Indische Regierung will Daten veröffentlichen

28. Dezember 2012, 12:14
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In Reaktion auf die andauernden Proteste sollen auch die Strafen bei Sexualstraftaten erhöht werden

Neu Dehli - Die indische Regierung hat nun erstmals mit expliziten Maßnahmen auf die beispiellosen Proteste gegen die Vergewaltigung von Frauen reagiert. In Zukunft sollen Fotos, Namen und Adressen von verurteilten Sexualstraftätern auf den Websites der Polizei veröffentlicht werden, um sie wegen ihrer Taten "öffentlich anzuprangern". Minister Ratanjit Pratap Narain Singh teilte mit, dass die Kampagne zuallererst in Neu Delhi starten werde, jenem Ort an dem sich die brutale Massenvergewaltigung an einer 23-Jährigen zutrug.

Die Regierung versprach auch Gesetze zu ändern und die Strafen für Vergewaltigung zu erhöhen. Derzeit kann ein Täter in Indien maximal zehn Jahre Gefängnis ausfassen. "Wir nehmen das Problem sehr ernst und werden versuchen, so schnell wie möglich etwas daran zu ändern", sagte Singh.

Multiple schwere Verletzungen

Die von mehreren Männern vergewaltigte indische Studentin ist in einem noch schlimmeren Zustand als bisher bekannt und kämpft immer noch um ihr Leben. Das Mount-Elizabeth-Krankenhaus in Singapur, in das sie am Donnerstag eingeliefert worden war, gab am Freitag weitere Erkrankungen und Verletzungen bekannt. Zusätzlich zu ihrem Herzstillstand habe die 23-Jährige eine Lungen- und eine Unterleibsentzündung sowie Gehirnverletzungen erlitten, erklärte Kelvin Loh, ein leitender Vertreter des Krankenhauses. 

Ein Team aus ÄrztInnen unterschiedlichster Fachrichtungen arbeite seit der Einlieferung der jungen Frau an ihrer Behandlung. Donnerstagabend teilten die ÄrztInnen des Krankenhauses mit, dass das Gewaltopfer vor der Verlegung bereits drei Mal am Unterleib operiert worden sei - sie habe auch schwere Darmverletzungen erlitten. (APA, red, dieStandard.at, 28.12.2012)

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    Die Proteste in Neu Delhi halten weiter an.

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