Afghanische Polizistin erschießt zivilen NATO-Berater

24. Dezember 2012, 14:08
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Polizist erschießt fünf Kollegen - Seit Jahresbeginn fast 60 Tote durch "Angriffe von innen"

Kabul/Brüssel - Eine afghanische Polizistin hat am Montag einen ausländischen zivilen Berater der NATO-Truppen erschossen. Die Angreiferin habe in ihrer afghanischen Polizeiuniform einen zivilen Berater der NATO im Hauptquartier der afghanischen Polizei in der Hauptstadt Kabul tödlich getroffen, sagten Mitarbeiter der afghanischen Sicherheitskräfte. Über die Staatsangehörigkeit des Getöteten wurde zunächst nichts bekannt. Dia NATO-Truppe ISAF betätigte den Vorfall.

Die Afghanistan-Truppe ISAF hat seit langer Zeit Probleme mit den sogenannten "Angriffen von innen", bei denen Mitarbeiter der afghanischen Sicherheitskräfte ISAF-Mitarbeiter attackieren. Bei derartigen Vorfällen wurden im Verlaufe dieses Jahres bereits fast 60 NATO-Soldaten getötet. Der Angriff vom Montag war der erste derartige Vorfall, bei dem eine Frau die Täterin war. Die Täterin wurde laut ISAF festgenommen. Die "Angriffe von innen" gehen zum Teil darauf zurück, dass die fundamentalistischen Taliban die afghanischen Sicherheitskräfte unterwandern.

Im Norden Afghanistans hat am Montag ebenfalls ein Polizist fünf seiner Kollegen erschossen. Das teilte der Polizeichef der Provinz Jawsjan, Abdul Asis Gairat, mit. Der Angreifer war demnach der Chef eines Polizeipostens in der Provinz, bei den Opfern handelte es sich um Polizisten, die von US-Soldaten ausgebildet werden, um nach dem Abzug der ausländischen Kampfeinheiten ab 2014 die innere Sicherheit zu gewährleisten. Der Täter sei nach dem Vorfall zu den aufständischen Taliban übergelaufen, sagte Gairat. (APA, 24.12.2012)

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    Wachen vor dem Polizeiquartier, in dem sich der Vorfall ereignete.

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