Nahrungsmittelzentrum aus der Spätantike entdeckt

27. Dezember 2012, 12:52
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Siedlung aus dem fünften Jahrhundert bei Aushubarbeiten freigelegt - Weitere Funde in Wernersdorf: Über 7.000 Jahre alte "Steinschläger"-Atelier

St. Pölten - Bei Grabungsarbeiten des niederösterreichischen Energieversorgers EVN ist im Tullnerfeld eine große Siedlung aus der Spätantike ans Tageslicht gekommen. Die in Trasdorf (Bezirk Tulln) entdeckten Überreste stammen aus dem fünften Jahrhundert; die damalige Ansiedlung dürfte wesentlich für die Lebensmittelversorgung in der Gegend gewesen sein, berichtete der Energieversorger am Donnerstag in einer Aussendung.

Neben mehreren Brotbacköfen und Vorratsgruben wurde eine sogenannte Darre entdeckt. Dabei handelt es sich um eine Einrichtung zum Trocknen von Lebensmitteln. Sie besteht aus einer Ofengrube und einem Dörr- bzw. Räucherraum, die durch einen Rauchkanal verbunden sind.

"Steinschläger"-Atelier in Wernersdorf

Historische Entdeckungen gab es auch in Wernersdorf (Bezirk St. Pölten). Dort wurden neben einer kleineren keltischen Siedlung auch Überreste aus der Jungsteinzeit - etwa 5.500 bis 4.900 vor unserer Zeitrechnung - freigelegt. Bei dem Fund dürfte es sich um ein "Steinschläger"-Atelier handeln: In einer Grube wurden 159 "Silices" ausgegraben, das sind Abschläge und Geräte aus Feuerstein, die in der Steinzeit als Werkzeuge, Waffen oder zum Feuer machen verwendet wurden. Es dürfte also offensichtlich um einen Werkplatz handeln. (APA/red, derStandard.at, 27.12.2012)

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    Grabungsarbeiten der EVN haben im niederösterreichischen Tullnerfeld eine große Siedlung aus der Spätantike zutage gebracht. Im Bild eine Darre, eine aus zwei Teilen bestehende Vorrichtung - Ofengrube und Dörr- bzw. Räucheraum - zum Trocknen von Lebensmittlen.

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