Feuerwerkskörper - kleiner Sprengsatz mit großer Wirkung

  • Alle Jahre wieder: Verbrennungen, Frakturen und manchmal sogar der Verlust von Fingern und Gliedmaßen zählen zu den schwerwiegendsten Folgen einer "verknallten" Nacht.
    foto: apa/herbert pfarrhofer

    Alle Jahre wieder: Verbrennungen, Frakturen und manchmal sogar der Verlust von Fingern und Gliedmaßen zählen zu den schwerwiegendsten Folgen einer "verknallten" Nacht.

Jährlich gibt es in Österreich etwa 1.000 Unfälle durch Feuerwerkskörper, die mitunter folgenschwer enden

Zu geringer Sicherheitsabstand, Zündung aus der Hand, zu frühe Explosion des Feuerwerkkörpers oder der Versuch, nicht explodierte Feuerwerkskörper nochmals zu zünden, sind Ursache teilweiser schwerer Handverletzungen. "Oftmals werden Haut, wichtige Gefäße und Nerven zerrissen, manchmal sind die Folgen sogar mit dem Verlust der Hand oder des Armes verbunden.", warnt die Österreichische Gesellschaft für Handchirurgie.

Besonders die unsachgemäße Verwendung von Feuerwerkskörpern oder das Zünden von pyrotechnischen Produkten, deren Herkunft nicht nachvollziehbar ist, führen die Experten als Hauptursachen für derartige Verletzungen an. Zudem kommt es immer wieder zu Augen- beziehungsweise Hornhautverletzungen und Hörschäden.

Neben Jugendlichen und Kindern sind vor allem betrunkene Männer gefährdet, denn "Alkoholgenuss mindert das Reaktionsvermögen", geben die Handchirurgen zu bedenken.  (APA/red, derStandard.at, 28.12.2012)

Tipps für den Umgang mit Feuerwerkskörpern:

  • Beim Kauf von Feuerwerkskörper über deren Handhabung beraten lassen und Hinweise befolgen. Außerdem sollte auf die Herkunft der Produkte geachtet werden
  • Jugendliche müssen über den richtigen Umgang mit Feuerwerk instruiert und beaufsichtigt werden
  • Geeignete Lagerung der pyrotechnischen Produkte an einem kühlen und trockenen Ort
  • Keine Eigenkreationen basteln. Österreichs Handchirurgen warnen vor selbst hergestellten "Piraten" (beispielsweise eigenhändiges Zusammenbinden von Knallkörpern), die immer wieder Ursache schwerster Verletzungen sind
  • Bei Abschuss auf vorgegebene Schutzabstände (mindestens 5 Meter), Neigungswinkel und eventuelle Windgeschwindigkeiten achten.
  • Raketen niemals in Richtung von Menschen schießen. Darauf achten, dass Kinder nicht in die Nähe von frisch gezündeten Raketen laufen
  • Nicht explodierte Feuerwerkskörper niemals aufheben oder neuerlich zünden. Es besteht die Gefahr, dass diese "verzögert" explodieren
  • Nicht im Nahbereich von Feuerwerkskörpern rauchen
  • Feuerwerk nur auf festem, nicht brennbarem und ebenem Untergrund zünden und einen vollen Wassereimer für Blindgänger bereithalten

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