltlich zustimmen

das die Italiener

notorisch gegen Links stimmen, halte ich fuer ein Geruecht, schon eigendenk der "linken" Verfassung u. des eher absurden Arbeitsrechtes

ich bezog mich jetzt bloß auf nationale wahlen. das sieht regional offensichtlich anders aus, auch sicher sind bestimmte gesetzte in linken traditionen verankert. du hattest das arbeitsrecht (kündigungsschutz) ja schon mal erwähnt, eins der ersten sachen die monti anpacken wollte. das wird aber auch sonst niemand leicht verändern ohne flankierung durch ein soziales system wie wir es aus nordeuropa kennen. das meinte monti wohl mit -konservativ- als er von vendola sprach. ansonsten steht der beweis daß der große segen durch hire & fire kommt noch aus, wie mir scheinen will.

Die Bankenlobby tut gerne so, als wäre sie die Mitte,

aber so dumm wird die italienische Bevölkerung hoffentlich nicht sein.

Pensions- und Sozialkürzungen wie die von Monti sind nicht Mitte, sondern eindeutige rechte Kahlschlagspolitik. Dabei verliert die breite Bevölkerung zugunsten von Banken, Konzernen und Reichen. Aus deren Reihen kommt Monti, für die tritt Monti an. Deshalb ist er bei "den Märkten" so beliebt.

Dass er nicht Berlusconi ist, macht ihn nicht zu einem guten Politiker.

Das Problem am Sozialstaat: Er ist teuer.

Und wenn sich Staaten verschulden, geht es immer auf Kosten der nächsten Generationen.

Wobei in Italien die Kosten für den Sozialstaat nicht so hoch sind, wie in anderen Staaten. Das Problem von Italien ist Mafia, Korruption, Inkompetentz in der Verwaltung, mangelde Kontrollen und nochmal Korruption. Monti hat das alles nicht zu verantworten. Er hat nach ökonomischen Gesichtspunkten reformiert. Bedanken dürfen sich die Italiener bei Andreotti, Craxi, Berlusconi. Die haben das Schlamassel zu verantworten. Monti hat das getan, was laut IWF usw. notwendig war.

Auch unter Berlusca ging es Arbeitslosen sehr schlecht. Nur da bereichtete keiner drüber.

Geld, welches nicht da

ist, kann man schlecht auszahlen. Es wurde also nichts "gekuerzt" sondern einfach die Wahrheit gesagt u. konsequent gehandelt

Ah, der Poldi wieder.

"Erkenntnisse" aus dem sicheren Ohrensessel.

Monti taet sich

freuen, schenkten sie ihm ein paar Milliarden

:) denk ich mir,

glaube aber, der Meyer ist eine geizige Sau u. schenkt nicht einmal dem armen Monti etwas

ich poste sicherheitshalber meine kontonummer :)

in boca

lupo

wo man heutzutage die mitte ansetzt...tsts...
mitte-rechts würd ich noch irgendwie akzeptieren, obwohl ich monti eher als gemäßigten rechten sehe (im unterschied zu berlusconi, bei dem man das wort "gemäßigt" streichen muß). in der mitte sehe ich eher die PD.

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