US-Schauspieler Jack Klugman mit 90 gestorben

25. Dezember 2012, 08:15

Aktiv noch bis ins hohe Alter, war er einer der auffälligsten Fernsehstars mit einer markanten Stimme

Los Angeles - Knurrig beschrieb ihn vielleicht ganz gut. Nicht unfreundlich, aber knurrig. Und kantig, charismatisch, profiliert, markant. Jack Klugman war einer der auffälligsten Fernsehstars mit einer unvergesslichen Stimme. Ob als Oscar Madison in "Männerwirtschaft" oder Gerichtsmediziner Quincy - Klugman spielte immer Rollen, die höchstens noch Walter Matthau hätte spielen können. Am Heiligen Abend ist er mit 90 Jahren gestorben.

Als Oscar Madison war er der schlampige, faule Sportreporter der am liebsten zu Hause herumlungert. Fünf Jahre lang stritt er sich in "Männerwirtschaft" in den siebziger Jahren mit seinem Kollegen Tony Randall, der den pingeligen Felix spielte. Doch mit dem antriebslosen Oscar hatte Klugman nicht viel gemein.

"Quincy"

Eher glich er seinem Krimihelden "Quincy", dem unermüdlichen Gerichtsmediziner, der einen Fall nach dem anderen löste. Von Ruhestand wollte Klugman lange nichts hören. Selbst mit 80 hatte er noch einen vollen Terminkalender: Gastauftritte bei Fernsehshows, Ansprachen in Washington bei einem Wohltätigkeitsfest, eine Theaterrolle in Minnesota, ein Bühnenauftritt in Kansas City. Damals immer mit dabei: Freundin und Schauspielerin Peggy Crosby. 2008 heiratete er sie - mit 85.

"Er ist 20 Jahre jünger und hat sehr viel Energie", sagt seine langjährige Agentin Shirley Klein damals . Von einer Kehlkopfkrebs-Operation, bei der ein Teil seiner Stimmbänder entfernt wurde, hatte sich der Schauspieler schnell wieder erholt. Nur seine durchdringende knurrige Stimme ist ein wenig schwächer und kratziger geworden. Und der breitschultrige Kerl war im Alter ein schlanker, eher intellektuell wirkender Mann geworden. Die Gesundheit war gut - wenn man bedenkt, dass er sein Leben lang stark geraucht hat.

"Timetable"

In New York hatte Klugman Theater studiert und schon früh seine Liebe zum Broadway entdeckt. In den fünfziger Jahren experimentierte er mit den ersten Live-Fernsehdramen, drehte aber erst mit 34 seinen ersten Film: "Timetable". Es folgte ein Klassiker: In "Die Zwölf Geschworenen" konnte er sein ganzes Talent ausspielen. Eine Hauptrolle war der "Geschworene Nummer 5" eigentlich nicht, aber es genügte für den Durchbruch. Doch die meisten Zuschauer kennen ihn vermutlich aus "Männerwirtschaft", einer Fernsehadaption von Neil Simons "Ein verrücktes Paar", die Klugman gleich zwei Emmy-Trophäen einbrachte. 1976 folgte die Hitserie "Quincy", die sich immerhin acht Jahre hielt.

Am Anfang sei ihm richtig schlecht geworden, erinnert sich Klugman an seine ersten Versuche als Gerichtsmediziner. Um seine Rolle als gut zu machen, schaute er den richtigen Leichenbeschauern bei der Arbeit zu. Viele Fans hätten ihm Briefe geschickt, dass sie durch die Serie ihr Interesse für Medizin entdeckten, sagte er einmal. Ihm selber hätte es am meisten Spaß gemacht, wie Quincy "im Schmutz zu wühlen".

Mitte der Siebziger, auf dem Höhepunkt seiner Karriere, trennte sich Klugman von der Schauspielerin und Mutter seiner beiden Söhne, Brett Sommers, ohne je die Scheidung einzureichen. Das war ein Vorsichtsmaßnahme, erklärte der Frauenheld, um nicht ein zweites Mal zu heiraten. 2007 starb Sommers, ein Jahr später heiratete er Peggy Crosby. Sie war auch bei ihm, als er am Heiligen Abend in Northridge bei Los Angeles starb. (APA, 25.12.2012)

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Noch eine Größe des Holloywoood-Kinos starb: Charles Durning 89

http://www.nytimes.com/2012/12/2... ml?hp&_r=0

Er spielte in "Tootsie" und 100+ Filmen, mit Dustin Hofmann, Robert de Niro....

Sehr guter Charakterschauspieler, sehr guter NYT-Artikel, vor allem der Schluss.

durning war von den beiden

sicher der bedeutendere schauspieler....außderdem quincy...war ja schon aus der mode, wie es bei uns angekommen ist....mit 300 jahren verspätung

Quincy hat bis dahin im TV kaum oder gar nicht behandelte Themen behandelt: Essstörungen, Drogensucht, Gewalt in Beziehungen, plötzlicher Kindstot, postpartale Depressionen, Down Syndrom. Als die Sendung in Österreich erstmals ausgestrahlt wurde, war sie dennoch ein Vorreiter, weil diese Themen damals hier noch tabuisiert wurden. Das ist das große Verdienst dieser Serie!

geh bitte

was reden sie denn. quincy wurden auf rtl zwischen 1992 u. 1994 ausgestrahlt, da waren diese themen doch selbst in österreich nicht mehr tabu.

Quincy wurde erstmals 1981 im deutschen Fernsehen ausgestrahlt. Weitere Episoden folgten 1985!

Postpartale Depressionen sind übrigens heute noch ein vielerorts Unbekanntes Thema- oft werden sie sich einfach nicht ernst genommen. (Generell Depressionen. Glauben doch viele, wenn sie mal drei Tage keine Lust auf irgendwas hätten, litten sie bereits an Depressionen...)

wir reden hier aber davon

wann sie in österreich zu sehen waren. und 1981 konnte man in österreich kein deutsches fernsehen empfangen.

Also ich konnte 1981 in Österreich deutsches Fernsehen empfangen. Damals gab es schon die telekabel Wien.

stimmt

in den gemeindebauten von floridsdorf und donaustadt. dann haben sie wohl zu den ca. 100 personen gehört, die das damals empfangen konnten :)

Den "Clou" nicht zu vergessen...

Quincy...einfach immer gerne gesehen!

Danke dafür! RIP

Wo ist Fischer-Dieskaus Nachruf? Gab es nie.
Qualizettel.

http://derstandard.at/133669725... -gestorben

man sollte erst recherchieren, bevor man laut schreit. abgesehen davon, dieskau war mit sicherheit einer der überschätztesten sänger des letzten jahrhunderts, gleichauf mit schwarzkopf

kenn' ich nicht ...

Jemand der in deutschen Interviews sagte er war im II WK an der Russischen Front, waehrend er in Italien, in amerikanischen Kriegsgefangenschaft seine Gesangsstudien betrieb, sollte "unbedingt" einen Nachruf im Standard haben.

jemand der einer der innovativsten interpreten und besten klassischen sänger des 20. jh. war, sollte unbedingt einen nachruf im standard erhalten.

Die zwölf Geschworenen- einer der allerbesten Filme ever! Und Quincy habe ich geliebt- ich sehe es heute noch sehr gerne! Traurig!

"Quincy" war in seiner Zeit eine sehr gute Serie - und Klugman als der nervöse, immer nach Gerechtigkeit verlangende Gerichtsmediziner ausgezeichnet. Und die Serie hat viele Themen angesprochen, die - leider - auch heute noch Skandale werden können (Umwelt, Waffenbesitz in privater Hand usw.).

Es gab ein Role Model für Quincy:

The title character, the medical examiner for Los Angeles County (Quincy’s first name was never revealed), was inspired by the real medical examiner at the time, Thomas T. Noguchi, known familiarly as “the coroner to the stars,” who performed autopsies on Marilyn Monroe, Robert F. Kennedy, Natalie Wood and John Belushi, among others.

Foto zu Beiträgen erwünscht

Ich schließe mich dem Kommentar an, man sollte auch ein Foto der betreffenden Person zeigen, da viele Schauspieler von früher sind nur mehr an den Bildern zu erkennen.
Namen eigentlich mehr die "ältere Generation" mit deren Rollen in Verbindung bringen können.

Der Standard bringt ja auch Beiträge von PC, Autos, usw. mit Bildern und dort braucht man nicht in anderen Zeitungen oder Internetsuchmaschinen nachblättern wer da gemeint ist. Danke!

Guter Schauspieler.

Habe ihn immer gern gesehen.

eine (wiederholte) bitte an die redaktion:

könntet ihr bitte bei solchen berichten auch ein foto der betreffenden person zeigen?

manche schauspieler kennt man einfach nicht nach dem geburtsnamen, auch wenn man sie in filmen oder serien schon öfters gesehen hat und vielleicht auch sehr schätzt. in diesem fall hat mir das stichwort "quincy" klargemacht, um wen es geht; das ist aber sicher nicht bei jeder rolle klar.

ich finde, das sollte standard werden im standard (und ich glaube jetzt mal, dass es nicht nur mir so geht). bei einem bericht über ein auto z.b. zeigen sie ja auch fotos, oder? danke!

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