Durchwachsen

Ansichtssache28. Dezember 2012, 17:42
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2012 war für Fernsehjunkies durchwachsen, aber keine Krise ohne Weiterentwicklung: Schwächen aus den USA wurden durch wiedererwachtes europäisches Selbstbewusstsein kompensiert.

Die Erwartungen nicht einlösen konnte Homeland: Claire Danes (Bild) darstellerisches Talent für Nervenzusammenbrüche wurde bisweilen überstrapaziert. Eine Spur weniger Verzweiflung hätte auch gereicht

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foto: hbo

Völlig daneben ging Newsroom mit albernen Nebenstorys, die an üble Ally-McBeal-Zeiten erinnerten. Wenn es um Journalismus geht, möge das nächste Mal bitte David Simon antreten. Obwohl: In Treme (Bild) drohen Simons aufdeckerische Qualitäten neben allzu schweren Pauken und Trompeten unterzugehen.

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foto: hbo

Nicht alles ging schief. Freudvolle Stunden gab es viele: The Walking Dead, Boardwalk Empire und - von anhaltend epischer Bildgewalt - Game of Thrones (Bild). Ganz abgesehen von Dauerbrennern wie Modern Family, Parks and Recreation oder den göttlichen Girls, ganz bestimmt die Serie des Jahres.

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Doch Europa schlief nicht, bestes Beispiel: Downton Abbey (Bild), in Kürze mehr davon: Staffel vier startet am 6. Jänner. Gut gefielen Sherlock Holmes und Borgia. Die europäische Produktion erwies sich 2011 als konzentrierter erzählt, auch im Vergleich zur zweiten Staffel des US-Pendants Die Borgias. Auf die Fortsetzung darf man gespannt sein.

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foto: arte/mike kollöffel/dr

Politische Innenansichten vermittelte das dänische Borgen (Bild) detailgenau, Birgitte Nyborg bleibt Premierministerin der Herzen. Kommissarin des Jahres ist Saga Norén, die im dänisch-schwedischen Krimi Die Brücke nicht nur Mörder jagen, sondern ihren Autismus in Maßen bis zum Schluss behalten durfte. Auf ein gutes Neues!( (Doris Priesching, DER STANDARD, 29./30.12.2012)

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