Rudi Anschober: Grüner Leitwolf ist zurück

23. Dezember 2012, 17:54
56 Postings

Das Rudel braucht den "Rudl" - Anschober hat "Lektion" gelernt, Parteispitze will sich breiter aufstellen

Linz - "Landesrat Rudi Anschober tankt Energie" steht immer noch auf der Homepage des umtriebigen Landespolitikers. Drei Monate hat Anschober versucht, seine Batterien neu zu laden. Fern ab jeglicher Öffentlichkeit, ohne Kontakt zum grünen Regierungsbüro. Nötig machte diesen radikalen Schnitt ein akutes Burnout.

Und mit der Ankündigung Anschobers ab Montag, eine langsame Rückkehr in den Berufsalltag zu wagen, muss wohl das große Aufatmen durch die grünen Reihen gegangen sein.

Denn für die oberösterreichischen Grünen begann mit dem Rückzug der unumstrittenen Führungsfigur eine harte Bewährungsprobe. Zum ersten Mal seit dem Einzug in den oberösterreichischen Landtag im Jahr 1997 waren die Grünen auf sich allein gestellt - und das weitgehend unvorbereitet: Eine völlig neue Situation für alle Beteiligten. Die Partei war stets "Rudi Anschober". Zu hundert Prozent maßgeschneidert auf den ehemaligen Nationalratsabgeordneten.

Er habe "seine Lektion gelernt" kündigte Anschober jetzt anlässlich seiner Rückkehr an. Diese innere Einsicht ist wohl die Grundvoraussetzung für einen Neustart als Umweltlandesrat. Tatsächlich funktionieren kann der Neubeginn aber nur, wenn auch die Partei ihre Lektion gelernt hat. Die in den letzten Jahren gern gelebte Praxis Anschober in vielen Bereichen alleine das Feld zu überlassen, wird es nicht mehr spielen. Die grüne Parteispitze wird sich deutlich breiter aufstellen müssen. Jetzt gilt es, mit Anschobers Rückkehr nicht erneut eine Entspannungshaltung einzunehmen.

Grünes Bundesbegehren

Deutlich entspannter ist man übrigens seit dem Wiedereinstieg Anschobers bei den Bundesgrünen: "Gesundheit ist auch für einen Politiker das Wichtigste. Ich bin daher erleichtert und froh, dass es Rudi Anschober wieder besser geht. Ich freue mich, dass er in diesem so spannenden Superwahljahr 2013 wieder mit an Bord sein wird", lässt Bundessprecherin Eva Glawischnig STANDARD-Anfrage ausrichten. "Mit an Bord sein" heißt für Anschober auf Bundesebene vor allem "Zugpferd sein" - in Richtung Regierungsbeteiligung. (mro, pm, DER STANDARD, 24.12.2012)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Landeshauptmann Pühringer war einer der wenigen, die zu Anschober Kontakt hatten: Er gratulierte zum Geburtstag.

Share if you care.