US-Waffenlobby NRA will Schulen mit Waffen schützen

  • NRA-Vizepräsident Wayne LaPierre muss kurz unterbrechen, dieser Aktivist macht publik, was er von der US-Waffenlobby hält. Dann wird er abgeführt. 
    foto: ap/vucci

    NRA-Vizepräsident Wayne LaPierre muss kurz unterbrechen, dieser Aktivist macht publik, was er von der US-Waffenlobby hält. Dann wird er abgeführt. 

  • Auch diese Aktivistin wird von der Pressekonferenz entfernt.
    foto: reuters/roberts

    Auch diese Aktivistin wird von der Pressekonferenz entfernt.

Vizechef: Strengere Gesetze keine Lösung - Aktivist stört Pressekonferenz: "Die NRA tötet unsere Kinder"

Washington - Die US-Waffenlobby tritt nach dem Amoklauf an einer Volksschule mit 27 Toten für einen bewaffneten Schutz von Schulen ein. Das sagte der Vizechef der mächtigen National Rifle Association NRA, Wayne LaPierre, am Freitag in Washington bei der Pressekonferenz. Die NRA sei bereit, beim Training für entsprechende Programme zum Schutz von Schulkindern mitzuhelfen.

LaPierre wandte sich gegen strengere Gesetze zum Erwerb von Schusswaffen in den USA. Solche Gesetze würden nichts bringen. "Das einzige, was einen schlechten Menschen mit einer Waffe stoppt, ist ein guter Mensch mit einer Waffe", so LaPierre weiter.

Bei dem Presseauftritt, wo Journalisten keine Fragen stellen durften, kam es zu einem Zwischenfall. Ein Mann hielt ein Spruchband mit den Worten "Die NRA tötet unsere Kinder" vor den Sprecher. Andere Demonstranten riefen: "Die NRA hat Blut an den Händen... Stoppt jetzt den Verkauf von Sturmgewehren."

Hollywood-Stars für Verbot von Sturmgewehren

Kritik an der NRA gab es auch vom New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg: "Sie haben eine paranoide, verstörende Vision eines noch gefährlicheren und noch gewalttätigeren Amerikas gezeigt, in dem jeder bewaffnet und kein Ort mehr sicher ist", sagte er am Freitag. Der parteilose Politiker plädiert seit Jahren für schärfere Waffengesetze.

Hollywood-Stars wie Gwyneth Paltrow, Julianne Moore und Jamie Foxx warben in einem Internet-Video für ein Verbot von Sturmgewehren sowie eine schärfere Überprüfung von Waffenkäufern. "Columbine. Virginia Tech. Tucson. Aurora. Fort Hood. Oak Creek. Newtown. Newtown. Newtown," zählen die Schauspieler den letzten und vorangegangene Amokläufe mit vielen Toten auf. "Wie viele mehr?"

Obama stellt sich hinter strengeres Waffenrecht

US-Präsident Barack Obama hat unterdessen den Befürwortern eines strengeren Waffenrechts den Rücken gestärkt. Sie dürften in ihrem Kampf für schärfere Kontrollen nicht nachlassen, sagte Obama in einer Video-Botschaft an mehrere Hunderttausend US-Bürger, die eine entsprechende Petition auf der Internetseite des Weißen Hauses unterzeichnet hatten.

Obama rief die Befürworter schärferer Waffengesetze auf, den Druck auf die Abgeordneten aufrechterhalten. "Rufen Sie Ihre Kongressvertreter so oft wie nötig an, bekennen Sie Farbe und sagen Sie im Namen unser aller Kinder: 'Es reicht'." Der Präsident will den Kongress dazu bewegen, den Verkauf von Sturmgewehren zu verbieten sowie den bisher weitgehend unkontrollierten Handel mit Waffen auf einschlägigen Messen strenger zu kontrollieren. Obamas Regierungsmannschaft soll die Reformvorschläge noch im Januar vorlegen. (APA, 21.12.2012)

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