Irgendwelche Asiaten greifen an

26. Dezember 2012, 20:38
  • Vollste patriotische Entschlossenheit angesichts der Offensive von Kim Jong-whoever.
    foto: concorde

    Vollste patriotische Entschlossenheit angesichts der Offensive von Kim Jong-whoever.

Dan Bradleys Action-Trash-Remake "Red Dawn" - und die weiteren Filmstarts der Woche im Überblick

Immer kuriosere Blüten treibt das Remake-Geschäft in Hollywood. Dan Bradleys Actionstreifen "Red Dawn" macht diesbezüglich besonders betroffen. In seinem Regiedebüt zeigt Bradley, der als Stunt-Koordinator ordentlich Tschingbum-Erfahrung sammelte, wie eine Gruppe mäßig sympathischer Teenager (Chris Hemsworth, Josh Peck u. a.) ihre Kleinstadt von nordkoreanischen Invasoren zu befreien sucht.

1984 konnte das gleichnamige Original, in dem es Patrick Swayze und Charlie Sheen mit einer sowjetischen Übermacht aufnehmen mussten, noch auf ein zumindest halbwegs massentaugliches Bedrohungsszenario zurückgreifen. Das Update sollte nun auch bei strammen Freunden rechten Trashs nur für Kopfschütteln sorgen.

War während der Dreharbeiten 2009 noch China für die Rolle der feindlichen Übermacht vorgesehen, veranlassten Bedenken bezüglich des chinesischen Marktes die Filmproduzenten dazu, sämtliche chinesische Insignien nachträglich in nordkoreanische zu verwandeln. Wurscht. Das Ganze ist in jeder Hinsicht so blöd, dass es wehtut, und zu allem Übel völlig spannungsfrei inszeniert.

Ein Märchenkönig und ein Tagedieb
Die weiteren Filmstarts der Woche

Der bayrische König "Ludwig II." avanciert einmal mehr zum Kinohelden, den gleichnamigen Film haben Peter Sehr und Marie Noelle inszeniert.

Außerdem starten: Ang Lees bildmächtige Verfilmung von Yann Martels Roman "Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger" und die sehenswerte Musikdoku "Searching for Sugar Man"; weiters: der Horrorfilm "Maniac" mit einem mörderischen Elijah Wood, die Berliner Tragikomödie "Oh Boy" mit Tom Schilling als Tagedieb und die deutsche Kinderbuchadaption "Die Vampirschwestern". (wall, irr, DER STANDARD, 27.12.2012)

Milius' Original war mehr ein "was wäre wenn"...

und hatte nur wenig mit Propaganda a la "bösen Russen" und "guten Amis" zu tun.

Heute traut man sich allerdings schon gar nichts mehr, aus Angst, konkretere Feindbilder zu bedienen.

An die Russen glaubt keiner mehr, mit Nordkorea können die Zuschauer nur wenig anfangen und an die Chinesen traut man sich nicht ran - man will den Film dort schliesslich auch noch auf den Markt bringen.

Also am besten das Original anschauen und das Geld für's Kino sparen. Hirnlose Remakes hat's dieses Jahr sowieso schon genug gegeben.

Das Original ist viel bedrückender, zwar stellenweise langatmiger aber glaubwürdiger und nachvollziehbarer.

Die rote Flut

War das nicht der Breakfast Club fuer die NRA? Viel zu frueh als Teenager gesehen (keine Ahnung von Zusammenhang Cuba und UDSSR) und lange an diesem Szenarion gezerrt.

Irgendwann vor einem Jahr mal wieder reingezogen und mich ueber die umgebauten Puma's (Eurocopter) gefreut und die beiden Hauptdarsteller aus Dirty Dancing (Grey und Swayze) mal ohne Romanze gesehen. Fuer die 80er eigentlich ein Kult-film (oder einfach nur ein guter Nachmittag gewesen als 12 jaehriger).

Aber jetzt echt verwundert, dass man fuer sowas ein Remake braucht und sogar Geld dafuer bekommt... Nicht einmal im download oder im Flugzeug gebe ich mir das... selten bloeder Trailer

gut dass die freiheitsliebenden amerikaner so einen haufen sturmgewehre rumliegen haben

damit sie sich im ernstfall schützen können!

die frage ist: weshalb wird in qualitätsblättern chauvenistischer, durch und durch intelligenz- ästhetik- und kulturfreier dreck wie "red dawn" überhaupt besprochen?

ach ja, ich weiss schon: was besprochen wird und was nicht beschliesst immer noch der grosse bruder über dem grossen teich und nicht eine österreichische kulturredaktion, ich vergass :)

Der Standard verreisst den Artikel eh: "Das Update sollte nun auch bei strammen Freunden rechten Trashs nur für Kopfschütteln sorgen."

An sich wird im Standard das Kinoprogramm auf und ab besprochen.

Muss zugeben, dass ich damals als ich von der Neuauflage von Red Dawn gehört habe, ich etwas Bauchweh hatte. Die Ankündigung erfolgte 2008 als durch die olympischen Spiele und die Tibet Krawalle die Sinophobie in den USA und Europa einen erneuten Höhepunkt zu erreichen schien. Der Gedanke dahinter war klar - man wollte einen schnellen Dollar mit den peinlichen Ängsten der Amerikaner machen. Inzwischen hat sich aber die Hysterie gelegt, was bleibt ist ein bitterer Nachgeschmack, der die Leute aber nicht ins Kino locken würde. Das wurde auch erkannt und daher auch die Umbenennung des Feindes in NK um den Zugang zum geldbringenden Markt China nicht zu verlieren.

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