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Zumindest das Problem mit der Nationalhymne war schnell gelöst: Als zum Jahreswechsel 1992/1993, also vor 20 Jahren, die Tschechoslowakei aufhörte zu existieren, da musste die Hymne bloß geteilt werden. Sie hatte schon immer einen tschechischen und einen slowakischen Teil, und fortan galt für beide Länder nur noch die jeweils eigene Hälfte.
In anderen Bereichen war die Trennung weitaus komplizierter. Staatliche Institutionen wurden aufgelöst, gemeinsame Infrastruktur aufgedröselt, Vermögen aufgeteilt. Vor allem im Ausland blickte man mit Sorge auf die Entwicklungen in Prag und Bratislava. Die Jugoslawienkriege hatten bereits begonnen, die Unabhängigkeitsbestrebungen Sloweniens und Kroatiens hatten zu blutigen Konflikten geführt. Dass die Teilung der Tschechoslowakei friedlich ablaufen würde, war alles andere als selbstverständlich.
Beschlossen wurde die Auflösung der Föderation Ende August 1992 in Brünn, etwa auf halbem Weg zwischen Prag und Bratislava. Im Garten der weltberühmten Villa Tugendhat einigten sich Václav Klaus und Vladimír Meciar, die damaligen Premiers, auf den Fahrplan, der später im Parlament abgesegnet wurde.
Der glatte Ablauf des politischen Kraftakts findet heute weithin Anerkennung. Die Frage nach dem Warum sorgt jedoch nach wie vor für Kontroversen. Oft werden die Gründe für das Auseinanderdriften in der Wirtschaft gesucht. Die Slowakei war stets dünner besiedelt als der tschechische Landesteil, hatte weniger Bodenschätze und eine schlechter ausgeprägte Infrastruktur. Voraussetzungen, die sich aus tschechischer Sicht unter den neuen Bedingungen der Marktwirtschaft schnell als problematisch erweisen konnten. Doch gerade in der Slowakei hatte Vladimir Meciar, der die Selbstständigkeit seines Landes vorantrieb, Erfolg bei den Wählern. Ein Widerspruch?
"Wie früher die Kommunisten, unterliegen wir immer noch einer sehr wirtschaftlich orientierten Denkweise", meint der tschechische Historiker Jan Rychlík: In Wirklichkeit habe die Ökonomie beim Zerfall der Tschechoslowakei kaum eine Rolle gespielt. Eher schon die Tatsache, dass Angelpunkte der tschechischen Geschichte wie die Regentschaft von Karl IV. oder die Schlacht am Weißen Berg nichts mit der Geschichte der Slowaken zu tun hätten.
Klar ist auch, dass die politischen Eliten beider Teilrepubliken ihre jeweilige Hausmacht durch die Trennung besser absichern konnten als in einem gemeinsamen Staat. Meinungsumfragen belegen, dass ein Referendum vor 20 Jahren wohl keine Zustimmung zum Ende der Föderation gebracht hätte. Mittlerweile jedoch sind die meisten Menschen in Tschechien und der Slowakei froh über den eigenen Staat.
"Durch die gemeinsame Mitgliedschaft in der EU sind wir wieder miteinander verbunden", sagte die ehemalige slowakische Regierungschefin Iveta Radicová kürzlich im tschechischen Fernsehen. Der tschechische Präsident Václav Klaus, ein bekannter EU-Skeptiker, hat eine andere Assoziation zur Trennung vor 20 Jahren parat: Ein wenig Desintegration würde heute auch Europa nicht schaden, so Klaus. (Gerald Schubert, DER STANDARD, 29./30.2012)
Bei seinem Antrittsbesuch in Wien streute der neue tschechische Präsident Milos Zeman den Gastgebern Rosen und kommentierte auf gewohnt launige Art die Tatsache, dass Kanzler Faymann ihm einen Korb gibt.
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Ich kann da keinen Unterschied erkennen.
(Lässt sich sogar in fast jeder Wikipedia nachlesen, selbst in der deutschen Version.)
Auch wenn dies im generell slawophoben Österreich vielleicht nicht opportun sein mag, so möchte ich doch hier eine Lanze für die Tschechoslowakei brechen: Ich fand das war schon ein spannendes Land mit einem sehr modernen Ansatz! Das liegt nicht nur daran, dass ich Architekt bin und die CS(S/F)R im 20.Jahrhundert architekturhisorisch einiges zu bieten hat...
... eine anlage für die trennung lag in der verfassung, die zwei föderalistische parlamente vorsah: dass die handelnden personen in ihrer plötzlichen machtfülle dann eine auflösung des ganzen erreichen konnten, war für den eigentlichen souverän überraschend ...
... nicht zuletzt war vielen gar nicht bewußt, ob ihrer herkunft "über Nacht" in ihrer Heimat zu Fremden zu werden, die dann z.B: als Slovaken in Prag Aufenthaltstitel zu erwerben hatten ...
... wie immer einer der hauptarroganten: vaclav klaus ...
klaus liess die trennung zu, betroeben wurde sie jedoch einzig und allein von den slowaken, insb vom nationalisten meciar. die argumente, die dann auftauchten, waren so hanebuechen, dass sie fadt schon wieder lustig sind. eine slowakin hat mal behauptet, sie verstuende das tschechische. fernsehen nicht, das sei eine ganz andere sprache. viel besser verstuende sie polnisch
... aber er hat nie faktische gründe auf den tisch gelegt, die für eine trennung sprachen; ich denke, dass der apparat ods innerhalb der "ceska republica" mächtiger wurde, denn die mehrheit war damals knapp "sozialdemokratisch"
... die unterschiede zwischen tschechisch, slowakisch, polnisch sind tw. gering; aber das verständnis zwischem dem Allemanischen und dem Wienerischen ist auch nicht immer gegeben ... ich möchte behaupten, dass der österreichische dialekt von der deutschen Hochsprache (wo wird diese denn gesprochen?) weiter entfernt ist, als das Slowakische vom Tschechischen,
schon aufgrund einiger Zeitformen, die die Schriftsprache nicht kennt ...
Abgesehen von der Aussprache, hat das Slowakische vom Tschechischen gänzlich abweichende Deklinations- und Konjugationsendungen und -muster (dort wo diese ähnlich sind, sind sie dann aber auch mit jenen des Russischen usw. ähnlich). Das alleine ist Grund genug hier zwei slawische Sprachen zu unterscheiden und gerade darin besteht der Unterschied zu zwei (zB deutschen) Dialekten. Darüber hinaus gibt es natürlich auch unterschiedliche Vokabeln.
sonder auch bei verwandten Völkern, dass nämlich die meisten Streiterei gibt es zw. denen.
Die Slovaken konnten damals mit den Ungarn
1000 Jahre lang zusammenleben. Tschechen und Slovaken aber nur 70 Jahre lang. Interessant.
Die konkreten Zahlen sind noch viel schlimmer.
Laut der letzten Volkszählung 2011 lebten im Land 458.467 Magyaren, mit einem Anteil von 8,49 %. 2001 bildeten die Magyaren mit 520.528 Angehörigen 9,67 % der Bevölkerung der Slowakei; 1991 waren es noch 567.296, mit einem Anteil von 10,76 %
Gerade darauf habe ich Ihnen im nächsten Posting geantwortet. Statt 1% "nicht angegeben" gab es nun 7 % "nicht angegeben", außerdem gab es einen hohen Zuwachs bei den Roma (mindestens die Hälfte davon spricht Ungarisch). Daher müssen Sie sich die Zahlen der Muttersprache anschauen und da hat sich nicht viel geändert. Und der prozentuelle Zahl der Slowaken ist übrigens bei der letzten Zählung auch gefallen...wie "schrecklich".
Erstens ist die Zahl der Magyaren in der Slowakei absolut und relativ gewachsen, während sie in Ungarn selbst gefallen ist. Zweitens, schauen Sie sich die Ergebnisse der Volkszählung genau an, die Zahl der Magyaren ist nicht gefallen (Muttersprache anschauen und bei Nationalität die Posten "nicht angegeben" und "Roma" anschauen und mit 2001 vergleichen). Drittens, ist die Zahl der Slowaken in Ungarn nach dem 2. WK von mehr als 400 000 auf rund 15 000 gefallen (Das ist wohl Weltrekord) . Noch Fragen?
P.S.: Sind Sie den Frust darüber, dass Ihnen mal jd. erzählt hat, dass ihm eine slowakische Lehrerin was böses getan hat, immer noch nicht losgeworden und lassen uns dadurch immer noch zu ungarischnationalistischen Postings motivieren?
Korr. Ad erster Satz: soll nach dem 2. WK heißen. Ad zweitens: Bezieht sich auf den Bevölkerungsanteil.
Fts.: Die Zahl von 1921 ist eine Lüge. Die richtige Zahl beträgt 637 183. Davon hat ein Teil das Land nach Ungarn verlassen und am Ende des 2. WK gabs dann noch einen Bevölkerungsaustausch. Diesen 600 000 Menschen standen (im Unterschied zu den 2 Mio Slowaken in Ungarn vor 1918) nach 1918 Hunderte von ungarischsprachigen Schulen und Parlamentsvertretung zur Verfügung.
Und liebe Grüße an kuruc.info und Co.
das Wort Cesko für Böhmen und Mähren gibt es seit dem 19. Jahrhundert,
es war halt nicht besonders geläufig
(sagt zumindest die tschechische Wikipedia - siehe "nazev cesko")
http://cs.wikipedia.org/wiki/%C4%8Cesko
cvrcek.php?itemid=9115
das Land heißt offiziell Ceska Republika,
besteht aus Cechy und Morava (Böhmen und Mähren),
als Option wurde auch Bohemia diskutiert;
Cesko klang vielen zu primitiv, und klingt für einige auch falsch, weil sie meinen, dass Cešsko korrekt wäre. (Bei den Tschechen gibt es wohl noch mehr und noch schlimmere sprachliche I-Tipflerl-Reiter als bei uns.)
Eine Graphik über die Entwicklung der Bezeichnungen in den Zeitungen sieht man im folgenden Blog:
http://blog.aktualne.centrum.cz/blogy/vaclav-
cvrcek.php?itemid=9115
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