Psychiatrische Patienten werden immer älter

27. Dezember 2012, 11:49

Demenz, Depression und Suchterkrankungen: Bei chronischen psychischen Leiden verschiebt sich das Altersspektrum zunehmend in Richtung Senioren

Etwa jeder vierte Österreicher leidet im Laufe seines Lebens an einer psychiatrischen Erkrankung. Im Jahr 2009 nahmen 900.000 Menschen deshalb Leistungen der Krankenversicherung in Anspruch.

Bei oft vorliegenden chronischen psychischen Leiden verschiebt sich das Altersspektrum zunehmend in Richtung Senioren. Die vor kurzem gegründete "Österreichische Gesellschaft für Alterspsychiatrie und Alterspsychotherapie" (ÖGAPP) will auf diesem Gebiet Aufklärungs- und Fortbildungsarbeit leisten.

Betreuung der Patienten möglichst ambulant

"Wir haben es mit mehreren Patientengruppen zu tun", erklärt Alterspsychiater Christian Jagsch, Präsident der ÖGAPP. "Das sind erstens jene Patienten, die als psychisch Kranke alt geworden sind. Sie leben durch die verbesserten Behandlungs- und Betreuungsmöglichkeiten länger. Dann sind - relativ 'neu' dazugekommen - die vielen Demenzpatienten, auch alte Menschen mit Depressionen. Und schließlich gibt es auch zunehmend Suchterkrankungen im Alter."

Während es in Deutschland und in der Schweiz schon dementsprechende Fachgesellschaften gibt, ist das Gebiet der Gerontopsychiatrie in Österreich bisher eher fragmentarisch vertreten. Das gilt auch für die Versorgungsstrukturen. "Wir haben hier in Graz eine Abteilung mit 109 Betten. Aber im Grunde sollte die Betreuung der Patienten möglichst im niedergelassenen Bereich und ambulant erfolgen", sagt Jagsch, Vorstand der Abteilung für Alterspsychiatrie und Alterspsychotherapie an der Landesnervenklinik Sigmund Freud in Graz. Hier existiert eine ambulante Betreuung für zu Hause, das SOPHA-Modell (Sozialpsychiatrische Hilfe im Alter), und sowohl in Wien als auch in Graz gibt es ein GPZ (Gerontopsychiatrisches Zentrum).

Neues Gebiet für Psychotherapeuten

In Österreich leben derzeit allein rund 120.000 Demenzpatienten. Die Hauptlast der Pflege lastet auf rund 200.000 nahen Angehörigen. Im Bereich der Medizin ist die Versorgung zumeist durch die niedergelassenen Kassen-Allgemeinmediziner gewährleistet, doch seit Jahren wird ein Mangel an niedergelassenen Psychiatern im Kassenbereich beklagt.

Ähnlich verhält es sich bei der Psychotherapie. "Zwei bis drei Prozent der Personen, die für eine Erstattung der Therapie bei den Krankenkassen einreichen, sind über 65 Jahre alt. Für Psychotherapeuten ist das oft ein neues Gebiet", weiß Jagsch. Bei der Gruppe der Betagten stehe nicht mehr so sehr die seelische Entwicklung für die Zukunft, sondern vielmehr die Bewältigung von schwierigen Lebensverhältnissen, akuten Traumata und Verlusterlebnissen sowie die Aufarbeitung alter Verletzungen und Belastungen im Vordergrund. (APA, red, 27.12.2012)

Termin:

Am 2. Februar 2013 veranstaltet die ÖGAPP am Flughafen Graz ihre jährliche alterspsychiatrische Tagung. Am Vormittag sind die Professionisten dran, am Nachmittag die Angehörigen. Infos: alterspsychiatrie.at

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13 Postings
Keine Angst, das dreht sich wieder.

Nachdem gerade auch für Kinder und Jugendliche viel zu wenig Versorgung im psychiatrischen und psychosozialen Bereich gibt, werden sie gar nicht mehr so alt werden...

ich fürchte doch - die Folgekosten werden jedoch höher. Viele Eltern können sich eine Psychotherapiestunde von 70 Euro (EUR 90 abzgl. 20 Euro Krankenkassenanteil) nicht leisten, da bei Kids/Jungendlichen die Therpie oft sehr lange dauert (Ess-Störungen etc., massive Verhaltensauffälligkeiten). Diese Kids haben dann keine abgeschlossene Schulausbildung, schaffen den Einstieg ins Berufsleben nicht. Die Folgekosten die auf die Gesellschaft zukommen sind bei weitem höher als die Kosten einer zeitgerechten Therapie für die es zu wenig Kassenplätze gibt - am Land überhaupt keine - und in der Stadt mit Wartezeiten von 1-2 Jahren - bis dahin ist es dann immer zu spät.

Natürlich haben Sie Recht. Mein Kommentar war zynisch und betraf die suizidale Entwicklung,

Die ohne Behandlung letal endet bzw. Auch langzeitfolgen aus Drogenselbstmedikation, die auch häufig mit dem Tod vor Pensionsantritt erfolgt....

"Psychiatrische Patienten werden immer älter"

a geh - und ich hab gedacht, die werden immer jünger und verschwinden schließlich wieder im mütterlichen uterus...

austro-eugenische Lösung

Personenstandsverg3ewaltigung durch den zurückpudernden austriakischen Henne-zu-Ei-Mach-OGH

8ObA223/95

Das hat mit dem Pflegenotstand zutun...

Da Sitzen die Alten dann nur mehr sabbernd grinsend in der Ecke und sagen nix mehr, brauchen auch keine Zuwendung mehr - so kann man enorm viel Personal sparen ...

den Psychodrogen sei dank

eine recht fitte über 70jährige Dame aus der Psychatrie hat es aber ganz einfach geschafft das Auto eines Arbeitskollegen meiner schwester abzufackeln und dann noch 3 kräftige Männer zu verprügeln die sie davon abhalten wollten sich in einen Blumentopf im Personalaufenthaltsraum zu erleichtern.

sachen gibts

habe eher an die rollstuhlgefesselten windelträgerINNEN gedacht

seien sie froh dass die frau in einem blumentopf kackern wollte und nicht auf den Boden

Im Alter brechen dann die Kriegserlebnisse wieder durch, die sich ein Leben lang unterdrücken haben lassen.

Wir haben auch 1. Keine ausreichende Respektkultur vor Alten Menschen (was im Selbtsbild einen Klacks verursacht) und 2. Wurden sie trainiert, alles für sich zu behalten, was traumatisch während der Kriegsjahre war für sie selbst und ihre Eltern und 3. Waren sie die dritte/vierte Generation, die durch zwei nacheinanderfolgende Kriege doppelt und dreifach traumatisiert wurden....

"Im Alter brechen dann die Kriegserlebnisse wieder durch, die sich ein Leben lang unterdrücken haben lassen."
Für diese Behauptung haben sie natürlich auch fundierte Belege, nicht wahr ?

http://www.tagesspiegel.de/wissen/ps... 24226.html

http://www.welt.de/welt_prin... Seele.html

Deckt sich übrigens mit Erkenntnissen von 09/11 - da geht es heute jenen am schlechtesten, die von Psychotherapeuten vollgelabert wurden.

Danke, sehr guter Befund!

Nicht die psychiatrischen Patienten werden immer älter, sondern die Menschen allgemein, klar, dass unter den immer älter Werdenden auch immer mehr mit psychischen Problemen sind. Nona!

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