Komitee: Zu wenig Hilfe für Neonazi-Aussteiger

27. Dezember 2012, 18:39
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Mauthausen Komitee fordert Anlaufstellen wie in Deutschland, Ministerium winkt ab

Wien - Menschen, die aus der rechtsextremen Szene aussteigen wollen, würden in Österreich nicht genügend Hilfe bei diesem meist schwierigen und gefährlichen Unterfangen bekommen, kritisiert der Vorsitzende vom Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ), Willi Mernyi, am Donnerstag in einer Aussendung.

Das MKÖ bekomme diesbezüglich regelmäßig Anfragen, doch abgesehen von " einzelnen Sozialarbeitern" gebe es von offizieller Seite kein Angebot für diese Menschen. Anders ist das in Deutschland, wo solche Einrichtungen seit zwölf Jahren existieren und schon vielen Menschen beim Aufbau eines neuen Lebens halfen.

Das MKÖ fordert vom Innenministerium, hier tätig zu werden. Im Ministerium weist man auf Standard-Nachfrage darauf hin, dass "der Verfassungsschutz in Kooperation mit dem Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) in Einzelfällen individuelle Hilfe organisiert". Eine routinemäßige Organisation bzw. Anlaufstelle wie in Deutschland werde es aber weiterhin nicht geben. "Der Verfassungsschutz sieht den Bedarf hier leider nicht besonders groß", sagt ein Sprecher des Innenministeriums. (cms, DER STANDARD, 28.12.2012)

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