Cloud-GPS: Microsoft arbeitet am Navigationssystem der Zukunft

25. Dezember 2012, 14:48
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Serverseitiger Dienst soll Energiebedarf von Handychips massiv reduzieren

Praktisch jedes Smartphone ist heute auch ein Navigationsgerät. Die Konvergenz der Technologien hat allerdings einen großen Haken: Die unterschiedlichen Chips und Funktionen benötigen jede Menge Energie. Besonders der Empfang, die Verarbeitung und Aufbereitung von GPS-Signalen saugt den Akku in nur wenigen Stunden aus. Um dies zu ändern, arbeiten die Forschungsabteilung von Microsoft an einem System namens Cloud-Offloaded GPS (CO-GPS).

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Beim CO-GPS sollen wesentliche Rechenschritte bei der Verarbeitung der Daten online auf Server ausgelagert und so die Hardware des Smarphones entlastet werden. Im Rahmen der zehnten ACM Conference on Embedded Networked Sensor Systems konnten die Wissenschaftler anhand ihrer Forschungsergebnisse mittels eines Testsystems zeigen, wie viel Energie sich dadurch einsparen ließe. Während ein gewöhnliches GPS-System bei konstanter Positionierung einen Handyakku innerhalb weniger Stunden entlädt, benötige das CO-GPS-Pendants für eine konstante Aktualisierung mit einer Messung pro Sekunde über eineinhalb Jahre lediglich zwei AA-Batterien.

Energiehungrig

Konventionelle GPS-Navigation ist von der ersten Sekunde an sehr energiehungrig. Nur um beim Start die Ausgangsposition festzustellen, benötigt es etwa ein Joule Energie. Durch die neue Technologie könne dieser Anfangsbedarf "auf 0,4 Millijoule reduziert werden - eine Ersparnis von 99,96 Prozent".

Microsofts Wissenschaftler glauben, dass sich mit CO-GPS auch ganz neue Funktionen ermöglichen lassen. Etwa könne man dadurch neue Informationen wie die Luftverschmutzung oder von anderen Anwendern häufig genutzte Routen anzeigen lassen. (red, derStandard.at, 25.12.2012)

  • Steckt die Zukunft der Navigation in der Cloud?
    foto: navx

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