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Washington - Hummeln nehmen längere Wege auf sich, um Pollen verschiedenartiger Pflanzen zu sammeln. Die Vielfalt bedeutet den Tieren dabei mehr als die reine Menge der Blütenpflanzen, wie Biologen entdeckt haben. Über die Ergebnisse berichtet das Team um Shalene Jha von der Universität von Texas in Austin und Claire Kremen von der Universität von Kalifornien in Berkeley in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften (PNAS).
Die Forscherinnen untersuchten, wie weit sich die Arbeiterinnen einer amerikanischen Hummelart (Bombus vosnesenskii) auf Futterflügen von ihrem Stock entfernen. Da die kleinen, unterirdischen Nester nur schwer aufzuspüren sind, nutzten die Expertinnen dafür die Verwandtschaft der Tiere: Die Wahrscheinlichkeit, dass zwei genetisch verwandte - also aus einem Stock stammende - Hummel-Arbeiterinnen gefunden werden, sinkt mit ihrem Abstand vom Stock. Vom Zahlenverhältnis der verwandten Tiere kann so auf deren Entfernung von der Heimat geschlossen werden.
Diese Flugentfernung setzten die Forscherinnen in Beziehung zum Pflanzenangebot an der Pollenquellen und fanden, dass die Menge und Dichte der Blütenpflanzen nicht entscheidend war. Eine große Vielfalt der Pflanzenarten an einer Stelle war für die Hummeln dagegen so verlockend, dass sie dafür deutlich weitere Wege flogen.
Außerdem zeigte sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen der Dichte der Nester und dem Grad der Natürlichkeit der Landschaft. Besonders die Versiegelung der Erde durch Wege und Straßen war ein Hindernis für die in Bodennestern siedelnden Hummeln. "Wir sind möglicherweise in einer Bestäuber-Krise", sagte Shalene Jha mit Blick auf ihre Forschungen in den USA.
Für die Insekten seien natürlichen Landschaften wichtig. In der Landwirtschaft sollte auf mehr Abwechslung gesetzt werden. "Hummeln zählen zu den effektivsten natürlichen Bestäubern", sagte Shalene Jha. "Sie sind groß und können eine Menge Pollen tragen." (APA/red, derStandard.at, 01. 01. 2013)
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