Deutschland blockiert Rüstungsgeschäft mit Saudi-Arabien

24. Dezember 2012, 08:59

Offenbar keine Ausfuhrgenehmigung für Bauteile nach Frankreich

Berlin/Paris/Riad - Die deutsche Regierung blockiert einem französischen Medienbericht zufolge zwei umfangreiche Rüstungsgeschäfte mit Saudi-Arabien. Es gehe um insgesamt etwa 350 von der saudi-arabischen Nationalgarde bestellte Fahrzeuge im Wert hunderter Millionen Euro, berichtete die Tageszeitung "Les Echos" am Montag unter Berufung auf übereinstimmende Quellen. Die Fahrzeuge seien bei den französischen Rüstungsfirmen Nexter und Lohr in Auftrag gegeben worden und auf Zulieferungen des deutschen Autobauers Daimler angewiesen, für die in Deutschland bisher keine Ausfuhrgenehmigung erteilt worden sei.

Debatte über Rüstungsexporte

Dem Bericht zufolge geht es bei dem Geschäft um 264 Truppentransporter des Typs Aravis von Nexter sowie 15 Krankenwagen und 68 Radfahrzeuge zum Einsatz in der Luftabwehr des Typs MPCV von Lohr. Robert Lohr, Chef des Unternehmens, sagte der Zeitung, Daimler habe mitgeteilt, dass die notwendigen Genehmigungen zu Beginn des kommenden Jahres vorliegen sollten.

In Deutschland hatte es erst vor wenigen Wochen nach Berichten über ein umfangreiches Panzergeschäft mit Saudi-Arabien eine Debatte über Rüstungsexporte in das Land gegeben. Sie stoßen wegen der dortigen Menschenrechtslage regelmäßig auf scharfe Kritik. Die deutsche Regierung äußert sich zu solchen Geschäften mit Verweis auf die geheimen Beratungen im zuständigen Bundessicherheitsrat nicht. (APA, 24.12.2012)

Kommentar posten
13 Postings
Deutschland "blockiert" Rüstungsgeschäft

Die APA entlarvt sich mal wieder durch ihre Wortwahl.

Liefern was geht, wenn nicht Deutschland dann wird sich jemand anders finden.

Die Belieferung des saudiarabischen Militärs ist für Deutschlands Wirtschaft langfristig ein größerer Schaden als eine Nichtbelieferung.

V.a. werden sich die meisten Saudiaraber über andere Lieferanten mit geringerer Qualität freuen. :)

Glaube ich persönlich nicht .

Bei ihrem 2.Punkt haben sie natürlich Recht ;)

Die deutsche Dessousbranche würde ihnen widersprechen. Genauso wie die deutsche Film-, Musik- und Buchbranche.

Die würden sich über mehr Exporte nach Saudi-Arabien freuen, aber solange das Militär an der Macht ist (und damit die Islamisten) ...

hätten die Araber doch gleich den Dingo bestellt (auch auf UNIMOG Basis) gäbe es weniger probleme. Die Deutschen könnte doch gleich die gesamten mech. Truppen in Arabien ausrüsten. Für den Frieden und Arbeitsplätze und so

Ja, so ruiniert man die eigene Industrie und das Geschäft wird dennoch gemacht. Von wem anderen halt.
Denke nur an Noricum.

Und dann liest man "US-Rüstungsindustrie vermeldet Rekordexporte an Irans Nachbarn". Die sind nicht so feinfühlig und wollen Menschenleben retten.

Die Waffenindustrie kann ruhig in den Ruin gehen!

Sehr gut, nach der Niederschlagung des Volksaufstandes in Bahrain muss Iran geächtet werden, hätte ich nicht geglaubt dass sich die präpotente Merkel sich das nicht mehr trauen wird!

ich habe mich verschrieben ich wollte schreiben Saudi Arabien, danke für die Rotstriche, so gibt es ja auch keinen Sinn

Es gibt auch irgendwie Sinn, der Iran ist ja der zweite Spieler am Schachbrett Bahrain.

ja genau den Franzosen wurde jetzt mal ein Haxel gestellt, die werden sich hüten in bei den Saudis einzumarschieren um den Iran zu befreien..?!?!

Hää? Bahrain ist in dem Zusammenhang ja noch nachvollziehbar, doch was hat der Iran damit zu tun das die deutsche Bundesregierung die Lieferung der Teile an Frankreich verweigert?

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.