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Der Empfänger hat nur begrenzt Zeit für das Lesen einer Nachricht
Am Freitag kündigte Facebook eine neue mobile Anwendung an. Mit "Facebook Poke" soll es laut Angaben des Unternehmens möglich sein, "Hallo zu seinen Freunden zu sagen, wo auch immer man sich gerade befindet". "Poke", oder zu Deutsch "anstupsen", sei ein beliebtes Features auf Facebook, das jetzt auch auf mobilen Geräten möglich ist. Neben dem Anstupsen ist es auch möglich, Nachrichten, Fotos oder Videos an Freunde zu verschicken. Die Nachrichten verschwinden aber nach einiger Zeit von selbst. Dazu kann der Sender einstellen, ob die Nachricht nach ein, drei, fünf oder zehn Sekunden sich selbst auflöst. Werden vom Empfänger Screenshots angefertigt, wird beim Sender ein Blitzsymbol neben der Nachricht angezeigt. Die App hat es im iOS-Store schnell auf den ersten Platz der Charts geschafft.
Wie TechCrunch schreibt, könnte "Poke" ein wichtiges Instrument für Facebook sein, um zu ermessen, mit welchen Menschen man tatsächlich am meisten kommuniziert und wer einem nahe steht. Dass Facebook eine App entwickelt hat, die Nachrichten automatisch löscht, überrascht nicht. Eine bislang ebenfalls erfolgreiche App namens "Snapchat" hat dieses Feature ebenfalls im Angebot, mit der 50 Millionen Fotos täglich geteilt werden. Die Gerüchte, dass Facebook Snapchat kaufen würde, haben sich also nicht bestätigt. Stattdessen setzt Facebook auf Wettbewerb und launcht seinen eigenen "Klon". Angeblich lehnte Snapchat das Angebot von Facebook ab. Innerhalb von 12 Tagen hat Facebook dann sein eigenes Snapchat gebaut.
Alles, was innerhalb der App passiert, bleibt auch in der App. Nachrichten, die über "Poke" versendet werden, können auch nur mobil angesehen werden. Auf dem Desktop gehen keine Benachrichtungen darüber ein. Laut Facebook werden alle Nachrichten, die über "Poke" verschickt wurden, nach zwei Tagen vollständig gelöscht. Dass man Nachrichten, die schon gelöscht sind, noch zwei Tage aufhebt, habe den Grund, dass Facebook bei gröberen Verstößen nachsehen kann. Danach ist es auch dem Unternehmen nicht mehr möglich. Nachrichten können von Usern gemeldet werden, falls diese "unangemessen" seien.
Im Gegensatz zu "Snapchat" können bei "Poke" auch Textnachrichten verschickt werden und Orte hinzugefügt werden. Auch Gruppenchats sind möglich, wohingegen "Snapchat" nur das Verschicken an mehrere Personen erlaubt, aber diese nicht in einem Thread behält. Die App sei zwar etwas langsamer in der Performance als das Konkurrenzprodukt, für "Snapchat" könnte es dennoch eng werden, denn das Unternehmen versucht gerade in einer Funding-Runde an Millionen Dollar zu kommen. Trotz der alles andere als perfekten Performance von "Poke" hat Facebook immerhin die Ressourcen, die App innerhalb weniger Tage deutlich zu verbessern.
Obwohl "Poke" es an die Spitze der iOS-Charts geschafft hat, bleibt die Frage, ob sich User dauerhaft damit beschäftigen werden. Angesichts der zahlreichen Privacy-Probleme, die Facebook in den letzten Monaten hatte, könnten User dann doch wieder zu "Snapchat" zurückgreifen. Die andere große Frage ist, wie Facebook mit "Poke" Geld verdienen möchte, denn in der Anwendung ist nicht einmal Werbung vorhanden. Ob Poke sich auch weiterhin großer Beliebtheit erfreuen wird, werden die 125 Millionen iOS-User entscheiden. Die Android-Version der App soll bald folgen. (red, derStandard.at, 23.12.2012)
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"Wie TechCrunch schreibt, könnte "Poke" ein wichtiges Instrument für Facebook sein, um zu ermessen, mit welchen Menschen man tatsächlich am meisten kommuniziert und wer einem nahe steht."
"Die andere große Frage ist, wie Facebook mit "Poke" Geld verdienen möchte, denn in der Anwendung ist nicht einmal Werbung vorhanden"
Na wie wollen die wohl Geld verdienen? In dem sie die Daten verkaufen.
"In dem sie die Daten verkaufen."
Das ist eine recht naive Vorstellung. Sie müssen mir erst mal glaubhaft erklären welche Daten sie verkaufen sollten, und warum diese für einen potentiellen Käufer etwas wert sein könnten. Daten zu verkaufen als Weg zu schnellem Reichtum, das ist eine Phantasie die noch viel absurder ist als jene blauäugigen Hoffnungen die zur im Jahr 2000 geplatzten Dotcom-Blase geführt haben.
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