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Spielerisches Wissen rund um Physik und Computer vermittelt einer der Kurse, die in der Media Box im Theodor-Körner-Hof in Margareten abgehalten werden
3000 Menschen bewohnen den zwischen 1951 und 1955 errichteten Theodor-Körner-Hof in Wien-Margareten. 3000 Menschen verschiedener Nationalitäten, die Tür an Tür wohnen, aber sich nur selten kennen. Weil die Hemmung oft zu groß ist, anzuklingen, Hallo zu sagen, etwas zu fragen. Wie kann man diese Menschen zusammenbringen? Über das Internet.
Seit Mitte Oktober steht im Hof neben Hundezone und Spielplatz ein begehbarer Container mit Glasfront. Von außen nicht unbedingt ein schöner Anblick. Doch kommt es hier auf das Innere an. Ausgestattet ist die pinkfarbene Schachtel mit einer Handvoll Arbeitstischen, auf denen sich 14 Laptops und ein Drucker befinden. Über ein offenes drahtloses Netz lässt sich mit den Computern durch die digitale Außenwelt des Gemeindebaus surfen.
Doch das Wichtigste sind die Menschen, die in den Kubus kommen. An diesem Nachmittag sind es fünf Mädchen und acht Burschen zwischen sechs und neun Jahren. Sie umringen Johann Stockinger von der Österreichischen Computergesellschaft (OCG). Sein trockenes Thema, elektrische Leitfähigkeit und Übertragung von elektrischen Impulsen, versteht er mit einem fruchtigen Experiment zu beleben.
Eine auf Papier aufgemalte Tastatur verwandelt sich mithilfe von verkabelten Bananen und Orangen sowie einem Laptop mit Klaviersoftware in ein stimmungsvolles Klimpermedium. Die Kinder sind begeistert. Sie malen ihre eigene Tastatur, umwickeln Teller mit Alufolie, formen aus Plastilin Buchstaben und musizieren damit. "Das macht Spaß, so Musik zu machen", ruft ein Mädchen freudig und fügt hinzu: "Wir haben leider keinen Computer daheim."
Jungen und älteren Menschen den richtigen Umgang und die Möglichkeiten von Kommunikationstechnologien zu vermitteln, lautete das ursprüngliche Ziel des von T-Systems initiierten und finanzierten Projekts "Gemeindebau 3.0". Doch schon nach wenigen Wochen ist aus der "Media Box" ein Begegnungsort in Margaretens größter Wohnanlage geworden. Ein be- und geachteter Ort, was sich auch daran zeigt, dass bis dato keine Schmierereien die Außenwände verunzieren.
Das Jugendzentrum 5er-Haus bietet hier im "Job-Café" Jugendlichen Hilfe beim Bewerbungsschreiben, geschlossene Gruppen ermuntern Frauen mit Migrationshintergrund zu Computerkursen. Mehr als 250 Personen haben bisher Veranstaltungen hier besucht.
Das österreichische Freundesnetzwerk Sankt Onlein hat zudem für die Bewohner die Plattform koernerhof.at eingerichtet. Sie bietet Links für das Leben in Margareten mit nützlichen Tipps, dient zum Kennenlernen über gemeinsame Interessen, Suchen und Finden von Nachbarschaftshilfe, zum Meinungsaustausch - in der Hoffnung, dass aus virtuellen auch reale Begegnungen werden.
Weitere Projekte dieser Art in anderen Gemeindebauten sind laut T-Systems nicht geplant. Nachahmung aber durchaus erwünscht. (Karin Tzschentke, DER STANDARD, 28.12.2012)
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