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Wien - In der Causa Gelddruckerei (OeBS) der Notenbank hat der Staatsanwalt 26 Beschuldigte im Visier. Die Ermittlungen gegen Mitarbeiter der Wirtschaftsprüfungskanzleien Interfides, Deloitte und Wundsam hat er in ein Extraverfahren ausgeschieden.
Es geht um den Verdacht auf Bestechung rund um Aufträge aus Syrien und Aserbaidschan. Die beschuldigten Ex-OeBS-Chefs sind teilweise geständig, alle anderen bestreiten die Vorwürfe.
Von Deloitte (prüfte die OeBS ab 1999) haben die Ermittler im September jede Menge Unterlagen mitgenommen; aus der "Anordnung der Durchsuchung" erschließt sich der Vorwurf gegen Deloitte- und Interfides-Leute: Bilanzfälschung.
Zwar prüfte ab 2004 offiziell die Interfides die OeBS (Deloitte war befangen), sie wurde laut Justiz aber nur "zum Schein" eingesetzt. Die Prüfung vor Ort habe "weiterhin" Deloitte vorgenommen. Ab 2009 prüfte " Deloitte dann wieder offiziell". Steuerberater der OeBS sei übrigens - ohne Unterbrechung - ein Mitarbeiter von Deloitte Tax gewesen. Er habe der OeBS 2005 "erklärt, wie die Provisionen richtig zu verbuchen sind".
Bei der Schlussbesprechung für 2007 im Februar 2008 waren laut Justiz neben dem Interfides-Chef gleich zwei Deloitte-Leute dabei - und dort sei u. a. "offen über die Punkte verdoppelter Provisionsaufwand, strafrechtliche Prüfung und ,Kickback'-Thema gesprochen" worden. Daraus schließt der Staatsanwalt, dass die Abschlussprüfer "die Hintergründe der ,Provisionszahlungen' kannten".
Laut Staatsanwalt hätten es die Prüfer "unterlassen, einen eingeschränkten Bestätigungsvermerk zu erteilen ... oder einen Managementletter auszufertigen, in dem sie auf das Risiko , Provisionszahlungen' hinwiesen". Deloitte sei es "ein Anliegen" gewesen, Prüfer zu bleiben, "weil man nicht wollte, dass ein Außenstehender die OeBS-Provisionspolitik durchleuchtet und die malversiven Zahlungen an die Offshore-Gesellschaften LNM, FZE und Venkoy näher untersucht". Über sie flossen die "Provisionen".
Die Beschuldigten bestreiten das, und ein Sprecher von Deloitte sagt: " Der Bilanzfälschungsvorwurf ist nicht nachvollziehbar."
Der OeBS hat Deloitte nach Auffliegen der Affäre per Schreiben vom 10. November 2011 Rechenschaft zu den Prüfungen für 2009 und 2010 abgelegt. Man habe alle Vorschriften und "berufsüblichen Grundsätze" eingehalten. Auch die Provisionen seien stichprobenartig geprüft worden. Dabei waren Zahlungen an Venkoy und die Provisionsvereinbarungen der OeBS mit der Venkoy in Panama City (ein Briefkasten, Anm.) Thema. Deloitte an die OeBS: "Aus diesen Prüfungshandlungen ergaben sich keine Feststellungen."
OeBS bzw. OeNB sahen die Abschlussprüfung 2010 kritischer. In " Anmerkungen" dazu werfen sie die Frage auf, ob "die Prüfungshandlungen ausreichend waren" und die "Vertrauensbasis" zu Deloitte noch reiche. Im von der OeBS erstellten Anhang zur Bilanz 2010 vermissen sie die Erwähnung des größten Aufwandspostens (13,2 Mio. Euro, "Vermutung: Provisionsaufwendungen"). In dem Fall sei "der Prüfer seiner Berichtspflicht ... nicht nachgekommen". Auch das weist Deloitte zurück. Die OeBS hat jetzt einen neuen Abschlussprüfer.(Renate Graber, DER STANDARD; 22./23.12.2012)
Die Oesterreichische Nationalbank hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012 das bester Ergebnis seit 2005 erzielt
Der Betriebsratschef fordert eine Reform und Zulage für Mitarbeiter der Bankenprüfung, das Direktorium ist dagegen
Sozial- und Wirtschaftswissenschafterin bereits seit 1988 in der Nationalbank tätig
Das ist wohl wahr! Die "berufsüblichen Grundsätze" dieser Branche gehen immer mehr in diese Richtung!
Dadurch und durch die Unbelecktheit ganzer Politikergenerationen stehen wir in Europa ja am Abgrund, und werden immer noch weiter nach vorne bugsiert.
Viele Milliarden verdienen die Berater mit der Schädigung der Volkswirtschaften, das geht von der Steuer- und Wirtschaftsberatung bis hin zur EU-Politik (s. EU-Aufnahme-"Bilanzen" von Griechenland").
Da die Politiker selbst nicht mehr agieren können, müssen sie sich (und uns) denen eben ausliefern.
Und einige (die genannte?) sind eben die aggressivsten Kanzleien, die diese "berufsüblichen Grundsätze" definieren!
...ist gleichbedeutend mit "Toilette", früher "Toilette&Dusch".
Bei dieser Firma wird geschn.x..t, was das Zeug hält, um Aufträge zu erlangen. Sowohl intern als auch extern. Aber vielleicht stimmt das auch nicht und ich übertreibe.
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