Standard Lüttich droht mit Austritt

26. Dezember 2012, 14:30
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Traditionsklub fordert eine gemeinsame Liga mit den Niederlanden - Ähnliche Pläne für frühere Sowjetrepubliken im Gespräch

Brüssel - Der belgische Fußball-Erstligist Standard Lüttich hat mit einer Abwanderung in die französische Eliteklasse gedroht, falls die Gründung einer gemeinsamen Liga in Belgien und den Niederlanden ausbleibt. "Ohne die Einrichtung einer Beneliga, wird der belgische Fußball eines schönen Todes sterben. Falls dieses Projekt nicht das Licht des Tages erblickt, wird Standard anfragen, in die französische Ligue 1 aufgenommen zu werden", sagte Standard-Präsident Roland Duchatelet der belgischen Zeitung Sudpresse.

Priorität genießt für Duchatelet allerdings die Gründung einer Meisterschaft aus acht belgischen und zwölf niederländischen Klubs, um in Sachen der Fernsehvermarktung mit den großen europäischen Ligen konkurrieren zu können.  

Pläne im russischen Einzugsgebiet

Auch die umstrittenen Pläne für eine gemeinsame Fußball-Liga der besten Clubs aus früheren Sowjetrepubliken werden konkreter. Eine Kommission mit Vertretern mehrerer russischer Spitzenclubs solle die Neugründung vorbereiten, sagte der Präsident und Trainer des russischen Erstligisten Alania Wladikawkas, Waleri Gassajew, am Mittwoch in einer Fernsehsendung.

Vereine wie Zenit St. Petersburg, ZSKA Moskau und Anschi Machatschkala in Russland oder Dynamo Kiew und Schachtar Donezk in der Ukraine erhoffen sich von dem Projekt mehr Zuschauer und höhere Qualität. Auch Vereine aus Weißrussland, Armenien und Kasachstan hätten Interesse bekundet, sagte Gassajew. Kritiker fürchten hingegen eine enorme Schwächung der nationalen Ligen.

Als Initiator der Idee gilt Alexej Miller, der Chef des Staatskonzerns und Zenit-Sponsors Gazprom. Sein Verein fühlt sich Medienberichten zufolge vom russischen Verband benachteiligt. Anlass ist eine harte Strafe, nachdem Zenit-Fans im Spiel bei Dynamo Moskau Tormann Anton Schunin mit einem Knallkörper verletzt hatten.

Im Eishockey etwa gibt es mit der Kontinentalen Hockey-Liga (KHL) bereits einen länderübergreifenden Wettbewerb. Im Fußball müsste allerdings die Europäische Fußball-Union (UEFA) noch zustimmen.(SID/APA, 26.12.2012)

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