Krieg in Syrien: Kein Ende des Wahnsinns

Kommentar26. Dezember 2012, 17:57
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Die Lage wird immer verwirrender, die Meinungen gehen auseinander

Die Lage in Syrien wird immer verwirrender: Während ernst zu nehmende Experten wie Nato-Chef Anders Fogh Rasmussen davon sprechen, dass sich das syrische Regime in Auflösung befindet, sehen andere diese Analyse von einem militärischen Standpunkt aus noch nicht gedeckt: trotz des Falls von Aleppo - das teilweise von der Nusra-Front kontrolliert wird, die auf der US-Terrorliste steht. Manche meinen, dass, bevor noch die gegen Rebellen und Zivilisten gleichermaßen wütende syrische Armee geschlagen ist, eher die Wirtschaft und die staatlichen Institutionen zusammenbrechen werden.

Das würde ein Szenario wahrscheinlicher machen, mit dem einige Experten immer mehr rechnen: dass sich Bashar al-Assad mit den Seinen in das Gebiet zurückzieht, das zu Beginn der französischen Mandatszeit nach dem Ersten Weltkrieg der Alawitenstaat war. Dass der harte Kern um Assad einfach so aufgibt, wird immer unwahrscheinlicher, je grausamer der Krieg wird. Das Video, in dem ein Kind von Rebellen dazu angehalten wird, einen alawitischen Soldaten zu köpfen, taugt besser als alle Durchhalteparolen: Das blüht uns, wenn wir unterliegen.

Es gibt Gerüchte, dass Assads Frau mit den Kindern bereits außer Landes ist. Anderen Quellen zufolge wollte sie weg, wurde aber daran gehindert. Es ist fraglich, ob seine Leute Assad gehen ließen, wenn sie selbst zurückbleiben müssten. Es ist kein Ende des Wahnsinns in Sicht. (Gudrun Harrer, DER STANDARD, 27.12.2012)

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