Pointner mischt die Tournee-Karten durch

23. Dezember 2012, 12:15
  • Mit dem Rucksack zur Tournee: Severin Freund.
    foto: dapd/lovetsky

    Mit dem Rucksack zur Tournee: Severin Freund.

ÖSV-Cheftrainer sieht vor allem die deutschen Springer in der Favoritenrolle und warnt vor Überheblichkeit

Oberstdorf - Bei der 61. Vierschanzen-Tournee zeichnet sich gemessen an den bisherigen Saisonergebnissen ein Duell zwischen den Skispringern aus Österreich und Deutschland ab. Athleten dieser zwei Länder holten 16 von 21 Weltcup-Podestplätzen, fünf Einzelsiege gingen an den ÖSV, zwei an den DSV. ÖSV-Cheftrainer Alexander Pointner wies denn auch den Deutschen eine Favoritenrolle zu, warnte aber davor, den ersten Saisonhöhepunkt auf einen Zweikampf dieser zwei Teams zu reduzieren.

Pointner ist froh, dass das DSV-Team wieder an der Spitze mitmischt. "Vor der deutsch-österreichischen Tournee kann es nichts Besseres geben, als dass die Rivalität wieder auflebt", erklärte der Tiroler, der seine neunte Tournee als Chefcoach absolviert. Die von seinem früheren Zimmerkollegen Werner Schuster trainierten Rivalen müssten die Favoritenrolle ebenfalls annehmen.

"Schlussendlich geht's ums Gewinnen"

"Sie fahren genauso als Favoriten zur Tournee wie wir, und da geht es schlussendlich ums Gewinnen", erklärte der 41-jährige Tiroler. Da brauche man nicht um den heißen Brei herumzureden, dem müsse man sich stellen. "Man kann sagen was man will, wenn man nicht gewinnt, wird man als Zweiter oder Dritter in den Augen der Öffentlichkeit schon als erster Verlierer dastehen."

Doch neben den Deutschen dürfe man mehrere andere Springer nicht vergessen. "Man darf nie so überheblich sein und die Favoritenrolle klein halten", betonte Pointner. Routiniers wie Simon Ammann müsse man immer auf der Rechnung haben, auch wenn es für den Vierfach-Olympiasieger zuletzt in Engelberg gar nicht gut gelaufen sei. Dazu kommen nach Worten Poitners noch die Norweger mit Weltcupsieger Anders Bardal, Japaner, Slowenen und der Pole Kamil Stoch. 

Freund mit dem Rucksack

Erstmals seit dem Grand-Slam von Sven Hannawald vor elf Jahren darf sich also ein deutscher Skispringer wieder Hoffnungen auf den Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee machen. Severin Freund gilt als Mitfavorit. Unter Druck setzt sich der 24-Jährige jedoch nicht.

Nach zwei Saisonsiegen fährt der Weltcup-Gesamtzweite als Mitfavorit nach Oberstdorf, wo am kommenden Samstag vor wohl vollem Haus das Auftaktspringen der 61. Tournee-Auflage steigt. Die Euphorie der deutschen Fans ist nach vielen Jahren der sportlichen Dürre riesengroß, der Rucksack für Freund entsprechend schwer. "Es ist natürlich eine große Ehre, wenn man als Tournee-Mitfavorit genannt wird. Ich persönlich tue mich aber schwer mit der Formulierung Favorit, weil sich das auf einen Springer zuspitzen würde. Es gibt einen Kreis von Anwärtern", erklärte Freund.

In ungewohnter Rolle

DSV-Trainer Werner Schuster sieht das ähnlich. "Die dominierenden Springer der Saison sind Andreas Kofler, Gregor Schlierenzauer und Severin Freund", nannte der 43-jährige Vorarlberger die drei heißesten Anwärter auf den Gesamtsieg, zu denen er auch den Norweger Anders Bardal oder den Polen Kamil Stoch zählt. Während die beiden ÖSV-Adler Kofler (2010) und Schlierenzauer (Titelverteidiger) die Tournee bereits gewonnen haben, muss Freund erst lernen, mit der neuen Rolle umzugehen.

Er tut das in seiner gewohnt zurückhaltenden Art, ohne dabei tiefzustapeln. Das würde ihm angesichts seiner Leistungen in diesem Winter ohnehin keiner abnehmen. "Im Moment bin ich in der glücklichen Lage, dass ich in einer guten Form und vorne dabei bin. Deswegen freue ich mich auf die Tournee. Es wäre schön, dort erst einmal einen Podestplatz zu machen", formulierte der Bayer sein Ziel und wurde dann konkreter: "In Willingen ist mir schon mal ein Heimsieg geglückt, das war ein großartiges Gefühl. So etwas wäre bei der Tournee mindestens genauso schön." (APA/red 23.12.2012)

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Nachdem ich hier schon auf einem Randsportarten-Artikel bin, ich bin auf der Suche nach den Ergebnissen der Dart-WM, gibts da wo einen Link im Standard?

am 27. geht es wieder los auf Sport1 im TV

Walking in the Taylor Wonderland!

bitteschön

http://www.darts1.de/dart-wm/d... e-2012.php

ist zwar nicht auf standard, aber dafür ganz exakt, für die echten fans - daher wundert es mich, dass es diese nicht schaffen, selbst zu suchen

*fg*

Danke im Normalfall schaff ich das auch, lag wohl am weihnachtlichen Verwandtschaftsbesäufnis.

ziiiiiiiiiiiiiiiiiiiieh

Tendenzen und Trends

Der Schispringsport besteht, mehr als jeder anderer Sport, aus Tendenzen und Trends. Was einem Laien jetzt vielleicht nicht ganz einsichtig ist, aber, hier geht es um via Leistungskurven objektivierte Trends. Die Leistungskurve der Deutschen zeigt steil nach oben. Jene der Norweger und Slowenen hat eine sanft progressive Tendenz. Die Österreicher - muss man sagen - befinden sich im freien Fall. Das quasi biologische Wechselspiel von Hinfälligkeit und Neugeburt wurde von Pointner leider sträflich vernachlässigt. Der Mann sägt an seinem eigenen Denkmal und wird uns deswegen leider nicht in so guter Erinnerung bleiben, wie man vor zwei Jahren noch vermeint hätte. Er hatte seine große Zeit. Jetzt beginnt der unaufhaltsame Abstieg. Schade!

was soll der quatsch ????

wir haben bitte 4 athleten unter den top 8 im gesamtweltcup, darunter schlieri 1. und kofler 3.
also bitte wo ist hier der freie fall ??????

Eben dieses Gesundbeten und Schönreden,

wie es Pointner derzeit praktiziert erinnert frappant an den Giger damals. Wie damals Maier und Eberharter überdecken Ausnahmetalente wie Schlierenzauer, Morgenstern und Kofler die massiven Probleme die es dahinter gibt. Es ist nicht normal, daß ein Land, das seit einer so langen Zeit die Nr. 1 ist, seit 7 Jahren keinen weltcuptauglichen Springer mehr hervorgebracht hat. Das ist einzigartig und zeigt ganz deutlich, daß man massivste Probleme beim Unterbau hat, daß da nun schon seit fast einem Jahrzehnt absolut nix kommt. Die Serienniederlagen im letzten Jahr, der Verlust des GWC und auch die Blamage von Kusamo sind ein Alarmzeichen. Eine Niederlage bei der Tournee oder WM würde hoffentlich was ändern.

Leider hat man im ÖSV aus dem Absturz der Schifahrer

vor 10 Jahren nix gelernt und macht die gleichen Fehler wieder. In kürzester Zeit wurde das vernichtet, was der Innauer über ein Jahrzehnt aufgebaut hat. Aber man muß auch dem Innauer den Vorwurf machen, den falschen Cheftrainer geholt zu haben. Dennoch denke ich, er sollte zurückkommen und das Team wieder aus der Sch.... ziehen.

jahrelang haben wir fast alles gewonnen klar gehts danach bergab

jeder sport besteht in erster linie einmal aus ergebnissen und betrachtet man diese in dieser saison, so ergibt sich folgendes bild:
von 7 einzelspringen 5 gewonnen, von 21 Stockerplätzen 10 erobert.
rein objektiv betrachtet fällt ihr aussage schlicht und ergreifend unter vollkommen lächerlich.

Wie wahrscheinlich jeder Österreicher,

hoff auch ich diesmal auf einen Sieg der Deutschen. Die Chancen stehen sehr gut.

Verdient hätten sie es! Und Trainer Schuster hat im Unterschied zu anderen Trainern gute Arbeit geleistet. Das sollte honoriert sein.

Martin Schmitt wird haushoch überlegen mit Grand Slam die Tour gewinnen

Unser Martin wird mit seinem neuen Sprunganzug (hier ein Bild vom Geheimtraining: http://img139.imagevenue.com/img.php?i... 216lo.jpg) die Konkurrenz in Grund und Boden springen. Er hat bei der FIS ein 500seitiges wissenschaftliches Dossier eingereicht, welches eindrucksvoll beweist, dass sein neuer Anzug gerade so die durch die violette Helmfarbe hervorgerufenen gravierenden Nachteile ausgleicht. Eine weitere 1000seitiges wissenschaftliche Abhandlung belegt durch umfangreiche psychologische Studien, dass nur seine Person durch violette Helme benachteiligt wird und warum er die Helmfarbe keinesfalls wechseln kann.

Das üben wir dann noch ein bisschen.

Gibt es das auch ohne Entführung zu einer Pornoseite?

ich persönlich hoffe auf schlierenzauer.

aber die konkurrenz ist extrem stark und die tournee hat ihre eigenen gesetze.

andi kofler hat ebenso das zeug zum sieg, genau wie freund oder bardal. und den kleinen schweizer darf man auch nie abschreiben.

spannend wirds auf alle fälle.

Mindestens 50 Euro für das Phrasenschwein!

Hast du das Posting in der Zwischenablage

und postest es jedes Jahr um die Zeit?

ein "grün" für die rücksichtlose verwendung leerer sport-phrasen!

Österreich ist die Nummer Eins: seit 10 Jahren.

5 mal Tourneesieger hintereinander ist eine Duftmarke, die unglaublich ist.

Forza Österreich !!

Ihre Logik ist schon peinlich.

Pointner irrt,

man darf auch mal verlieren im Sport. Aber es kommt drauf an, wie die Leistung insgesamt war.
Wenn das Team zumindest 3 Tagesspringen gewinnt und die Tournee aus irgend einem Grund doch nicht, wird man nicht unzufrieden sein. Es zählt eben nicht nur der Sieg in der Gesamtwertung, es sind auch 4 Weltcupspringen, wo es um wichtige Punkte geht. Aber jetzt schon nach Ausreden suchen für den Fall der Fälle, das ist ja schon krankhaft weinerlich. Kurzfristig freut man sich natürlich über den Tourneesieg, langfristig wär´s wohl gscheiter, wenn man wirklich verliert. Dann ist wenigstens dieser unnötige Trainer Geschichte. Das Team braucht Veränderungen bei den Trainerteams, vorallem beim Nachwuchs, aber auch an der Spitze.

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