Kosovo droht mit Abbruch der Beziehungen zu Serbien

21. Dezember 2012, 19:06
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Sollte Serbien auf breitem Autonomiestatus des Nordkosovo beharren

Pristina/Belgrad - Der Kosovo will sich aus dem von der EU vermittelten Dialog mit Belgrad zurückziehen, sollte der serbische Premier Ivica Dacic auf einer weitgehenden Autonomie des Nordkosovos beharren. Dies kündigte der politische Koordinator des kosovarischen Verhandlerteams, Blerim Shala am Freitag an, wie die Tageszeitung "Koha Ditore" berichtete.

Serbien hatte am Mittwoch ein Positionspapier vorgelegt, das eine breite Autonomie des mehrheitlich von Serben bewohnten Norden des Kosovo und eine Demilitarisierung des jüngsten Staates Europas vorsieht. Für Shala ist dies eine "Provokation" und zeuge davon, dass sich Serbiens feindliche Haltung gegenüber dem Westen seit 1998 nicht geändert habe.

Laut Berichten der Belgrader Tageszeitung "Blic" steht auch der serbische Premier Ivica Dacic dem Positionspapier vorsichtig gegenüber. Es solle nicht den Dialog mit Prishtina verhindern, erklärte Dacic in den letzten zwei Tagen wiederholt: "Das Positionspapier ist keine Bibel." Erste Reaktionen der USA und der Europäischen Union auf das Dokument seien sehr negativ gewesen, berichtete "Blic" unter Verweis auf diplomatische Kreise.

Kosovarische Serben haben unterdessen für kommende Woche erneute Grenzblockaden angekündigt. Sämtliche seit 10. Dezember von Serbien und dem Kosovo gemeinsam verwalteten Grenzübergänge sollen demnach am Montag, Mittwoch und Freitag für jeweils zwei Stunden blockiert werden. (APA, 21.12.2012)

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