Die Nichtswisser

Einserkastl | Hans Rauscher
21. Dezember 2012, 18:47

Unser politisches Personal ist innerlich ausgebrannt, hat keine Ideen und keine Ziele

Die Frage, ob diese Politikergeneration wirklich so viel schlechter, kleinkarierter, langweiliger, inkompetenter, ungebildeter, unseriöser, ahnungsloser, zugleich aber verschlagen-populistischer ist als frühere, bewegt doch einige nachdenklichere und informiertere Gemüter. Nimmt man Salzburg als phänotypisch, fragt man sich, was diese Leute für ihren Job mitbringen. Sogar in der Krone war ab einem gewissen Zeitpunkt von der durch Derivatspekulationen verursachten Finanzkrise zu lesen, und über die Gefährlichkeit solcher Konstruktionen hätte man sich in jeder österreichischen oder meinetwegen deutschen Qualitätszeitung informieren können.

Schon lange hegen manche unter uns, die einen gewissen Kontakt zu den handelnden Personen (in Bund und Land) haben, den Verdacht, dass die nichts wissen - außer natürlich wie man innerparteilich nach oben kommt und dem "Volk" eine falsche Jovialität zeigt.

Unser politisches Personal ist innerlich ausgebrannt, hat keine Ideen und keine Ziele - außer in den Krawallblättern durch Inseratenvergabe per Steuergeld gut wegzukommen. Innerhalb der traditionellen Parteien gibt es keine Erneuerungsbewegungen. Die einzige neue Bewegung von außen ist ein 80-jähriger Egozentriker, der glaubt, dass er etwas von (Volks-)Wirtschaft weiß.

Das Werkel läuft natürlich irgendwie weiter. Aber das Gefühl, von Nichtswissern regiert zu werden, ist nicht angenehm. (Hans Rauscher, DER STANDARD, 22.12.2012)

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Nichtswisser oder Machtmenschen...

Es gibt sie in allen Parteien - die Leute, die Visionen haben, arbeiten, vernetzen... - aber die kommen nicht an die Spitze. Warum auch - nur bad news are good news - diese Leute interessieren weder Medien, noch LeserInnen. Gewählt wird, wer einfachst (für 14jährige verständlich) kommunizieren kann, den politischen Mitbewerber (oder die eigene Partei) am witzigsten runtermacht, sich mediengeil auf jedes Foto schmeißt - kurzum seine Show abzieht und parteiintern seine Macht absichert.
Ich denke schon, dass ein vernünftiges Vorzugsstimmensystem da was ändern könnte - verbunden mit weniger Berührungsangst Medien/Politik.
Und was den 80jährigen Egozentriker betrifft - ich würd mich nicht in ein Auto setzen, das er zusammengebaut hat

@ kleine Elisabeth vs Mr. Big Stronach 2. Teil

Und noch etwas! Magna International hat seinen Beschäftigtenstand seit dem Banken-Krach-Jahr 2008 sogar noch ausgebaut! Magna Kanada konnte als einziger Zulieferer für die US-Auto-Branche grtls seinen Besch-Stand halten! Wieso? Weil Magna immer beste Qualität liefert und äußerst innovativ ist!
Die niedrige Arbeitslosenquote verdankt Ösiland Magna Österreich!
Und noch was! Noch nie musste ein von Magna zusammen gebautes Auto zurück beordert werden, weil etwas serienweise nicht funktioniert hat, siehe zB Toyotas Vergleich (1,2 Mrd $) gerade in den USA mit den Autobesitzern!
Der Name Stronach steht seit 1963 weltweit für Top-Qualität!
Wenn es nicht stimmt, dann bitte ich um Aufklärung! Da hast du viel Arbeit vor, liebe kleine Elisabeth!

@ kleine Elisabeth vs Mr. Big Stronach

Na, das ist ja witzig! Du würdest dich nicht in ein Auto setzen, das Stronach zusammen gebaut hat! Hihi! Du fährst wohl Moskvitch oder Drabi, was? Nun ja, Hyundai geht auch! Die meisten guten "Europäer" haben Stronach-Blut in sich, und das nicht nur im Stahl!
Magna-International beschäftigt ca 117.000 Leute! Unsere Verstaatlichte hatte zu ihrer besten Zeit gerade einmal 45.000! Hr. Stronach ist einer der wenigen Superreichen weltweit, die mit Hightech-Produkten in der Wirtschaft reich geworden sind und nicht als krude Börsenspekulanten! Er zahlt seine Leute am besten in der Branche, und sie sind auch am Gewinn beteiligt!
Du hast null Ahnung, von was du sprichst! Du hast dir eine feste Meinung gebildet, ohne dich vorher zu informieren. Pfui

*g* aber stronach selbst baut die dinger nicht zusammen...

ich habs wörtlich gemeint. aber mit dem zuhören oder genau lesen hats mr big stronach halt nicht so bekanntlich ;-)
ansonsten - gratulation zu der werbeeinschaltung, ich erlaube mir, die dinge trotzdem etwas differenzierter zu sehen.

Ich bin nicht der Meinung, denn es gibt im Land

Politiker deren Vorschläge sehr viel positives beinhalten.
Der Sozialminister hat mit seinem Vorschlag zur Reform des Sozialdienstes einen Vorschlag ausgearbeitet, der vieles im Land zum positiven verändern könnte.
Menschen können sich freiwillig für diese Tätigkeit melden, bekommen ein ordentliches Gehalt und bekommen dadurch die Möglichkeit herauszufinden, ob sie in diesem Metier weiterarbeiten möchten. Es wird auch die Arbeitslosigkeit verringert sowohl bei der Jugend als auch bei älteren Menschen.
Ich meine, dass es sich dabei um einen ausgezeichneten Vorschlag handelt und die Kreativität von einigen Politikern durchaus vorhanden ist.
Alle über einen Kamm zu scheren ist sowieso Schwachsinn.

Wenn man will, dass mehr Menschen im Sozialbereich arbeiten,

dann sollte man aber schon auch dazuschauen, dass die Ausbildungen und Arbeitsbedingungen dort besser werden und die Gehälter steigen; denn viele Berufe dort sind nach wie vor grob unterbezahlt; und wenn sich mehr Menschen finden, die 'im Sozialbereich' tätig sein wollen, dann werden das wohl Medizinstudenten werden oder Sozialarbeiter oder Psychologen, also im oberen Einkommensbereich; dort wird aber "der Bedarf" schnell ausgeschöpft sein. Zwar finden sich sicher auch willige Krankenpfleger oder -Schwestern: aber bei rigoroser Sparpolitik an den Spitälern? Mit spätestens 50 Jahren fix und fertig?

Und KindergartenhelferInnen? KindergärtnerInnen? Altenpfleger? Heimhilfen?

Wisser

"Aber das Gefühl, von Nichtswissern regiert zu werden, ist nicht angenehm..."
Es gibt jedoch einen Trost: Es gibt Kolumnisten wie H. Rauscher oder - und um nicht einseitig zu sein - Chr. Ortner, die wissen, wo's langgeht. Sie irren sich zwar mit ihren Prophezeiungen manchmal ganz gewaltig, aber was Gegenwart und Vergangenheit betrifft, wissen sie Bescheid. Am Stammtisch ist es ja auch nicht anders.

Die Nichtwisser

die pauschale Betrachtungsweise der beiden (Rauscher und Ortner) gefällt mir zwar auch nicht, aber es hat den Anschein, dass sich derzeit aus vielfältigen Gründen die POLITIK schneller wegen eines FAUX PAS rechtfertigen muss, als dies früher der Fall war. Die rasche Kommunikation (Internet) hat
dazu einiges beigetragen.

Ohne Chefs funktionierts eh besser

Im Staat ists wohl so wie in den meisten Unternehmen:

Die Mitarbeiter und Teams wissen eh selber am besten wies geht und was zu tun ist und erzielen bessere Ergebnisse, wenn sich der Chef nicht einmischt.

schwachsinn

Denn genau das hat ja in Salzburg zu hohen Verlusten geführt.
Ich kenne auch keinen gut funktionierenden Betrieb, in dem der Chef unfähig ist.

Wir wissen schon lang, dass wir von Nichtswissern und Nichtskönnern regiert werden.

Nur, wie sollen wir das ändern?
Die Regierenden haben den Ruf der Politiker so herabgewirtschaftet, dass sich niemand, der noch ein bisschen was auf sich hält, in die Politik begeben
möchte.
Also haben wir dort eben nur mehr Nichtwissende, Nichtskönnende, dafür aber von sich selbst Überzeugte. Die Bürger können sich nur noch überlegen, ob sie trotzdem noch zur Wahl gehen.

Nur, dass Nichtwählen auch nichts ändert. Ohne Engagement sind die "Besseren" in Wahrheit auch nicht besser. Werder in der Politik noch sonst wo. Und dauernd nur (undifferenziert) meckern, ohne brauchbare Alternativen aufzuzeigen (besser noch: darzustellen), bringt die Gesellschaft auch nicht weiter.

Danke Rau, denn genauso ist es.

Zum Werkl das weiterläuft: das ist die Arbeit tausender Beamter, nicht die der Politiker. Ohne diesen mehr oder weniger gut funktionierenden Apparat, wären unsere Superpolitiker ohnehin Handlungsunfähig.

Tatsache ist, dass man den Geistigen Abstieg der Politik an ihrer Weitsicht ablesen kann.

Noch vor 4 Jahrzehnten, dachten Politiker auch in solchen Zeiträumen.
Vor 20 Jahren dachte man immerhin noch was in 10 Jahren sein würde.
Vor 15 Jahren begann man, nur noch bis zur nächsten Wahl zu denken.
Ab 2002 dachte man bis zur nächsten Gallup Umfrage.

Und heute denkt man bis zur nächsten Krone-Ausgabe, also etwa in 24h Takten. Und das nennt sich dann Leistungsträger.

Toller Kommentar dazu von Rainer im profil. Ja, sie sind wirklich dümmer. Volksvertreter im reinsten Sinn.

und Rainer / profil

ist der etwa gscheiter??? so ein peinliches interview wie der gibt ja nicht einmal der dümmste politiker.

Mag sein....

aber was setzen die Medien entgegen? Solche Kommentare mit Pauschalverurteilung sind bestenfalls als Leserbriefe in den berühmten Krawallblattln geeignet, denn verbessert wird dadurch rein gar nix! Oder genügt die Lösung, sich vorzugaukeln, man selber sei ein "Wisser" und habe ein unangenehmes Gefühl ?

Um Änderungen einzuleiten oder zumindest anzuregen zu versuchen,

muß man zuerst feststellen bzw. skizzieren, was der Ist-Zustand ist.

alle Politiker dumm und unfähig?

toller Befund-gratuliere!

ausgebrannt & keine Ideen

Die Analyse ist vollkommen richtig. Ich vermisse allerdings die Alternativen. "Der Gang durch die Wüste Gobi" war jedenfalls keine. Strache und Stronach sollte man daher gleich dorthin schicken. Was bleibt also?

Um Herrn Prof. DDr. Kalauer zu bemühen, hätte ich geschrieben:

"Der Gang durch die Wüste Gobi führte auch nur in die wüste Gabi".

;-))

"Unser politisches Personal ist innerlich ausgebrannt, hat keine Ideen und keine Ziele"

Innerlich ausgebrannt? Ja.

Keine Ideen? Ja.

Keine Ziele? Nein, keineswegs! Die Herrschaften wollen an der Macht bleiben, ordentlich abcashen (kein Politiker ist ärmer aus der Politik heraus gekommen als er hinein gegangen ist!) und andere schurigeln, wo's nur geht.

Wenn das keine Ziele sind, was sind dann Ziele?

So sollte man keinesfalls pauschalieren; das wäre allen Ernstes ungerecht.

Denn viele sind im Grunde reinen Herzens und sind in aller Unschuld und leider auch Unkenntnis Ideologen geblieben: sie haben zwar keine Ideen, dafür aber Ideale. Dass die Bürger ("man muß sich mit den Zeiten ändern", also härter) arbeiten müssen, "um zu Wohlstand zu kommen" oder "damit es ihnen gut geht," oder "weil alles andere unanständig ist" z.B.

Sie kennen keine Alternativen und haben sich mit anderen Möglichkeiten auch gar nicht beschäftigt; denn das tut die EU leider schon gar nicht, und China usw. lauern immer gigantischer im Hintergrund.

Um sie eben etwas zu verteidigen.

: das ist undankbare Arbeit, und trotzdem/daher verlieren sie an Unterstützung durch das Wahlvolk. Da sie aber vermutlich wissen, dass die Zukunft härter wird,

gleichzeitig, dass sie das beibringen müssen, sacken Motivation und Idealismus ab, und manche werden raffgierig.

(Das soll nicht heißen, dass nicht besonders seit der Wende Leute in die Politik aufstiegen, die nie wirklich ein Gewissen hatten: von Wolfgang Schüssel eingeladen).

Wer kommt (freiwillig) ärmer aus einem Job heraus als er hineingegangen ist?

"Unser politisches Personal ist innerlich ausgebrannt, hat keine Ideen und keine Ziele"

richtig. das betrifft das gesamte österreichische establishment, das seit einem halben jahrhundert "an der macht" ist. das betrifft nicht nur parteien sondern auch staaliche institutionen, bünde, verbände, grosse unternehmen, die finanzindustrie und die medien.

diese "ausgebranntheit", ideen- und ziellosikeit entspringt der tatsache, das es IMMER DIE GLEICHEN sind, die uns regieren, beschäftigen, informieren und repräsentieren.

also gehen Sie einfach mit gutem beispiel voran.

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