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Berlin - Der deutsche Germanist Peter Wapnewski ist tot. Der Gründungsdirektor des Berliner Wissenschaftskollegs starb am Freitag in Berlin im Alter von 90 Jahren, teilte die Sprecherin des Kollegs am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa mit und bestätigte damit einen Bericht des Berliner "Tagesspiegels" (Sonntag).
Wapnewski galt als der "große alte Mann" der Germanistik und als einer der prägendsten Intellektuellen im Nachkriegsdeutschland. Er gehörte zu den angesehensten und bekanntesten Vertretern der Literaturwissenschaft in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Besondere Anerkennung erwarb sich Wapnewski als Experte für die deutsche Literatur des Mittelalters und die Werke Richard Wagners. Davon zeugen auch die populären Hörfunk- und Hörbuchreihen zum Beispiel über das "Nibelungenlied".
"Wir verneigen uns in Dankbarkeit vor Peter Wapnewski. Seine Lebensleistung ist uns Verpflichtung", heißt es in der Traueranzeige des Wissenschaftskollegs. Sein Wirken bei Gründung und Aufbau des Wissenschaftskollegs von 1981 bis 1986 sei bis heute prägend für den Geist der Einrichtung. Er sei dem Kolleg auch später immer als Ratgeber und Gesprächspartner verbunden geblieben. Der Präsident der Berliner Akademie der Künste, Klaus Staeck, sagte der dpa, Wapnewski habe sich wie kaum ein anderer aktiv in die Belange der Künstlersozietät und der Gesellschaft insgesamt eingemischt. Dabei habe er sich auch vor kulturpolitischen Auseinandersetzungen nicht gescheut.
Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) betonte in einem Nachruf, Wapnewski habe sich "bleibende Verdienste um die Kultur- und Wissenschaftsmetropole Berlin" erworben. Als Gründungsrektor habe er das Wissenschaftskolleg Berlin zu einer international renommierten Forschungsinstitution geformt.
Als Forscher, der seit 1982 in Berlin lehrte, habe Wapnewski besonders auf dem Gebiet der mittelalterlichen deutschen Literatur an die durch die Brüder Grimm wesentlich in Berlin begründete wissenschaftliche Tradition angeknüpft. Wapnewski habe darüber hinaus "durch seine Persönlichkeit, seine weltläufige Ausstrahlung und seine großartige Begabung, andere Menschen zu inspirieren, vieles für unsere Stadt bewirkt." (APA, 23.12.2012)
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