Niederösterreich: Spekulationen abseits der Wohnbaugelder

Andreas Schnauder, 28. Dezember 2012, 18:07

Das Land Niederösterreich "optimiert" seine Schulden mithilfe riskanter Fremdwährungstauschgeschäfte. Knapp 1,3 Milliarden Euro soll das Portfolio schwer sein. Swaps in isländischer Krone gehörten ebenfalls dazu wie Optionen auf Schweizer Franken

Wien - Seit dem Auffliegen der Salzburger Spekulationsverluste wird über weitere Investmentlöcher in den Länderbilanzen gerätselt. Niederösterreich wird dabei immer an erster Stelle genannt. Doch bisher endeten die Spekulationen meist bei der Veranlagung von verkauften Wohnbaudarlehen, die - je nach Lesart - eine Milliarde unter Wasser oder 800 Millionen Euro im Plus ist. Wenig ist über das direkte Schuldenmanagement bekannt.

Dabei trägt Niederösterreich mit einer Verschuldung von 7,3 Milliarden Euro unter den Bundesländern in Sachen Finanzstabilität die rote Laterne. Bekannt ist auch, dass von St. Pölten aus ein üppiges Derivate-Portfolio gesteuert wird, das bei weitem nicht nur der Absicherung von Zinsen dient. Trotz der jüngsten Vorkommnisse bleibt das Finanzmanagement eine Black Box. DER STANDARD hat aus gut informierten Bankkreisen erfahren, dass Niederösterreich mit spekulativen Währungsoptionen versucht, Zusatzerträge zu erwirtschaften. Im Bestand befanden oder befinden sich demnach u. a. Währungstauschverträge Euro-Isländische Krone und Euro-Franken.

Großes Geheimnis

Zwar verschuldete sich das Land in den letzten Jahren fast ausschließlich in Euro, doch wurde über die genannten Optionen rund ein Drittel der Verbindlichkeiten in Fremdwährung umgewandelt. Wie sich diese Transaktionen auswirkten, wird vom zuständigen Finanzlandesrat Wolfgang Sobotka nicht beantwortet. Auch den Marktwert des Portfolios behält das Land für sich. Nur so viel gibt Sobotka preis: Die Island-Swaps seien schon vor längerer Zeit abgestoßen worden. Wie hoch die Verluste dabei waren, bleibt ein Geheimnis.

Riskanter sind aber ohnehin die Franken-Papiere. Durch die Aufwertung der Schweizer Währung wurde der angepeilte Zinsvorteil mehr als überkompensiert. Allein ein dokumentierter Franken-Swap mit Nominale von 50 Millionen Euro verzeichnete bei Fälligkeit im Vorjahr einen negativen Marktwert von sechs Millionen.

Sobotkas Sprecher verweist auf einen Rechnungshofbericht aus 2010, wonach das Land keine Spekulationsgeschäfte tätige. Tatsächlich heißt es darin: "Die Derivategeschäfte hatten überwiegend keinen Bezug zu einem Grundgeschäft und wurden nicht zu Absicherungszwecken abgeschlossen." Das Volumen der spekulativen "Optimierungen" wird vom Rechnungshof mit 1,287 Milliarden Euro angegeben. Zum Vergleich: Das Land Salzburg hat unter diesem Titel 884 Millionen Euro im Feuer. Da in St. Pölten die Zinsbelastung nicht annähernd so deutlich gesenkt werden konnte wie in Salzburg, gehen Marktkenner davon aus, dass die Hebelwirkung der niederösterreichischen Geschäfte geringer ist.

Insider berichten, dass die Spekulationen federführend von der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien, der landeseigenen Hypo und der Bank Austria abgewickelt wurden. Dabei gibt es auch interessante personelle Verflechtungen. Als Verbindungsglied fungiert Heinz Hofstätter bzw. seine Unternehmensberatung Areta. Hofstätter war früher bei der Hypo und bei der ebenfalls landeseigenen Fibeg tätig und leitete das ominöse Investment-Vehikel Aurelius.

Kleine Überraschung

Hier schließt sich der Kreis zum Land: Über die Fibeg wurden verkaufte Wohnbaudarlehen zum Teil spekulativ veranlagt. Der Blue Danube Fund, ein weiteres Investment-Instrument, wurde ebenfalls von Hofstätter geführt. Und: Der Ex-Banker leitete auch die landeseigene Finanz- und Beteiligungsmanagement GmbH, Eigentümerin der Hypo. Diese Zwischenholding verfügt laut STANDARD-Informationen ebenfalls über ein ansehnliches Derivate-Portfolio. (Andreas Schnauder, DER STANDARD, 29./30.12.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 318
1 2 3 4 5 6 7
St. pöltens Stadler hat auch 100 mio verzockt

Da liegt er eh im guten Schnitt der Niederösterreicher

Kann man bitte wieder über unsere Wohnbaumilliarde berichten!

...

Steuerverschwendung: aus Bahnlinien sollen Radwege werden

Erwin Pröll und die Thayatalbahn - die ganze Wahrheit - Ein "Paradebeispiel" der österreichischen Politik

www.facebook.com/ErwinProll

Seit Erwin Pröll 1991 als Landeshauptmann-Stellvertreter für die Reaktivierung der Thayatalbahn unterschrieben hat, gab es unzählige Zusagen und Versprechen von Erwin Pröll.

Nun soll unter der Federführung eines ÖVP Provinz-Bürgermeisters aus Waidhofen/Thaya das Herzensprojekt von Erwin Pröll vernichtet werden? Lässt sich das Erwin Pröll gefallen?

Die ganze Wahrheit, abseits der ständigen Politik-Lügen. Informieren Sie sich selbst:

www.thayatalbahn.at
www.facebook.com/thayatalbahn
www.twitter.com/thayatalbahn

wissen alle nö,wie hoch jeder verschuldet ist?
hr. pröll,
ein wort dazu

Doch kein aaa+ rating mehr für Österreich?

Verkaufe 9 Landesregierungen um wieder zum AAA+ zu kommen. Sie meinen die hat schon wer gekauft? Was machen die dann noch da?

Haselsteiner hat zu 10 Prozent recht.

Leute wie ihn brauchen wir in der Politik!

handelnde personen: traumschiffkapitän erwin, 1. offizier

käptn, mein käptn!
was gibt es ?
die passagiere wollen rabatt aufs ticket. sie zahlen angeblich eh schon genug für alles.
gewährt, der wähl... äääh kunde ist könig.

käptn, mein käptn!
wos?
die passagiere wollen doppelte portionen und freibier.
gewährt, könig und so.

käptn, mein käptn!
ha?
das geht sich finanziell nicht aus.
dann gehst du im nächsten hafen erst mal zum kredithai, die passagierliste als pfand, und dann zum hahnenkampf. fürs wohlergehen des königs tun wir alles.

käptn, mein käptn!
....!!!!
das wäre aber mit fremdem geld wetten, oder neudeutsch spekulieren.
na und? WOHLERGEHEN habe ich gsagt. le roi c'est moi!

Und in diesem Sumpf will also Onkel Frank als der große Retter auftreten. Bitteschön, wenn jemand ausgerechnet den Bock zum Gärtner machen will. Für alle Anderen ...

.

Zeit für die Piraten

.

Mit einer kommunizierten Agenda und einer Liste der Piraten

die Hoffnung gibt, dass sie sich nicht mit dem Ehrenring und Kreisverkehr-Eröffnungs-Ausschußsitz zufrieden geben (müssen) - nachdenkenswert.

Wirkliche "ehrlich" wenn gewisse Poliker gegen die Spekulanten wettern!

Ah ja, her wird ja nicht "spekuliert" sondern es wird versucht Renditen zu erziehlen. Feiner politischer Unterschied. Einfach ehrlich die Damen und Herren.

ob sich die frau fekter traut, eine "troika" nach st.pölten zu schicken?

ja, schüssel, strasser und grasser!

denn die kennen sich aus!

einer allein wird wohl kaum die wunschzettel des onkel erwin zurück nach wien schleppen können.

wie finanziell rein gehen die bewerber ins superwahljahr 2013 rein?
und wie wählen die Wähler die Reinheit ?

wie in Wien, die selben Geschäfte.....

OPEN GOVERNMENT DATA JETZT!

uns stehen ALLE, restlos ALLE informationen aus der verwaltung zu!

niederösterreich muss diese daten öffentlich machen!

es darf keine mauschelei mit unserem geld geben!

"mithilfe riskanter Fremdwährungstauschgeschäfte"

Ist den Politikern nicht klar, dass es nicht IHR Geld ist, mit dem sie spielen??????

Doch, denn mit ihrem eigenen Geld würden sie das nicht machen...

doch

brenner aus salzburg spekulierte auch privat

ich denke schon, dass ihnen das klar ist

ich glaube, dass besonders bei ÖVP die grenze zwischen Land/Bürger und der NÖVP längst nicht mehr gezogen wird.

Stimmt! Genauso wie bei SP und Wien.

Es gab eine Zeit, in der die SPÖ meinte, sie und nur sie wäre Ö. bis sie auf die Nase fiel. Macht verdirbt den Charakter, darum braucht sie Kontrolle.

endlich einmal investigativer journalismus über nö. zustände

entweder die opposition im nö. landtag kann noch nicht lesen, schläft oder versteht die sache einfach nicht. nach diesem artikel schweigen sich grün, rot und selbst die braune bagage verdächtig aus. dass nön, presse, kurier und andere medien diese story ebenso verschweigen (das landesstudio darf wohl mal wieder nicht berichten) passt zu den typisch nö. zu- und umständen. bis zur Wahl sollte sich dies noch deutlich ändern - hoffentlich...

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 318
1 2 3 4 5 6 7

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.