Frankreich will sich in Zentralafrika nicht einmischen

27. Dezember 2012, 12:00
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Hollande: Zeit als sich Frankreich in innere Angelegenheiten mischte "ist vorbei" - Zentralafrikanische Regierung bat Frankreich um Unterstützung

Bangui/Paris - Der französische Präsident Francois Hollande hat am Donnerstag eine Unterstützung der Regierung gegen Rebellen in der Zentralafrikanischen Republik durch im Land stationierte französische Soldaten abgelehnt. Die französische Armee sei nicht dazu da, um "ein Regime zu beschützen, sondern unsere Staatsbürger und unserer Interessen und keinesfalls um sich in die inneren Angelegenheiten eines Staates einzumischen, so Hollande in Paris laut AFP: "Diese Zeit ist vorbei."

Intervention nur mit UNO-Mandat

Eine Intervention zugunsten von durch den Konflikt Vertriebenen oder Flüchtlingen sei nur mit UNO-Mandat vorstellbar, erklärte der französische Präsident. Die zentralafrikanische Regierung unter Führung von Präsident Francois Boizize hatte bereits am Mittwoch, um die Unterstützung Frankreichs im Dialog mit den Rebellen gebeten. Die Rebellenkoalition Seleka bringt seit rund zwei Wochen immer größere Teile des Landes unter ihre Kontrolle und näherte sich zuletzt bedrohlich der Hauptstadt Bangui.

Als Reaktion auf gewaltsame Ausschreitungen vor der französischen Botschaft in Bangui, bei denen Demonstranten der ehemaligen Kolonialmacht Untätigkeit gegenüber dem Angriff der Rebellen vorwarfen, hatte Hollande am Mittwoch die französische Armee aufgefordert, für die Sicherheit der Botschaft und der im Land lebenden 1.200 Franzosen zu sorgen. Im Rahmen der Friedensmission der FOMAC (Multinationale Eingreiftruppe in Zentralafrika) sind seit 2008 französische Soldaten unter Mandat der Zentralafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (CEEAC) in Bangui stationiert. Gegenwärtig handelt es sich um 240 Mann, die sich am Flughafen der Hauptstadt befinden und für die "allgemeine Sicherheit im Land" sorgen sowie die Ausbildung der zentralafrikanischen Armee unterstützen sollen, hieß es aus dem französischen Verteidigungsministerium.

FOMAC will Truppen verstärken

Der zentralafrikanische Präsident Francois Boizize kam 2003 durch einen Militärputsch an die Macht und wurde 2005 durch Wahlen legitimiert, bei denen die Wahlkommission jedoch zahlreiche Kandidaten ausschloss. Die Machtübernahme Boizizes löste einen Bürgerkrieg aus, in dem die französische Luftwaffe 2006 zugunsten der Regierung intervenierte. 2007 wurde ein Friedensvertrag zwischen Regierung und Rebellen geschlossen.

Unterdessen meldete die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag, dass die FOMAC aufgrund der neuaufflammenden Kämpfe ihre Präsenz in Bangui mit zusätzlichen Truppen verstärken will. (APA, 27.12.2012)

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