Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Anna Stupnytska: "China kann nicht mehr mit zweistelligen Raten wachsen.."
Die Ökonomin Anna Stupnytska fordert die Schwellenländer dazu auf, beim Wachstum auf Qualität statt Quantität zu setzen.
Warum Anleger trotz abgeschwächten Wachstums in den Wachstumsmärkten besser aufgehoben sind, sagte sie Lukas Sustala.
STANDARD: 2001 hat Goldman Sachs die These der BRIC-Staaten entwickelt. Hat die Finanzkrise die Wachstumsaussichten von Brasilien, Russland, Indien und China entgleisen lassen?
Stupnytska: Nein. Die Hauptthese unserer Forschung hat sich nicht geändert. Die BRIC-Staaten werden im Jahr 2050 zusammen mit den USA die fünf größten Volkswirtschaften der Welt bilden. Tatsächlich sind die Länder in den letzten zehn Jahren noch stärker gewachsen, als wir das angenommen haben. Wir hatten zuerst damit gerechnet, dass China Japan 2015 als zweitgrößte Volkswirtschaft überholen würde, das passierte aber bereits 2010.
STANDARD: Aber hat die Krise das Wirtschaftsmodell nicht erschüttert? Mit Exporten in die Industrieländer lässt sich kein zweistelliges Wachstum erzielen.
Stupnytska: Die Wachstumsmodelle müssen sich ändern. Ich denke nicht, dass China mit zweistelligen Raten wachsen kann. In dieser Dekade stehen nicht die Exporte oder staatlichen Investitionen im Mittelpunkt, sondern der private Konsum. Es wird mehr um die Qualität des Wachstums und nicht länger um die Quantität gehen. Aber das Wachstum wird sich wohl etwas abkühlen.
STANDARD: Schlechte Nachrichten für die Weltwirtschaft?
Stupnytska: Das sehen wir nicht. Denn der Beitrag der Schwellenländer und Wachstumsmärkte für das weltweite Wachstum wird weiter zunehmen. Das weltweite Wachstum wird in dieser Dekade höher sein als in den vergangenen drei, bei rund 4,2 Prozent. Das wird hauptsächlich getrieben von den BRIC-Staaten und anderen Wachstumsmärkten. Die einzelnen Länder werden geringer wachsen als noch vor wenigen Jahren, aber die Weltwirtschaft wird sich noch beschleunigen, weil die Schwellenländer heute ein größeres Gewicht für das globale Wachstum haben.
STANDARD: Schwellenländer spielen aber in vielen Depots eine untergeordnete Rolle. Ein Fehler?
Stupnytska: Absolut. Allein schon von der kurzfristigen Perspektive her. In vielen Schwellenländern sind die Aktienmärkte deutlich unterbewertet. Russland ist bis zu 50 Prozent unterbewertet, China um rund 25 Prozent. Aktien könnten gerade in Schwellenländern ein vernünftiges Investment sein. Traditionelle Indizes (die nach der Marktkapitalisierung gewichtet sind, Anm.) haben etwa zwölf Prozent Allokation in den Schwellenländern und bieten zu wenig Anteil an den am stärksten wachsenden Regionen der Welt. Das muss zumindest verdoppelt werden.
STANDARD: Welche Rolle spielt das Domizil einer Aktie heute noch für Investoren?
Stupnytska: Wenn wir heute Unternehmen analysieren, ist nicht das Domizil ausschlaggebend, sondern die Positionierung. Kann es das Wachstum in den Schwellenländern ausnutzen? In Europa kommen über 30 Prozent des Umsatzes aus den Schwellenländern. Unternehmen, die gut aufgestellt sind, haben einen klaren Wettbewerbsvorteil und sind attraktiver als diejenigen, die nur für den heimischen Markt produzieren.
STANDARD: Derzeit boomen vor allem Anleiheninvestments. Auch hier spielen Schwellenländer nur Nebenrollen in Indizes.
Stupnytska: Tatsächlich sind die Staatsfinanzen der Wachstumsmärkte viel solider im Vergleich mit den entwickelten Märkten. Alle Märkte, die wir als Wachstumsmärkte bezeichnen, also neben den BRICs Mexiko, Südkorea, die Türkei und Indonesien, können, mit der Ausnahme von Indien, potenziell die Maastricht-Kriterien erfüllen (maximal drei Prozent Staatsdefizit und 60 Prozent Staatsverschuldung in Prozent der Wirtschaftsleistung, Anm.). Die Industrieländer erfüllen das aber nicht. Es ist daher sinnvoll, die Anleihenmandate von Anlegern zu überdenken.
STANDARD: Aber sollten Investoren nicht wachsam sein? Das politische Risiko in den Wachstumsmärkten ist nicht gebannt, das zeigten jüngst Argentinien und Indien.
Stupnytska: Die politische Situation hat sich in den vergangenen zehn Jahren in den meisten Ländern verbessert. In einzelnen Staaten wie Russland sind die Bürgerproteste ein Zeichen der mangelnden politischen Reform. Es ist wichtig, diese Länder langfristig zu analysieren, um einzuschätzen, ob sie Probleme bekommen könnten. Im arabischen Raum sind viele Länder anhand von Indikatoren wie Korruption oder Gesetzestreue drastisch zurückgefallen. Auch deswegen hatten wir den Arabischen Frühling.
STANDARD: Auch in China ist Korruption ein Thema. Droht auch hier ein politischer Umsturz?
Stupnytska: Der Unterschied zwischen China und dem arabischen Raum ist, dass die Führung in Peking viel erfolgreicher war, die Früchte des Wachstums an die Bevölkerung zu verteilen, gerade über die vergangenen zehn Jahre. Aber da die Menschen immer gebildeter werden, bleibt in Ländern wie China ein langfristiges Wachstumsrisiko, wenn die Bürger mehr von ihrer Regierung verlangen. Dann ist es wichtig, dass Reformen zügig angegangen werden. Was das angeht, sehen wir China aber nach wie vor positiv. DER STANDARD, 29./30.12.2012)
Anna Stupnytska ist Ökonomin bei Goldman Sachs in London. Zusammen mit Jim O'Neill hat sie zahlreiche Studien zur These der BRIC-Staaten erarbeitet.
Das BIRG soll die Stabilität der Banken verbessern und Probleme frühzeitig erkennen helfen
Winterdienst und Skylink belasten: Der Nettogewinn des Flughafens Wien-Schwechat bricht im ersten Quartal um 56 Prozent ein
EU-Kommission will Bürgern Rechtsanspruch auf Girokonto zusichern
Flughafen Wien und Frauenthal nach Zahlen im Minus
In der Debatte soll es unter anderem um die Aufstellung einer schwarzen Liste von Steueroasen gehen
Raiffeisen streitet mit ÖVAG über Preis der Leasingtochter
Nach Jahren der Vormachtsstellung war der IPO-Markt in Hongkong kräftig gescshrumpft, jetzt scheint es wieder aufwärts zu gehen
Strategieindex fasst Unternehmen in Familienbesitz zusammen
SPÖ und ÖVP sehen Reformkurs bestätigt
Die Briten würden viele Handelsvorteile verlieren, sollten sie die EU verlassen, außerdem könnten Finanzdienstleister aus London abwandern
Die Finanzbranche sorgt sich um ihre Sicherheit bei der Verwendung der Bloomberg-Terminals. Dazu kommen ein Datenleck und die Ambitionen des Unternehmens, den Banken Konkurrenz zu machen
Der IWF lobt die Notenbanken, die mit einem Kraftakt eine Depression verhindert hätten. Die Risiken in den Büchern sind aber gewaltig
Europas größte Bank will weitere zwei bis drei Milliarden Dollar einsparen, der Kapitalpuffer soll ausgeweitet werden
In ihrer Enkeltochter Airwin Entertainment hat die Telekom Austria ein Geschäft mit Rennmäusen aufgezogen, nun will sie die Airwin verkaufen
Der Quartalsgewinn brach um 62 Prozent auf 2,9 Millionen Euro ein
Betriebe werden globaler. Die Vermittlung interkultureller Kompetenz wird immer wichtiger. Wie Banken mit der Vielfalt umgehen - ein Überblick
Der Nettogewinn ist im ersten Quartal um 29 Prozent auf 22,8 Millionen Euro gesunken
Große Institute werden Stresstest unterzogen - Rekapitalisierung soll bis Mitte Juni abgeschlossen sein
In den USA sind die Zinsen für Ramschpapiere unter die Marke von fünf Prozent gefallen. Unternehmen nützen das günstige Marktumfeld
Außerordentliche HV soll neue Rechtsform beschließen
Und jedes Unternehmen von Entscheidungen der Regierung abhaengig. Dazu kommt eine unglaubliche Intransparenz der Kapitalmaerkte in China, Russland usw. Investitionen in diese Laender bleiben daher extrém spekulativ.
Four Horsemen
""23 international thinkers come together and break their silence about how the world really works and why there is still hope in re-establishing a moral and just society."
Amongst them (just to name a few..):
Joseph Stiglitz (Nobelprice Winner 2001 and Former World Bank Chief Economist)
Noam Chomsky (Prof. at MIT, One of the most famous historian, philosopher and activists we might have nowadays)
Herman Daly (Prof. Univ. Maryland, Economist, Senior Economist at World Bank..)
.. and 20 more
Ich war letztes Monat in China und habe mehrere Städte in der Provinz besucht. Aufgefallen ist mir ausser der überraschenden Modernität des Strassennetzes vor allem eine enorme Anzahl an 08/15 Wohnsilos in denen offensichtlich niemand wohnt. Und es wird unvermindert weitergebaut, da es an alternativen Investmentmöglichkeiten mangelt. Schwierig drei Städte auf ganz China hochzurechnen aber ohne Zweifel da ist gerade eine riesige Immobilienblase am entstehen und es kann nur eine Frage der Zeit sein, bis diese platzt. Das chinesische Wachstum ist ein Scheinwachstum und wenn die Nachfrage aus den USA einbricht, was nach Neujahr wahrscheinlich der Fall sein wird, dann bitte anschnallen. Denn 2013 gehts rund.
1) als Indien o. China würden mich die Aufforderungen nicht interessieren 2) dass Indien, China, Türkei heute Wirtschaftsmächte u. keine Schwellenländer mehr sind, sollte jeder wissen 3) man kauft Aktien eines Unternehmens, da ist wichtig, wo das Unternehmen wie seine Absatzmärkte hat, wo es wie produziert und ob es welche Rohstoffe von wo importieren muss, danach interessiert dann die Politik dieser Länder, wenn ein instabiler Staat der Hauptabsatzmarkt ist o. das Unternehmen in irgendeiner Weise massiv von politischen Entscheidungen seines Landes abhängig ist, dann ist die Frage, ob man da investieren sollte bzw. wie die aktuelle Situation ist...also die berühmten "W-"Fragen: wer, was, wann, wo und warum funktionieren meistens..;-)
in Russland mit vielen natürlichen Rohstoffvorkommen kann man gut auf Oligarchie machen, weil durch die Öl- und Gas-Exporte brauchst du keine wertschöpfende Industrie und Wirtschaft.
Europa sollte sich langsam was überlegen, damit es wieder mehr wertschöpfung innerhalb Europas erreicht. Nehmt euch ein Vorbild an Deutschland, Polen oder bei den Krisenländern an Irland und Portugal.
Aber nicht an Griechenland!
Leistungslosen Wohlstand kann es nicht geben!
Wie soll der zustande kommen, der leistungslose Wohlstand?
http://derstandard.at/plink/135... id29502039
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.