Geiselnahme in Berliner Bank unblutig beendet

22. Dezember 2012, 08:21
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Täter gab auf - Situation laut Polizei bis zum Schluss "brenzlig"

Berlin - Die Geiselnahme in einer Berliner Bank ist am frühen Samstagmorgen unblutig zu Ende gegangen. Der Täter wurde festgenommen. Der Mann habe aufgegeben, die Geisel freigelassen und sei von sich aus aus der Bank gekommen, teilte die Polizei mit. "Die Taktik der Polizei ist aufgegangen", sagte Polizeisprecher Stefan Redlich nach einem fast zehnstündigen Nervenkrieg mit dem Täter.

Nachdem die Beamten stundenlang mit dem Mann verhandelt hatten, gab er in der Nacht auf und ließ sich widerstandslos festnehmen. Nähere Angaben zu dem Geiselnehmer, möglichen Motiven oder Waffen machte die Polizei nicht. Auch konkrete Drohungen gab sie nicht bekannt.

Das Opfer sei zwar offenbar körperlich unverletzt. "Aber natürlich ist das eine psychisch belastende Situation", sagte der Polizeisprecher. Kriminaltechniker des Landeskriminalamtes gingen unmittelbar nach Ende der Geiselnahme in die Bank im Stadtteil Zehlendorf, um zu überprüfen, was für Waffen der Täter bei sich hatte. Der Festgenommene sollte direkt ins Landeskriminalamt gebracht werden, er werde vermutlich aber erst am Samstag vernommen und dann aller Voraussicht nach dem Haftrichter vorgeführt.

Täter forderte angeblich eine Million Euro

Der nach Medienangaben 20 bis 30 Jahre alte Mann hatte die Filiale am Freitag kurz vor 16.00 Uhr überfallen und einen 40 Jahre alten Bankangestellten in seine Gewalt gebracht. Weitere etwa 20 Menschen konnten aus dem Gebäude entkommen. Der Täter forderte eine hohe Bargeldsumme - nach unbestätigten Berichten eine Million Euro - sowie freien Abzug. Mehr als 300 Polizeibeamte sicherten das Gebäude und die Umgebung der Bank daraufhin ab.

Zwischenzeitlich versorgte die Polizei den Geiselnehmer und sein Opfer mit Essen, wie ein Polizeisprecher bestätigte. Weitere Einzelheiten zum Ablauf der Verhandlungen gab es zunächst nicht. "Eine brenzlige Situation war es aber bis zum Schluss", sagte der Sprecher. Immerhin habe der Mann einen Menschen in seiner Gewalt gehabt. Zuletzt hatte es nach Polizeiangaben im Jahr 2003 eine Geiselnahme in Berlin gegeben. (APA, 22.12.2012)

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