Pflege

Einserkastl27. Dezember 2012, 18:34
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Die Menschen werden älter, bleiben dabei aber nicht unbedingt gesund

Kanzler Faymann war am zweiten Weihnachtsfeiertag in einem Pflegeheim der Caritas. Das ist mehr als Gut-Wetter-Machen unter potenziellen Wählern. Die Pflege alter Menschen mit unterschiedlichem Grad an Pflegebedürftigkeit ist - finanziell, von den Personalressourcen her und vom Regelungsbedarf - eines der größten politischen Themen der nächsten Jahre.

Die Menschen werden älter, bleiben dabei aber nicht unbedingt gesund. Und die österreichische Gesellschaft ist eine stark überalterte.

Es ist binnen weniger Jahre ein Personalmarkt entstanden: Rund 40.000 meist weibliche, meist osteuropäische "Personenbetreuer" kümmern sich um die alten Leute - die meisten in der sogenannten 24-Stunden-Pflege (Nebenbei: Auch mehr als 40.000 Minderjährige pflegen ältere Verwandte).

Die Wahrheit ist, dass Pflege teuer ist und immer teurer wird. Die öffentliche Hand gewährt Förderungen - denn die Pension reicht fast niemals für eine Finanzierung der Pflegekosten aus. Dafür greifen die Bundesländer unterschiedlich hart auf das Vermögen zu. Aber es ist absehbar, dass die Förderungen die Budgets in Schwierigkeiten bringen. Im Hintergrund wird bereits über Steuererhöhungen bzw. eine Art Pflegesteuer diskutiert. Und das ist auch der Zusammenhang, in dem man Faymanns Besuch in einem Pflegeheim sehen sollte: Der Boden für eine Pflegesteuer welcher Art auch immer wird vorbereitet.(Hans Rauscher, DER STANDARD, 28.12.2012)

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