Europas Börsen mit moderaten Gewinnen

27. Dezember 2012, 18:59
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Frankfurt am Main - Die europäischen Leitbörsen sind am Donnerstag mit moderaten Zuschlägen aus der Sitzung gegangen. Der Euro-Stoxx-50 legte um 11,42 Einheiten oder 0,43 Prozent auf 2.659,95 Zähler zu.

Im Zentrum der Aufmerksamkeit stand nach wie vor der US-Budgetstreit. Am Vormittag herrschte noch verhaltene Zuversicht bezüglich einer Einigung bei den Verhandlungen vor, die jüngsten Aussagen des demokratischen Mehrheitsführers des US-Senats, Harry Reid, trübten das Sentiment am Nachmittag jedoch wieder etwas ein und sorgten dafür, dass die Börsen einen Teil ihrer Kursgewinne wieder abgeben mussten.

Reid hatte knapp nach US-Börsenstart gesagt, er erwarte nicht, dass die Fiskalklippe noch abwendbar sei. Sollte in den US-Verhandlungen bis zum Jahresende keine Lösung gefunden werden, drohen den Amerikanern Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen von mehreren hundert Milliarden Dollar. Dies könnte wiederum zu einer neuen US-Rezession führen und schwere Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben, so Experten.

Unter den größten Kursgewinnern im Euro-Stoxx-50 waren Unibail-Rodamco (plus 2,26 Prozent) und Schneider Electric (plus 2,33 Prozent) zu finden. Weit oben auf der Kurstafel notierten außerdem Vinci. Die Titel zogen um 1,58 Prozent auf 36,54 Euro an. Kreisen zufolge habe der französische Bau- und Infrastrukturkonzern wohl den Zuschlag für rund 3 Mrd. Euro bei der Privatisierung der portugiesischen Flughäfen erhalten.

Autowerte als Kursgewinner

Ein europäischer Branchenvergleich wies Autowerte als Kursgewinner aus. Im Euro-Stoxx-50 notierten Volkswagen um 0,94 Prozent höher bei 172,60 Euro, BMW stiegen um 1,05 Prozent auf 73,46 Euro. Der bayrische Autobauer hat 2012 rund 1,8 Millionen Autos verkauft und damit einen neuen Absatzrekord für das Unternehmen aufgestellt.

Indessen trotzt das Lastwagengeschäft von Daimler weithin der Krise auf dem globalen Nutzfahrzeugmarkt. Bis Ende November habe der Absatz binnen Jahresfrist um 14 Prozent auf 424.000 Modelle zugelegt. Damit haben die Schwaben nach elf Monaten bereits den Gesamtabsatz des Vorjahres erreicht. Daimler erhöhten sich um 0,48 Prozent auf 41,76 Euro.

Bankia stürzten um fast 20 Prozent ab. Den Aktionären der angeschlagenen spanischen Sparkasse droht der Totalverlust. Der Bankenrettungsfonds FROB hat den aktuellen Unternehmenswert der Bankia am Mittwochabend auf minus 4,2 Mrd. Euro beziffert. Die Sparkasse darf zwar Anfang des Jahres mit einer Kapitalspritze von 18 Mrd. Euro aus dem Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) rechnen, doch die Anteilseigner profitieren davon nicht - im Gegenteil: Die Aktien werden durch den folgenden Kapitalschnitt praktisch wertlos.  (APA, 27.12.2012)

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