Vögel, die Liebeslieder und Horrormusik zwitschern

28. Dezember 2012, 20:49
  • Macht die Nachtigall Musik? Andere Vögel nehmen sie vielleicht so ähnlich wahr.
    foto: apa/birdlife international/garth peacock

    Macht die Nachtigall Musik? Andere Vögel nehmen sie vielleicht so ähnlich wahr.

Eine aktuelle Studie zeigt: Vögel, die dem Gesang von Artgenossen lauschen, könnten ähnliche Emotionen erleben wie Menschen beim Musik hören

Atlanta - Hat Vogelgezwitscher etwas mit Musik zu tun? Ein Neurowissenschafter-Team rund um Sarah Earp von der Emory University in Atlanta ist der Antwort auf die Frage ein Stück nähergekommen. Vögel, die dem Gesang anderer Vertreter ihrer Spezies zuhören, könnten ähnliche Emotionen erleben wie Menschen, die Musik hören, legt ihre Studie nahe, die in Frontiers of Evolutionary Neuroscience veröffentlicht wurde.

"Wir haben herausgefunden, dass in weiblichen Vögeln in der Paarungszeit dasselbe neurale Belohnungssystem aktiviert wird, das auch bei Menschen, die einen Popsong hören, anspringt", sagt Earp. Während weibliche Exemplare der Weißkehlammern, die bei der Studie untersucht wurden, positive Gefühle erlebten, war es bei den Vogelmännchen umgekehrt: Die Reaktion ihrer Gehirne entsprach ungefähr dem, was dissonante und unangenehme Musik bei Menschen auslöst. Die männlichen Tiere, die mit Testosteron behandelt wurden, um sie paarungsbereit zu machen, zeigten eine ähnliche Reaktion des Gehirns, die bei Menschen typisch ist, die sich Musik wie jene aus Horrorfilmen anhören. Wenn ein Männchen in der Paarungszeit ein Weibchen besingt, umwirbt er es also. Besingt ein Männchen ein anderes, versucht es einen Eindringling abzuwehren. Außerhalb der Paarungszeit zeigten die Weibchen keine entsprechenden Reaktionen. Hier klären beide Geschlechter Dominanzverhältnisse ab.

Gemessen wurde die neurale Reaktion in den Vögeln durch einen Marker in Zellen, der sofort nach der Stimulation derselben aktiviert wird und auf die Gehirnaktivität rückschließen lässt. Wissenschafter seit Darwin hätten spekuliert, ob Vogelgesang und Musik einen ähnlichen Zweck oder einen gemeinsamen evolutionären Ursprung haben. Die meisten Versuche eines Vergleichs seien aber auf qualitative Aspekte wie Melodie und Rhythmus fokussiert gewesen, sagt Earp. Die neue Studie ist die erste, die sich auf den Vergleich neuraler Reaktionen von Hörenden konzentriert. (pum, DER STANDARD, 29.12.2012)


Abstract
Frontiers of Evolutionary Neuroscience: Birdsong: is it music to their ears?

Mario Sedlak
Mario Sedlak
00
Interessanter wissenschaftlicher Ansatz

Ich frage mich schon länger, warum Menschen beim Musikhören Emotionen erleben.

http://sedl.at/Musik_hoe... n/Theorien

Brrrmmm, tschiep Brmmmm, Brmmmm Brrrmmm tschiep, tucker tucker.. tschiep...

Du Rotkehlchen dein Neuer ist zwar recht nett, singt aber aber ziemlich schräg. Hat der einen Stimmfehler oder isser erkältet?

Nein, an der Autobahn aufgewachsen.

drrRR*Tusch

"Ratat ratat ratat tschihuhuhu..."

Vogelgezwitscher an der transibirischen Eisenbahn...

"Macht die Nachtigall Musik?"

eine weitere sinnvolle frage wäre:

macht ein singender mensch musik? oder singt er einfach?

Nachtigall, Musik?

Ich dachte die trapsen immer nur...?

Wie ist das dann bei Amseln, Staren, Gimpeln?

Amseln sind - wie Stare und Gimpel auch - eifrige Nachahmer von Liedern, die sie nicht nur von ihren Eltern lernen.
Ahmen sie nach, weil sie Emotionen dabei zeigen, aus Gewohnheit, aus dem Wunsch heraus, sich anzupassen - oder warum?

Studien können nicht einfach etwas aus dem Leben eines Wesens herausgreifen und dann hoffen, den Stein des Weisen gefunden zu haben.
Vielmehr müssen Studien über Lebewesen zunächst einmal versuchen, das Wesen als Ganzes zu erfassen. "Pars pro toto" hilft wenig, wenn man nicht versteht, wie ein Tier tickt, was seine Persönlichkeit ausmacht.
Aber die Wissenschaft tut sich schon beim Menschen schwer, dessen Individualität zu erfassen. Wie sollte sie es dann beim Tier, das sie nicht verstehen kann.

am besten twittern

vielleicht kommen Sie dort weiter

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.