Das Christentum am Ort seiner Entstehung

Kommentar | Hans Rauscher
21. Dezember 2012, 18:47

Die Kirchen des Nahen Ostens sind durch die Entwicklung in den Staaten der Region in Gefahr

Weihnachten wird gefeiert, weil vor etwas mehr als 2000 Jahren im Nahen Osten ein Kind geboren wurde, das sich später zum Gründer der größten der fünf Weltreligionen, des Christentums mit heute 2,1 Milliarden Anhängern, entwickelte.

Wenig ins zeitgenössische Bewusstsein gedrungen ist die Tatsache, dass das Christentum in seinem Ursprungs- und anfänglichen Ausbreitungsgebiet im Nahen Osten in teilweise sehr großer Gefahr ist. Das liegt zum Teil an der Zerstrittenheit und Eifersüchtelei der verschiedenen christlichen Denominationen - wie jeder weiß, der jemals in der Jerusalemer Grabeskirche die Auseinandersetzungen zwischen der griechisch-orthodoxen, der römisch-katholischen Kirche, der armenisch-apostolischen Kirche, der syrisch-orthodoxen, den Kopten und den Äthiopisch-Orthodoxen mitbekommen hat.

In wirklicher Gefahr sind jedoch die christlichen Kirchen des Nahen Ostens durch die Entwicklung in den Staaten der Region. Das internationale katholische Hilfswerk "Kirche in Not" machte kürzlich im Europäischen Parlament darauf aufmerksam. Besonders die jüngste Entwicklung in Ägypten, dessen Bevölkerung zu etwa zehn Prozent aus christlichen Kopten besteht, ist alarmierend. Abgesehen von Brandanschlägen und Gewalttätigkeit gegen die Kopten entwickelt sich Ägypten mehr und mehr zu einem islamistischen Staat. Der Entwurf für eine Verfassung erwähnt nicht nur die Scharia als Quelle der Rechtsprechung (das tat auch die alte Verfassung), sie legt auch die besondere Rolle der Al-Azhar-Universität in der Interpretation des Rechtes sowie eine Einschränkung der Schenkungen zugunsten religiöser Gemeinschaften fest und hebt die Garantie auf, dass Minderheiten vor Diskriminierung und Umsiedlung geschützt werden. Die regierenden Muslimbrüder geben sich zwar moderat, stehen aber ihrerseits unter Druck der radikalen Salafisten.

Im Bürgerkriegsland Syrien drohen die christlichen Gemeinschaften, die sich (überwiegend aus Furcht vor einer islamischen Mehrheit) um Assad geschart haben, unter die Räder zu kommen, im Irak und im Libanon ist vielen der Druck zu groß geworden, und sie haben das Land verlassen. In der Türkei gibt es nur noch ein paar tausend Christen, und trotz diverser Gesten der regierenden gemäßigt islamischen Partei ist eine wirkliche Religionsfreiheit für die Christen nur sehr eingeschränkt gegeben. Israel verhält sich zu den christlichen Arabern in seinem Herrschaftsbereich eher unfreundlich: So wurde versucht, die Erklärung der Geburtskirche in Bethlehem zum Weltkulturerbe zu blockieren.

Wie immer man zum Christentum steht: Es gehört derzeit zu den am meisten verfolgten Religionsgemeinschaften, mit besonderer Betonung des Nahen Ostens. Die Kopten führen sich auf den Evangelisten Markus zurück, der Apostel Paulus - von vielen als eigentlicher Ausformulierer der christlichen Religion betrachtet - missionierte in Kleinasien, der heutigen Türkei. Es handelt sich um eine uralte Kulturtradition, die nicht aus dem Gebiet ihrer Entstehung verschwinden sollte. (Hans Rauscher, DER STANDARD, 22.12.2012)

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club 2 - zum thema atheismus. beide seiten kommen zu wort.

http://giordanobrunostiftung.wordpress.com/2012/11/1... atheismus/

was passiert nach dem tod mit den ungläubigen?

die antworten kann man sich einrahmen.

19.12.2007 - die zweite sendung des neuen club 2. moderiert hat michael köhlmeier.

"Gäste sind:
Michael Schmidt-Salomon (Giordano Bruno Stiftung)
Pia Jauch (Religionsphilosophin,Schweiz)
Christian Sieberer (kath. Pfarrer, Wien-Penzing)
u.a."

großes kino!

club 2 - zum thema atheismus.

http://www.youtube.com/watch?v=slfB0fan_54

ceterum censeo: wie kann man so dumm sein, den club 2 aus dem programm zu nehmen?

wer wenig zeit hat: ab minute 55!

You shall not wage shock and awe wars

ein 11-tes Gebot für die allerchristlichsten Interventionstruppen

was sollen das für allerchristlichste Interventionstruppen sein? Wenn Sie sich die ansehen (Afghanistan, Irak, Libyen..), werden Sie feststellen, dass da auch jeweils islamisch oder buddhistisch geprägte usw. Staaten beteiligt sind.
Und die meisten christlichen Staaten sind sowieso säkularisiert und Christentum kein Motiv der Politik.

$

in den usa ist christentum kein motiv für die politik?
"in god we trust" steht sogar auf den dollarnoten.

blöd halt dass die we-bomb-the-world army

als "christlich" wahrgenommen wird...

mit unerhörter Gewalt hineinfahren ... und dann wundern, dass Druck zu Gegendruck führt...

man komme mir nicht mi 9/11 das WAR ein Fall für die Kriminalpolizei, nicht fürs Militär

läuft gerade wieder im fernsehen.

http://www.collateralmurder.com/

ja und er heisst Karel

oder er hat keinen Penis, den er auch nicht bräuchte, da sein Clone der heilige Geist Maria geschwängert hat:

http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2012/12/2... ke-bilder/

Herr Rauscher, schön, daß Sie diesen Artikel

geschrieben haben. Sozusagen als kleine, nicht mit "Kitsch" verbrämte weihnachtliche Erinnerungsgeschichte.
Ja, es ist irgendwie komisch, daß die drei großen Religionen Judentum, dann Christentum und der Islam alle von dieser Ecke stammen, (ich glaube man kann sagen, Mittlerer und Naher Osten) leider sind sie verfeindet, teilweise bis in die ganze Welt...schade.

Jesus war ja der verheißene "Erlöser", er war Jude, dennoch gilt er als Begründer, mit seinen Aposteln Petrus, (der Fels) der christl. Rel.

wie sieht's eigentlich mit dem zusammenhang: römisch-katholisch und neurotisch aus?

wo sonst kann man 40 und mehr tage durch die wüste hirschen, dehydrieren und dabei lustige "visionen" bekommen?

dass die meisten religionen aus wüstengegenden kommen ist kein zufall.

höhenrausch wäre eine alternative.

im Nahen Osten ein Kind geboren wurde, das sich später zum Gründer der größten der fünf Weltreligionen, des Christentums mit heute 2,1 Milliarden Anhängern, entwickelte

ich möchte protestieren!

jesus hat neimals das christentum gegründet, jesus war zeit seines lebens gläubiger jude!
(was wiederrum bedeutet, dass gott auch jude ist - dreifaltigkeit und so, aber das ist ein andres thema)

auf jeden fall hat jesus nie das christentum gegründet und sich auch nicht zum gründer entwickelt, dass waren alles menschen
ich bin selbst nicht gläubig, aber das ist keine glaubensfrage, denn das steht ja sogar so in der bibel...

ich habe kurz nachgelsen und ich kann ihnen nicht genau sagen ob es jetzt petrus oder paulus war, die meinungen gehen auseinander, die meisten tendieren zu paulus...

auf jeden fall hat jesus immer nur zu juden jüdisches zeug gepredigt und sich an alle jüdischen bräuche gehalten...

stimmt nicht. jesus hat am sabbat geheilt.

Matthäus 16,13-18

Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich MEINE Kirche bauen...

Bibel lesen hilft da (manchmal).

Die Bibel hat ja Jesus geschrieben, oder etwas doch nicht?

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